Unfall vor Gericht

19-jähriger Ostallgäuer fährt betrunken mit Auto gegen Lkw

Weil er betrunken einen Unfall verursachte, musste sich ein 19-jähriger Ostallgäuer vor Gericht verantworten.

Weil er betrunken einen Unfall verursachte, musste sich ein 19-jähriger Ostallgäuer vor Gericht verantworten.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbolfoto)

Weil er betrunken einen Unfall verursachte, musste sich ein 19-jähriger Ostallgäuer vor Gericht verantworten.

Bild: Carsten Rehder, dpa (Symbolfoto)

Junger Mann  aus dem Ostallgäu setzte das Leben seiner mitfahrenden Freunde aufs Spiel. Warum die Strafe nicht höher ausfiel.
29.10.2020 | Stand: 18:40 Uhr

Obwohl er Alkohol getrunken hatte und müde war, setzte sich ein 19-jähriger Ostallgäuer nach dem Besuch einer Feier in einer Mai-Nacht ans Steuer seines Autos. Unterwegs bemerkte er zu spät ein geparktes Lkw-Gespann und fuhr auf dieses auf. Bei der Kollision kamen er und seine zwei Mitfahrer mit relativ leichten Blessuren davon. Einer seiner beiden Freunde hatte eine Platzwunde an der Stirn, der andere Prellungen an Schulter und Hüfte. Er selbst erlitt einen Haarriss am Jochbein. Die Blutprobe ergab einen Wert von 0,7 Promille. Das Jugendschöffengericht sprach den einsichtigen und reuigen Angeklagten jetzt der fahrlässigen Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässigen Körperverletzung schuldig.

Dringender Rat des Richters

Der Ostallgäuer, der aufgrund einer anderen Verurteilung einen dreiwöchigen Dauerarrest vor sich hat, wurde richterlich verwarnt und darf ein halbes Jahr lang keinen Alkohol zu sich nehmen. Der Vorsitzende riet ihm dringend, sich an das Verbot zu halten. Andernfalls könne gegen ihn ein Ungehorsams-Arrest von bis zu vier Wochen verhängt werden. Der damals beschlagnahmte Führerschein des jungen Mannes bleibt noch für vier weitere Monate gesperrt. Insgesamt beträgt die Sperrfrist damit neun Monate. Da bei dem 19-Jährigen Reifeverzögerungen nicht ausgeschlossen werden konnten, erfolgte die Verurteilung nach Jugendstrafrecht. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

"Außer Rand und Band"

Im Prozess war deutlich geworden, dass die Alkoholfahrt und die früheren Taten des Angeklagten aus einer schwierigen Phase resultierten, in der er laut Einschätzung der Vertreterin der Jugendgerichtshilfe einige Monate lang „außer Rand und Band war.“ Weil der Ostallgäuer sein Leben mittlerweile wieder in den Griff bekommen hat, waren sich alle Verfahrensbeteiligten einig, dass es keiner Jugendstrafe bedurfte.

Staatsanwältin und Gericht stellten insbesondere auch das „sehr frühe Geständnis“ des Angeklagten in Rechnung. Schon während der vergangenen Verhandlung im Juni – damals war es um Eigentumsdelikte gegangen – hatte der 19-Jährige offen über seine Alkoholfahrt und die Kollision gesprochen. Gegenüber der Jugendgerichtshilfe hatte der junge Mann betont, ihm sei bewusst, dass er „die Gesundheit und das Leben seiner Freunde aufs Spiel gesetzt“ habe. (bbm)