Tourismusverband Ostallgäu

Über ein Fünftel weniger Übernachtungen im Ostallgäu

Die Coronapandemie hat dem Tourismus im Ostallgäu (hier ein Bild von dem größten Besuchermagneten, Schloss Neuschwanstein) sehr geschadet.

Die Coronapandemie hat dem Tourismus im Ostallgäu (hier ein Bild von dem größten Besuchermagneten, Schloss Neuschwanstein) sehr geschadet.

Bild: Ralf Lienert

Die Coronapandemie hat dem Tourismus im Ostallgäu (hier ein Bild von dem größten Besuchermagneten, Schloss Neuschwanstein) sehr geschadet.

Bild: Ralf Lienert

Das Coronajahr 2020 traf die Tourismusbranche hart. Trotzdem wurden viele Projekte angeleiert. Das Wohl der Einheimischen soll nun mehr im Vordergrund stehen.
26.07.2021 | Stand: 15:37 Uhr

Die Corona-Pandemie hat den Tourismus im Landkreis Ostallgäu im vergangenen Jahr erheblich gebeutelt: Die Zahl der Übernachtungen ging um 22 Prozent zurück, hieß es bei der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes, bei der die Pandemie das beherrschende Thema war. „Trotz dieser riesigen Herausforderungen für die gesamte Branche und damit auch für den Tourismusverband konnten wir im Vorjahr eine Vielzahl wichtiger Projekte wie beispielsweise die Tourismusstrategie oder das Thema Mobilität vorantreiben“, sagte Landrätin und Vorsitzende Maria Rita Zinnecker.

Die Zahl der Geschäftsreisen ins Ostallgäu hat sich sogar halbiert

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen ging die Zahl der Übernachtungen im Landkreis um 22 Prozent zurück (2,9 Millionen in gewerblichen Betrieben und 800 000 in privaten Betrieben). Das sind vergleichbare Übernachtungszahlen wie 2015, teilt die Pressestelle des Landratsamtes mit. Die Zahl der Gästeankünfte sank um 38 Prozent. Mit einem Anteil von 6,6 Prozent (2019: 16,6 Prozent) blieben insbesondere Auslandsgäste merklich aus – kein Wunder bei den Reisebeschränkungen. Geringer fielen die Rückgänge in den Segmenten Camping (minus 12,5 Prozent) und Urlaub auf dem Bauernhof (minus 11 Prozent) aus. Die ohnehin eher geringe Zahl der Geschäftsreisen ins Ostallgäu und nach Kaufbeuren halbierte sich. Der Rückgang im Ostallgäu und im gesamten Allgäu fällt jedoch deutlich geringer aus als in Bayern insgesamt. Dies sei auf eine diversifizierte Angebotsstruktur mit ebenfalls vielen Kleinbetrieben sowie den deutlichen Trend zu Urlaub auf dem Land im Pandemiejahr zurückzuführen, hieß es bei der Mitgliederversammlung.

Nach einem sehr starken Winter 2019/20 und einem vollständigen Lockdown im Frühjahr war der Sommer 2020 zunächst sehr erfolgreich. Mit der Schließung aller Betriebe ab November 2020 kam jedoch erneut eine harte Zäsur, weshalb inzwischen Betriebe existenziell bedroht seien. Wie wichtig der Tourismus für die Region zeigt sich an diesen Zahlen: Der Übernachtungstourismus sorgte 2020 trotz aller Einschnitte im Ostallgäu und Kaufbeuren für einen Bruttoumsatz von fast 400 Millionen Euro. Allgäuweit sichert der Tourismus für mehr als 58 000 Menschen ein Einkommen.

Landrätin Zinnecker: Krise als Brennglas für Entwicklungen im Tourismus

„Die Krise ist ein Brennglas für Entwicklungen und Handlungserfordernisse, die wir bereits vor Corona erkannt und in unserer zukunftsweisenden Tourismusstrategie verankert haben“, sagte Zinnecker. Die Strategie ist dabei nur eines aus einer Vielzahl von Projekten, die der Tourismusverband trotz der pandemiebedingten Herausforderungen anging.

Urlaub auf dem Bauernhof liegt im Ostallgäu zwar im Trend. Aber coronabedingt verzeichnet der Tourismusverband Ostallgäu auch hier sehr große Rückgänge.
Urlaub auf dem Bauernhof liegt im Ostallgäu zwar im Trend. Aber coronabedingt verzeichnet der Tourismusverband Ostallgäu auch hier sehr große Rückgänge.
Bild: Ralf Lienert

Auch der Masterplan Mobilität, das Projekt „Wandererlebnis Schlosspark“ oder die inhaltliche und mediale Begleitung des Sensationsfundes von „Udo“ wurden angepackt. Das Tourismusforum als zentrale Netzwerk- und Wissensplattform musste 2020 hingegen pausieren, wird jedoch am 16. November mit neuem Format und neuem Thema regionale Produkte in den Fokus stellen. „Die hohe Lebensqualität unserer Region und das Wohl der Einheimischen stehen beim Tourismusverband zukünftig noch stärker als bisher im Vordergrund“, sagte Zinnecker.

Personeller Wechsel im Ostallgäuer Tourismusverband

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Seit Anfang 2021 ist Sebastian Gries Geschäftsführer des Tourismusverbandes. Er trat die Nachfolge von Robert Frei an. Bei den Neuwahlen für den Vorstand wurden Zinnecker als Vorsitzende und Stefan Rinke als Vize bestätigt. Zu Beisitzern wurden die Bürgermeister Alfons Haf, Dr. Wolfgang Hell, Pirmin Joas, Werner Moll und Thomas Pihusch sowie der Füssener Tourismuschef Stefan Fredlmeier gewählt. Aus dem Vorstand ausgeschieden sind Paul Iacob, Franz Erhart und Helmut Angl.

Lesen Sie dazu auch: Wie Ostallgäuer Gastgeber und Tourismus-Gemeinden trotz Pandemie positiv auf den Sommer 2021 blicken.