Weihnachtspredigten in Kempten

Göttliche Impfung: Was zwei Allgäuer Dekane zu Corona-Pandemie und Impfstoff sagen

"Lasst euch mit Jesus impfen", heißt es in der Predigt von Dekan Bernhard Hesse. Das Foto zeigt das Jesuskind in der St.-Magnus-Kirche in Kempten-Lenzfried.

"Lasst euch mit Jesus impfen", heißt es in der Predigt von Dekan Bernhard Hesse. Das Foto zeigt das Jesuskind in der St.-Magnus-Kirche in Kempten-Lenzfried.

Bild: Ralf Lienert

"Lasst euch mit Jesus impfen", heißt es in der Predigt von Dekan Bernhard Hesse. Das Foto zeigt das Jesuskind in der St.-Magnus-Kirche in Kempten-Lenzfried.

Bild: Ralf Lienert

Welche Botschaft der katholische Dekan Bernhard Hesse und sein evangelischer Amtskollege Jörg Dittmar in dieser besonderen Zeit den Gläubigen mitgeben.
24.12.2020 | Stand: 11:30 Uhr

„Alles läuft auf ein gutes Ende zu“. Das sei die Grundidee des christlichen Glaubens – und diese wollen der evangelische Dekan Jörg Dittmar und sein katholischer Amtskollege Bernhard Hesse heuer an Weihnachten vermitteln.

„Wir dürfen allen Menschen sagen: Lasst euch mit Jesus impfen. Er ist ohne Nebenwirkung. Gott impft den Menschen mit seiner göttlichen Liebe. Das Christkind als Mensch geboren im Stall zu Betlehem ist der wahre Impfstoff für diese Welt“, befasst sich Hesse in seiner Weihnachtspredigt ebenso wie Dittmar mit Corona.

Mit Liebe impfen

In seiner Predigt in St. Anton wird Hesse auf das Impfen eingehen. Das Impfen bezogen auf Gott. Denn das deutsche Wort „impfen“ bedeute im ursprünglichen Sinne ja einpflanzen, pfropfen, veredeln und habe die heutige Bedeutung erst seit dem 18. Jahrhundert. „Man pfropft Ölzweige auf einen Ölbaum auf, bei Platon wurde es auch für die Seele verwendet: Gott pflanzt die Seele in den Menschen ein.“ Gott impfe den Menschen also mit seiner göttlichen Liebe, „er impft die Welt mit seinem Sohn,“, sagt Hesse. Denn Gott habe die Welt mit seiner Menschwerdung geimpft. „Er impft uns gegen die Angst, gegen die Hoffnungslosigkeit, gegen den Tod“.

Dem Virus nicht hilflos ausgeliefert

Der Impfstoff stoppe die Pandemie. Die Eucharistie wirke wie eine Schluckimpfung. Denn: „Du weißt, Gott ist in mir, ich bin nicht allein, ich bin dem Elend dieser Welt und auch dem Virus nicht hilflos ausgeliefert,“ ist die Botschaft des katholischen Dekans.

Mancher überlege sich in diesen Tagen, ob er sich impfen lassen soll. Der katholische Pfarrer empfiehlt: „Lass Dich zuerst auf die göttliche Impfung ein, dann kann Dir die andere nicht mehr schaden.“

"Alles läuft auf ein gutes Ende zu"

Für den evangelischen Dekan Jörg Dittmar ist in diesem Jahr wichtig: „Alles hat einen guten Anfang und alles läuft auf ein gutes Ende zu. Doch zwischen diesen beiden Punkten kann man aber schon mal einen Durchhänger haben.“ Durchhänger heißt laut Dittmar, dass genau diese Hoffnung verloren geht, „dass Gott mich als sein geliebtes Kind in dieses Leben hineingeschickt hat“. Und manchmal fehle die Hoffnung, „dass am Ende alles gut wird und Gott wirklich alle Tränen abwischen wird. Das ist dann ein Glaubens-Durchhänger“. Doch Jesus Christus sei Gottes Hilfe in Durchhänger-Zeiten: „Er ist uns nahe, will bei uns sein, um uns den großen Bogen wieder zu zeigen: Wir kommen von Gott und Gott ist das Ziel, auf das wir zugehen.“ Jesus Christus sei der Gott, der da ist. Dazu habe Gott die Krippe und den Stall als vorübergehende „Behausung“ gewählt. Mehr brauche er nicht. Daraus, sagt Dittmar, könne man lernen: „Unser Leben ist im Jahr 2020 so viel ungewisser und unplanbarer geworden.“

Ängste und Einsamkeit gehören mehr als vorher zum Leben

Existenzsorgen, Ängste, Einsamkeit, Verletzlichkeit und Vergänglichkeit – das alles gehöre jetzt mehr als vorher zum Leben. Genau darin wolle Gott Halt und Hoffnung sein. Und weil für Gott ein klappriger Stall und eine provisorische Krippe genug waren, könne es auch gelingen, bescheidener, beweglicher und freier zu leben – und dabei leichter und glücklicher zu werden.

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