Ausbildung bei AGCO/Fendt

AGCO/Fendt in Marktoberdorf investiert eine Million Euro in neue Azubi-Lehrwerkstatt

Mit einem großen Fest feierte Fendt in Marktoberdorf die Eröffnung seiner neuen Lehrwerkstatt.

Mit einem großen Fest feierte Fendt in Marktoberdorf die Eröffnung seiner neuen Lehrwerkstatt.

Bild: AGCO/Fendt

Mit einem großen Fest feierte Fendt in Marktoberdorf die Eröffnung seiner neuen Lehrwerkstatt.

Bild: AGCO/Fendt

AGCO/Fendt in Marktoberdorf weiht die neue Lehrwerkstatt "Talentwerk" ein. Worauf sich Auszubildende in Zukunft freuen können.
19.05.2022 | Stand: 08:03 Uhr

Der Zufall hatte ganz offensichtlich Regie geführt. Just an Tag eins, an dem AGCO/Fendt in Marktoberdorf nach dem gravierenden Hacker-Angriff die Produktion wieder hochfuhr, gab es beim Landrechnik-Hersteller einen weiteren Grund zur Freude: Die Lehrwerkstatt von Fendt wurde nach coronabedingter Verzögerung mit zahlreichen Gästen und einer großen Feier eingeweiht.

Rund eine Million Euro hat AGCO/Fendt nach eigenen Angaben für die neue Lehrwerkstatt in die Hand genommen. Eine Heimat gefunden haben die Fendt-Auszubildenden in einer ehemaligen Lagerhalle gegenüber des Werkes. Viel Licht durchflutet die 1300 Quadratmeter große Halle. Die Arbeitsplätze an Dreh- und Fräsmaschinen, Schweißgeräten und Zeichenplätzen sind großzügig verteilt und mit moderner Technik ausgestattet. Digitale Zeichnungen können zum Beispiel an den neuen Drehmaschinen direkt über das Netzwerk auf das digitale Terminal geladen werden.

Knapp 120 Auszubildende bei AGCO/Fendt

„Wir können pro Lehrjahr bis zu 36 junge Menschen ausbilden und ihre Talente fördern“, sagt Simon Mößmer, Leiter der Lehrwerkstatt. Dies solle sich auch im Namen widerspiegeln: „Talentwerk“ haben sie bei Fendt die Lehrwerkstatt genannt. Seit September 2021 nutzen die insgesamt knapp 120 Auszubildenden bei Fendt bereits die neuen Räume. Janik Maier (22) , stellvertretender Vorsitzender der Azubi-Vertretung, sprach von einem „reibungslosen Start“ und wie gut sich die Auszubildenden bereits eingelebt hätten. „Es freut uns, dass Fendt Geld und Ressourcen in die Hand genommen hat, um uns einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen“, sagte Maier, der im 3. Lehrjahr bei Fendt arbeitet.

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Der Auszubildende Ersan-Efrail Ümre arbeitet in der Fendt-Lehrwerkstatt in Marktoberdorf an einer Drehmaschine
Der Auszubildende Ersan-Efrail Ümre arbeitet in der Fendt-Lehrwerkstatt in Marktoberdorf an einer Drehmaschine
Bild: Dirk Ambrosch

Fendt habe schon immer großen Wert auf die Ausbildung des eigenen Nachwuchses gelegt, sagte Ingrid Bußjäger-Martin, Geschäftsführerin für Finanzen und IT. Bereits im Jahr 1936 habe Fendt den ersten Lehrling eingestellt. „Die Ausbildung ist eine prägende Zeit, denn die dort erlernten Fähigkeiten bilden die Basis für die gesamte weitere berufliche Laufbahn“, sagte Bußjäger-Martin. Auszubildende bei Fendt durchlaufen im Schnitt 20 unterschiedliche Abteilungen von der Fertigung und Produktion über die Härterei und sogar das Werkstofflabor.

Insgesamt sieben Berufe sind es, die bei Fendt im Rahmen einer Ausbildung erlernt werden können. Fendt lege Wert auf das Zusammenspiel von Schule und Praxis. Die Abschlussquote von 100 Prozent bestätigten diesen Ansatz, sagte Bußjäger-Martin. Die meisten Auszubildenden blieben dem Unternehmen weiterhin treu. Die Frauenquote in der Ausbildung beträgt laut Bußjäger-Martin rund 20 Prozent.

Fendt bildet in Marktoberdorf selbst Fachkräfte aus

Im Jahr 2030 werden nach Prognosen der IHK Schwaben in der Region etwa 75.000 Fachkräfte fehlen. Dies werde viele Betriebe vor große Probleme stellen sagte, Dr. Christian Fischer (Fachbereichsleiter Ausbildung IHK). Fendt verfolge daher mit der Eröffnung der Lehrwerkstatt den genau richtigen Ansatz. „Die Fachkräfte für die Zukunft selbst von der Pike an auszubilden, ist die beste Strategie.“

Dr. Wolfgang Hell (Bürgermeister Marktoberdorf), Ingrid Bußjäger-Martin (Geschäftsführerin Finanzen & IT Fendt), Maria Rita Zinnecker (Landrätin des Landkreises Ostallgäu), Janik Maier (Auszubildender im 3. Lehrjahr und Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung im Betriebsrat) eröffnen das Fendt TalentWERK (von links).
Dr. Wolfgang Hell (Bürgermeister Marktoberdorf), Ingrid Bußjäger-Martin (Geschäftsführerin Finanzen & IT Fendt), Maria Rita Zinnecker (Landrätin des Landkreises Ostallgäu), Janik Maier (Auszubildender im 3. Lehrjahr und Mitglied der Jugend- und Auszubildendenvertretung im Betriebsrat) eröffnen das Fendt TalentWERK (von links).
Bild: Dirk Ambrosch

Die offizielle Eröffnung mit dem Durchschneiden des roten Bandes nahmen unter anderem Landrätin Maria Rita Zinnecker und der Marktoberdorfer Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell vor. Der Bürgermeister sagte: „Wir stehen als Gesellschaft vor großen Herausforderungen in der Zukunft. Aber mit einer guten beruflichen Ausbildung ist die Grundlage gelegt, dass wir sie meistern können.“ Landrätin Zinnecker lobte die Realisierung der Lehrwerkstatt. „“Es ist immer gut in die eigene Ausbildung zu investieren.“

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