Innovation

Kemptener Studenten entwickeln Abfüllautomaten für Frischkäse

Hochschule Frischkäse

Bei der Probeverkostung von Frischkäse aus dem neuen Abfüllautomaten von links: Kemptens Hochschul-Präsident Professor Dr. Wolfgang Hauke, der Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlages Markus Brehm, die Professoren Dr. Bernd Dreier und Dr. Benno Steinweg, die Studenten Lukas Breckle und Christian Zeberle, der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Hauser, Student Cöllü Yunus und Professorin Dr. Regina Schreiber.

Bild: Ralf Lienert

Bei der Probeverkostung von Frischkäse aus dem neuen Abfüllautomaten von links: Kemptens Hochschul-Präsident Professor Dr. Wolfgang Hauke, der Geschäftsführer des Allgäuer Zeitungsverlages Markus Brehm, die Professoren Dr. Bernd Dreier und Dr. Benno Steinweg, die Studenten Lukas Breckle und Christian Zeberle, der wissenschaftliche Mitarbeiter Oliver Hauser, Student Cöllü Yunus und Professorin Dr. Regina Schreiber.

Bild: Ralf Lienert

Der Automat kommt aus dem 3-D-Drucker und soll Verpackungsmaterial einsparen. Er soll Ende des Jahres unter dem Slogan "Nachhaltig genießen" in Serie gehen.
30.05.2020 | Stand: 18:00 Uhr

Beim Testlauf eines neuen Automaten für Frischkäse mussten alle Beteiligten Masken tragen. Als das gekühlte Milchprodukt dann verkostet wurde, durfte der Mund-Nasenschutz natürlich abgenommen werden – bei gebührendem Abstand, versteht sich. Der Automat ist eine Erfindung von Studenten und Professoren der Hochschule Kempten. Zum Probelauf stand er jetzt drei Tage lang im Betriebsrestaurant des Allgäuer Medienzentrums in Kempten.

„Schmeckt prima und ist sehr frisch.“ „Hätte nicht gedacht, dass da tatsächlich Frischkäse rauskommt.“ „Ich finde es gut, dass man kleine, mittlere oder große Portionen wählen kann.“: So lauteten einige Reaktionen von Testessern. Diese konnten per Knopfdruck Frischkäse in einen Becher aus essbarem Material tropfen lassen und dann mit einer Käsestange probieren.

Die Vorgeschichte: 2017 erweiterte die Hochschule Kempten mit Unterstützung (125 000 Euro) der Fritz-und-Brunhilde-Englisch-Stiftung (Wiggensbach) ihre technische Ausrüstung um einen modernen 3D-Drucker. Das Gerät kam dann vor allem im Lehrgebiet der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie zum Einsatz.

Dennoch frische Lebensmittel

Mit diesem 3D-Drucker entwickelten Professoren und Studenten später den Prototypen für den Frischkäse-Abfüllautomat. Die Idee dahinter ist, erklärt Professorin Dr. Regina Schreiber, Verpackungsmaterial zu vermeiden und dennoch frische Lebensmittel anzubieten. Denn das ist bislang ein Problem zum Beispiel in Unverpackt-Läden, die keine Kühlung für wärmeempfindliche Produkte haben.

Der Prototyp hatte ein Fassungsvermögen von einem Liter. Der weiterentwickelte Apparat, der jetzt getestet wurde, besitzt fünf Liter Kapazität. Das entspricht etwa 30 Portionen. „Somit kann man auch 30 Verpackungen einsparen“, sagt Regina Schreiber. Ein Genuss quasi ohne Reue.

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Der Abfüllautomat ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hochschul-Bereiche Lebensmittel- und Verpackungstechnologie, des Maschinenbaus, der Informatik und des Marketings. Entwicklungspartner sind das Kompetenzzentrum für angewandte Forschung in der Lebensmittel- und Verpackungstechnologie Kempten (Klevertech) und der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). 2019 hatten die Kemptener Tüftler für das Projekt einen mit 20 000 Euro dotierten VDMA–Hochschulpreis bekommen.

Eignet sich auch für Marmelade

Nach dem erfolgreichen Probebetrieb im Allgäuer Medienzentrum soll der Abfüllautomat Ende des Jahres unter dem Slogan „Nachhaltig genießen“ in Serie gehen. Wobei sich die Konstruktion nicht nur für Frischkäse eignet, sondern auch für andere halbflüssige Lebensmittel, etwa für Marmelade. Für die Weiterentwicklung und Vermarktung sucht die Hochschule noch Partner aus der Privatwirtschaft.