Arbeitslosenzahlen

Kurzarbeiter-Anteil im Allgäu bald auf Rekord-Niveau

Die Zahl der Kurzarbeiter im Allgäu ist fast so hoch, wie bereits im Frühjahr vergangenen Jahres. Sie soll aber noch weiter steigen.

Die Zahl der Kurzarbeiter im Allgäu ist fast so hoch, wie bereits im Frühjahr vergangenen Jahres. Sie soll aber noch weiter steigen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Die Zahl der Kurzarbeiter im Allgäu ist fast so hoch, wie bereits im Frühjahr vergangenen Jahres. Sie soll aber noch weiter steigen.

Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolbild)

Fast so viele Arbeitnehmer wie im Frühjahr vergangenen Jahres sind im Allgäu derzeit in Kurzarbeit. Tendenz steigend. So viel Prozent des Gehalts bekommen sie.
30.01.2021 | Stand: 10:00 Uhr

„Wir werden uns bald auf das Niveau vom März 2020 einpendeln“, sagt Heinz Klemens, Koordinator für das Kurzarbeitergeld bei der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen. Momentan sind in der Region etwa 51 000 Kurzarbeiter angemeldet. Im März vergangenen Jahres, auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle, waren es über 59 000 Kurzarbeiter im bayerischen Allgäu – fast jeder fünfte sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer. Die genaue Statistik über die Zahl der Kurzarbeiter und der betroffenen Unternehmen endet derzeit mit dem September 2020. Das liegt daran, dass die Betriebe drei Monate Zeit haben, ihre Daten und Unterlagen für die Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur einzureichen.

Das Kurzarbeitergeld sei nach wie vor das Instrument, „das uns wirtschaftlich und gesellschaftlich Stabilität verschafft“, sagt Maria Amtmann, Leiterin der Allgäuer Arbeitsagentur. Viele Betriebe könnten dadurch Mitarbeiter behalten, die sie sonst entlassen müssten. Alleinstehende Kurzarbeiter bekommen 60 Prozent ihres Netto-Gehalts, jemand mit Kind 67 Prozent. Ab dem vierten Monat erhöht sich dieser Satz auf 70/77 Prozent, und ab dem siebten Monat auf 80/87 Prozent. Darüber hinaus können Betriebe das Kurzarbeitergeld noch aufstocken. Die Sozialbeiträge für Kurzarbeiter übernimmt die Arbeitsagentur komplett.

Corona-Lockdown betrifft viele Branchen

Dass Gaststätten, Hotels, Textilgeschäfte und Friseure jetzt im zweiten Lockdown geschlossen haben, ist jedem bekannt. Aber das Runterfahren wegen der Corona-Krise betrifft noch viel mehr Branchen. Klemens nennt einige Beispiele: Reisebüros, Event-Veranstalter, Werbefirmen, Druckereien, Reinigungen, Wäsche-Service, Behindertenbetreuer, Taxifahrer, Autovermieter, Möbelspeditionen, Kfz-Werkstätten – ja sogar Zahnärzte, Rechtsanwälte, Reha-Einrichtungen oder Versicherungsbüros, weil auch sie schließen müssen oder Patienten und Kunden aus Angst vor der Ansteckung mit Corona-Viren jeden Kontakt meiden.

Die Pandemie und der Wintereinbruch sind die Hauptgründe, warum im Januar die Zahl der Arbeitslosen im Allgäu weiter auf annähernd 13 900 gestiegen ist. Das sind 31 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von Dezember auf Januar von 3,2 auf 3,6 Prozent. Die offenen Stellen nahmen im selben Zeitraum um ein Prozent auf etwa 4440 ab. Vor einem Jahr gab es im Allgäu noch fast 1500 Jobangebote oder knapp 25 Prozent mehr.

So sieht die Situation am Arbeitsmarkt in ganz Bayern aus: 4,2 Prozent Arbeitslose in Bayern - höchster Stand seit Januar 2015.
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