Waldstetten

AGCO/Fendt in Waldstetten schließt: Mahnwache vor dem Werk

Einen stillen Protest gegen die überraschende Werksschließung von Agco-Fendt in Waldstetten gab es am Donnerstagmorgen. Nur noch bis Juni wird am dortigen Standort gearbeitet.

Einen stillen Protest gegen die überraschende Werksschließung von Agco-Fendt in Waldstetten gab es am Donnerstagmorgen. Nur noch bis Juni wird am dortigen Standort gearbeitet.

Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Einen stillen Protest gegen die überraschende Werksschließung von Agco-Fendt in Waldstetten gab es am Donnerstagmorgen. Nur noch bis Juni wird am dortigen Standort gearbeitet.

Bild: Bernhard Weizenegger (Archivbild)

Einen stillen Protest gegen die überraschende Werksschließung bei Agco/Fendt in Waldstetten gab es am Donnerstagmorgen. Nur noch bis Juni wird dort gearbeitet.
22.12.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Von 6 bis 7 Uhr morgens hat am Donnerstag eine Mahnwache vor dem AGCO/Fendt-Werk in Waldstetten an der Günz begonnen, nachdem der Konzern völlig überraschend die Schließung des Standortes beschlossen hatte. Gekommen waren nach Gewerkschaftsangaben alle Beschäftigten, die sich zu der Zeit im Werk befanden. An dem Standort im Landkreis Günzburg arbeiten zwischen 70 und 80 Menschen.

Auch in Marktoberdorf fand eine Mahnwache statt

IG Metall und Betriebsrat hatten gemeinsam zu dieser Mahnwache eingeladen. Symbolisch wurde am Werkstor ein Holzkreuz angebracht und Grabkerzen angezündet. Es war ein stiller Protest gegen die Werksschließung zu Ende Juni 2022. Zeitgleich zu Waldstetten fanden Mahnwachen an den bayerischen AGCO-Fendt-Standorten in Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim statt.

Angestellte von Agco-Fendt in Waldstetten hielten am Donnerstagmorgen eine Mahnwache ab. Das Werk soll in wenigen Monaten geschlossen werden.
Angestellte von Agco-Fendt in Waldstetten hielten am Donnerstagmorgen eine Mahnwache ab. Das Werk soll in wenigen Monaten geschlossen werden.
Bild: IG Metall

"Die Nachricht, dass unser Werk in Waldstetten geschlossen werden soll, kam völlig überraschend", so Karl Horn, Betriebsratsvorsitzender am Standort Waldstetten, in einer Pressemitteilung. Am Standort herrscht völliges Unverständnis über die Entscheidung des Konzerns. "Die Beschäftigten bauen die besten Ladewägen der Welt. Und ein Ladewagen ist eben mehr als vier Räder und vier Bleche.

Hier braucht man sehr viel Erfahrung, handwerkliches Geschick und ein hohes Qualitätsbewusstsein", so Horn. Wie man den Stecker in Waldstetten ziehen kann und mit einer neuen, völlig unerfahrenen Mannschaft in Wolfenbüttel Ladewägen bauen soll, ist für die Belegschaft laut Pressemitteilung nicht begreifbar.

Letzter Arbeitstag am Agco-Fendt-Standort Waldstetten ist am 30. Juni 2022

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Momentan werde mit dem Arbeitgeber über einen Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt. Die Beschäftigten sollen demnach nach dem Wunsch des Arbeitgebers ihren letzten Arbeitstag am 30. Juni 2022 haben. Ab 1. Juli laufe nur noch der Umzug der Ladewagenproduktion nach Wolfenbüttel. Dort soll ab 1. September produziert werden. Eine Unternehmenssprecherin erklärt auf Anfrage, sie sei nicht berechtigt, Auskünfte über den derzeitigen Verhandlungsstand und somit den Zeitplan zu geben. Wenn die Verhandlungen abgeschlossen und die Belegschaft informiert sei, könne sie mehr Informationen geben.

"Wenn wir uns was wünschen dürften, dann würden wir uns wünschen, dass das Werk nicht geschlossen wird. Aber dieser Wunsch wird leider nicht in Erfüllung gehen", sagt Sabrina Balkheimer von der IG Metall. Betriebsrat und IG Metall sind sich einig, in den jetzt stattfindenden Verhandlungen um einen Interessensausgleich und Sozialplan so viel wie möglich für die Belegschaft rauszuholen.

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