Ausstellung

"100 Jahre Strom in Wald": Wie Pfarrer Reich die Elektrizität in die Gemeinde brachte

Viel Beifall erhielt das „Walder Bschüttfahrer-Lied“ von Josef Schiffner mit den Sängern Michael Hofer (von links), Karl Wegele und Edmund Happ am Akkordeon.

Viel Beifall erhielt das „Walder Bschüttfahrer-Lied“ von Josef Schiffner mit den Sängern Michael Hofer (von links), Karl Wegele und Edmund Happ am Akkordeon.

Bild: Wolfgang Hepke

Viel Beifall erhielt das „Walder Bschüttfahrer-Lied“ von Josef Schiffner mit den Sängern Michael Hofer (von links), Karl Wegele und Edmund Happ am Akkordeon.

Bild: Wolfgang Hepke

Vor 100 Jahren wurde in Wald das erste Mal das Licht angeknipst. Das ist Pfarrer Reich zu verdanken. Seinem Wirken widmet sich nun eine Ausstellung.
24.08.2021 | Stand: 07:58 Uhr

Am 4. Juli 1920 brannte in der Gemeinde Wald zum ersten Mal ein elektrisches Licht. Zu verdanken ist dies dem Pfarrer Johann Reich, der von 1901 bis 1926 in Wald wirkte. Die Gemeinde widmet dem Geistlichen und seiner Pionierarbeit nun eine Ausstellung, die Edmund Happ mit Hilfe der Familien Epple, Lochbrunner und dem Verein „Mir Walder“ auf die Beine gestellt hat. Diese wurde am Wochenende bei einem Fest feierlich eröffnet.

Pfarrer Reich und sein Wirken in Wald

„Pfarrer Reich ist für mich ein großes Vorbild“, sagte Edmund Happ. Reich war Bauleiter, Bauplaner, Bauherr, Aufsichtsratsvorsitzender der Bank, Idealist, Macher, Musiker und ein vielseitiger praktischer Mensch und ein guter Geistlicher – kurzum ein Ausnahmetalent. So erinnerte in der Ausstellung vieles an Pfarrer Reich, der den Strom nach Wald brachte. „Reich hat 1919 die Schlegelmühle westlich vom Bahnhof Leuterschach sowie das Wasserwerk gekauft“, erzählt Happ. Er sorgte dafür, dass der Graben vom Werk in Leuterschach bis nach Wald gezogen wurde. „70 Masten wurden dafür benötigt. Reich sprach mit allen Bauern.“ So kam es, dass im Juli 1920 in Wald zum ersten Mal das Licht angeknipst werden konnte. „Am gleichen Tag wurde Resi Vogler geboren. Man sagt in Wald deshalb: Resi Vogler hat uns das Licht gebracht.“

Edmund Happ aus Wald hat eine Ausstellung auf die Beine gestellt

Ob Karbitlampen, Schreibmaschinen, Grammophone, Baupläne für Wasserkraft, Briefe oder Rechnungen: Der 85-jährige Edmund Happ hat vieles gesammelt und sondiert, Schriftstücke in deutscher Schrift nachgeschrieben und alles zur Ausstellung gebracht. Aber nicht nur die besondere Ausstellung, auch der Frühschoppen mit der Musikkapelle Wald sollte an Pfarrer Reich und sein unermüdliches Wirken erinnern.

Edmund Happ hat eine Ausstellung über das Wirken und Schaffen und Pfarrer Reich auf die Beine gestellt.
Edmund Happ hat eine Ausstellung über das Wirken und Schaffen und Pfarrer Reich auf die Beine gestellt.
Bild: Wolfgang Hepke

Er ließ beispielsweise die Schule in Wimberg bauen und drei Walder Weiher in Handarbeit anlegen. Diese stellen einen Nutzen für die ehemalige und heutige Bevölkerung, sagte Bürgermeisterin Johanna Purschke.

Erlös geht an Mukoviszidose-Lauf

Für Begeisterung bei den Besuchern sorgte unter anderem dass „Walder Bschüttfahrer-Lied“ von Josef Schiffer und der bekannten „Amboss-Polka“ mit Edmund Happ. Sogar das Wetter passte bei der Feier. Dafür hat bestimmt Pfarrer Reich im Himmel gesorgt, meinte ein Besucher. Der Erlös kommt dem Mukolauf zugute, den der Förderverein Mukoviszidose Wald am 2. Oktober veranstaltet.

Lesen Sie auch
##alternative##
Benefizveranstaltung im Ostallgäu

Muko-Lauf in Wald: 900 Teilnehmer laufen für den guten Zweck