Bewerbung bis 31. Juli

Klimafonds Allgäu will Projekte mit 50.000 Euro fördern

Photovoltaik

Photovoltaik-Anlagen wie hier bei Schlechtenberg (Gemeinde Sulzberg im Oberallgäu) tragen zur emissionsfreien Stromerzeugung im Allgäu bei.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Photovoltaik-Anlagen wie hier bei Schlechtenberg (Gemeinde Sulzberg im Oberallgäu) tragen zur emissionsfreien Stromerzeugung im Allgäu bei.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

72 Unternehmen, Vereine, Verbände und Institutionen engagieren sich für ein klimaneutrales Allgäu. Initiativen können bis Ende Juli eine Förderung beantragen.
19.05.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Das Ziel ist hochgesteckt: In den nächsten neun Jahren sollen möglichst viele Unternehmen, Verbände und Kommunen in der Region klimaneutral werden. Bis 2030 soll es das gesamte Allgäu sein. Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza) hatte vor gut einem Jahr alle Unternehmen, Kommunen und Institutionen aufgerufen, das Allgäu „gemeinsam mit uns“ zum Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu machen und dem „Bündnis klimaneutrales Allgäu“ beizutreten.

Inzwischen sind 72 Unternehmen, Kommunen, Vereine und Verbände diesem Aufruf gefolgt. „Klimaschutz ist zu einer Pflichtaufgabe auch für die Kommunen geworden“, sagt der Kemptener Oberbürgermeister Thomas Kiechle, der auch Vorsitzender der Eza-Gesellschafterversammlung ist.

Vereinfacht gesagt sind es drei Schritte bis zur klimaneutralen Kommune oder zum Unternehmen: Zunächst wird in einer Bilanz festgestellt, welche und wie viele Treibhausgase verursacht werden. In einem zweiten Schritt werden möglichst viele CO2 -Emissionen verringert, weil verstärkt Energie eingespart oder durch erneuerbare ersetzt wird. Dritter Schritt: Unvermeidbare Restemissionen sollen kompensiert werden – durch Einzahlungen in zertifizierte Projekte.

Allgäu soll klimaneutral werden

So läuft beispielsweise die Kompensation im „Bündnis klimaneutrales Allgäu“: Ein Unternehmen zahlt für die Emission von einer Tonne CO2 etwa zehn Euro. Davon gehen sechs Euro an ein zertifiziertes, globales Klimaschutzprojekt. Das kann beispielsweise ein Programm in Ruanda sein, bei dem durch den Einsatz von effizienten Kochern das Abholzen in dem ostafrikanischen Land verringert wird.

Die restlichen vier Euro fließen in ein regionales Klimaschutzprojekt, erläutert Sebastian Hartmann von Eza. In diesem Klimafonds Allgäu stehen jetzt etwa 50 000 Euro zur Verfügung. Nach Angaben von Eza-Chef Martin Sambale können sich Privatpersonen, Vereine, Schulen, Kommunen, Kirchengemeinden und Unternehmen bis 31. Juli für die Förderung eines bestimmten Projekts bewerben. Dabei könne es beispielsweise um eine Moor-Renaturierung gehen oder um eine Fahrradgarage an einer Schule. Ein Rechtsanspruch auf eine Förderung oder eine bestimmte Höhe besteht nicht. Entschieden und ausgewählt werden die Projekte vom achtköpfigen „Klimabeirat Allgäu“ voraussichtlich im September.

„Gäste erwarten Klimaschutz“

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Der Klimaschutz sei inzwischen „ein Kernthema der Marke Allgäu“, sagt Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH. Deshalb sei es gut, dass Geld aus den Kompensationszahlungen auch unmittelbar in die Region fließt. Besonders wichtig sei das gerade auch für das Allgäu als Gesundheits- und Tourismusregion. „Die Gäste erwarten das“, sagt Fischer. Das Bewusstsein für die Umwelt sei enorm gestiegen. Betriebe könnten mit der Mitgliedschaft im „Bündnis klimaneutrales Allgäu“ auch ihr Image verbessern.

Das Eza in Kempten ist eine gemeinnützige GmbH zur Förderung erneuerbarer Energien und effizienter Energienutzung. Die Gesellschaft wird getragen von allen Landkreisen, kreisfreien Städten, Kommunen und der Wirtschaft. Eza wurde 1998 gegründet.

Klimafonds-Infos und -Anträge gibt es unter buendnis-klimaneutrales-allgaeu.de

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