Sanierungen und Neuanschaffungen

Investitionen ins Abwasser-System: Aitrang und Ruderatshofen bauen auf Technik

Sanierungen stehen bei der Abwasseranlage des Zweckverbands Aitrang-Ruderatshofen an.

Sanierungen stehen bei der Abwasseranlage des Zweckverbands Aitrang-Ruderatshofen an.

Bild: Heinz Budjarek (Archivbild)

Sanierungen stehen bei der Abwasseranlage des Zweckverbands Aitrang-Ruderatshofen an.

Bild: Heinz Budjarek (Archivbild)

Der Zweckverband Aitrang-Ruderatshofen will nicht allein auf Monopolisten bauen und investiert deshalb in die Technik. Welche Investitionen geplant sind.
28.04.2021 | Stand: 17:45 Uhr

Die Gemeinden Aitrang und Ruderatshofen entsorgen ihre Abwässer gemeinsam. Der Abwasserzweckverband (ZV) blickte nun auf die Jahre 2019 und 2020 zurück und gab einen Ausblick auf das laufende Jahr und die geplanten Investitionen.

Keine größeren Schäden an Kläranlage

VG-Kämmerer Florian Budschied unternahm zur Jahresrechnung 2019 einen Streifzug durch die Aktivitäten des ZV: Einspeisevergütung bei der Fotovoltaikanlage (PV), Personal- und Unterhaltskosten, Untersuchungen des Klärschlamms. Übrig blieben im Verwaltungshaushalt 8.400 Euro, die dem Vermögenshaushalt zugeführt wurden. Größere Schäden an der Anlage seien keine entstanden, der ZV sei somit schuldenfrei.

Neue Zulaufpumpe fällig

Das könnte sich im laufenden Jahr ändern. Denn laut ZV-Vorsitzendem, Ruderatshofens Bürgermeister Johann Stich, stehen einige Investitionen an. Am Nachklärbecken müsse die Ablaufrinne saniert werden (Kosten circa 25.000 Euro), der technisch veraltete Computer muss ersetzt werden und die Programme müssten ein Update erhalten (12.000 Euro). Auch eine neue Zulaufpumpe (4.400 Euro) ist fällig. Die wohl größte Ausgabe wird die für eine Schneckenpresse inklusive Fahrwerk sein. Mit dieser 95.000 Euro teuren Presse wird der ZV unabhängig vom Monopolanbieter für Klärschlammentsorgung. Inwieweit die Gemeinde Bidingen mit einsteigen kann, muss sich erst noch erweisen. Insgesamt sieht der ZV 252.000 Euro Kreditaufnahme vor, die auch 120.000 Euro für eine Hochbaumaßnahme im Bereich der PV-Installation umfasst. (Lesen Sie auch: Neue Wasserpreise in Obergünzburg: Unterm Strich wirds teurer)

Hoher Wirkungsgrad der Anlage

Neben der Genehmigung der über- und außerplanmäßigen Ausgaben des Jahres 2020 beschloss das Gremium, den PV-Jahresüberschuss aus steuerlichen Gründen im Betrieb der PV-Anlage zu belassen und nicht zu entnehmen. Zur Aufteilung der Kosten auf die beiden Kommunen werden die Einwohnergleichwerte (EGW) herangezogen. Die waren nach zehn Jahren wieder neu zu bewerten. Demnach entfallen 2.400 EGW auf Ruderatshofen und 1.712 auf Aitrang. Die Umlage der 254.000 Euro Betriebskosten erfolgt nach diesen Werten sowie nach gelieferter Abwassermenge.

Klärwärter Gerhard Holdenried gab einen Überblick über Leistungen sowie die Wirkungsweise der Abwasserklärung im vergangenen Jahr. Die Abwassermenge sei niedriger gewesen als im Jahr davor. Bei 74 Prozent Auslastung habe die Anlage einen hohen Wirkungsgrad erreicht. Stolz äußerte sich der Klärwärter darüber, dass man eine der wenigen Anlagen im Landkreis Ostallgäu sei, die ohne Chemie auskomme. Lobende Worte fand zum Abschluss Aitrangs Bürgermeister Michael Hailand für die gute Zusammenarbeit, vor allem für die gute Vorarbeit des Vorsitzenden Johann Stich.

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