Bürgerversammlung in Günzach

Bald mehr Platz für die Günzacher Feuerwehr?

Das ehemalige Stallgebäude des Günzacher Schlosses (rechts im Bild) könnte zum Feuerwehrhaus umfunktioniert werden.

Das ehemalige Stallgebäude des Günzacher Schlosses (rechts im Bild) könnte zum Feuerwehrhaus umfunktioniert werden.

Bild: Barbara Kettl-Römer

Das ehemalige Stallgebäude des Günzacher Schlosses (rechts im Bild) könnte zum Feuerwehrhaus umfunktioniert werden.

Bild: Barbara Kettl-Römer

Besitzerwechsel auf dem Schlossareal eröffnet neue Perspektiven. Warum ein Umzug der Rettungskräfte in Günzach notwendig ist.
28.03.2021 | Stand: 15:07 Uhr

Wie zuvor bereits in Obergünzburg, fand auch die Bürgerversammlung der Gemeinde Günzach per Livestream im Internet statt, wobei Fragen per E-Mail gestellt werden konnten. 100 Bürger nahmen daran teil und verfolgten, wie Bürgermeisterin Wilma Hofer zunächst einen Rückblick auf das Jahr 2020 und dann eine Vorschau auf 2021 vornahm. Im Jahr 2020 konnte der Schuldenstand der Gemeinde von rund 2,18 Mio. Euro auf 2,08 gesenkt werden. „Das ist immer noch gut hoch“, sagte die Bürgermeisterin, der Gemeinderat habe die Kostenentwicklung daher immer im Blick.

Zu den geplanten Investitionen hatte Sebastian Häring, Gruppenführer bei der Freiwilligen Feuerwehr Günzach, im Vorfeld eine längere E-Mail geschrieben. Er erinnerte daran, dass die Feuerwehr im Zuge des Wahlkampfs ein großes Thema gewesen sei, seitdem aber offenbar nicht mehr. Die Ausrüstung, insbesondere die Fahrzeuge, seien inzwischen so veraltet, dass die Einsatzbereitschaft darunter leide. Die Bürgermeisterin gab zu, dass er damit „einen wunden Punkt getroffen“ habe und dass auch aus ihrer Sicht Handlungsbedarf bestehe. Eines der Hauptprobleme sei, sagte sie, dass das Feuerwehrhaus zu klein ist, so dass weder Platz für die benötigten Umkleiden noch für neue Fahrzeuge ist.

Dafür könnte es in näherer Zukunft aber eine Lösung geben: Angedacht ist der Bau eines größeren Feuerwehrhauses auf dem Areal des Günzacher Schlosses, und zwar im ehemaligen Stallgebäude. Der neue Schlosseigentümer Bernhard Fenle ist deswegen an die Gemeinde herangetreten. Da noch etliche Fragen zu klären sind – sowohl von Seiten des Denkmalschutzes als auch der Feuerwehr – soll zunächst eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden. Im Haushalt 2023 sollen jedenfalls 500 000 Euro für die Feuerwehr bereitgestellt werden.

Wilma Hofer sagte, dass sie die frühere Schlossherrin Eleonore Gabler sehr gemocht und geschätzt habe, dass aber die Verhandlungen mit ihr nicht immer einfach gewesen seien. Dabei sei das Schlossgut wichtig für Günzach. Die Gemeinde könne von einer Belebung des Areals profitieren. Familie Fenle habe bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Ich sehe der Zusammenarbeit optimistisch entgegen“, sagte die Gemeindechefin.

Sie nannte gleich einen zweiten Punkt, zu dem es Gespräche gibt. Der Finkenweiher an der Aitranger Straße ist nämlich kein natürlich entstandenes Gewässer, sondern als Stau- und Triebswerksanlage der Schlossbrauerei Günzach künstlich angelegt worden. Nachdem die Brauerei in den 1930er-Jahren aufgegeben wurde, hätte der Weiher eigentlich zurückgebaut werden müssen. Das wurde in den letzten Jahrzehnten aber nicht gemacht, weswegen die neuen Besitzer nun dafür verantwortlich sind. Allerdings ist der Weiher inzwischen ortsprägend für Günzach, sagte die Bürgermeisterin. Außerdem könnte er für den Hochwasserschutz eine wichtige Rolle spielen. Eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet habe Eleonore Gabler immer abgelehnt. Familie Fenle sei aber dafür aufgeschlossen.

Digitalisierung schreitet voran

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Gute Nachrichten gibt es auch zur Digitalisierung in Günzach: Im Rahmen des Förderprogramms „Höfebonus“ werden weitere 35 Adressen in Autenried und der Bereich der Nicolausstraße mit Glasfaseranschlüssen versorgt. Auf die Frage von Ullrich Polanka, wann die Anschlüsse verfügbar seien, sagte Wilma Hofer, dass die Bauarbeiten im Sommer 2021 beginnen und 2022 abgeschlossen werden sollen.

Grundstückserwerb schwierig

Florian Polanka und Bruno Gantner wollten wissen, ob es demnächst ein neues Baugebiet in Günzach geben wird. „Wir wissen, dass Bauplätze dringend gesucht werden“, antwortete die Bürgermeisterin. Der Grundstückserwerb sei aber schwierig, weil die Preisvorstellungen von Eigentümern und Gemeinde sehr unterschiedlich seien. „Wir werden uns aber weiter mit diesem Thema beschäftigen“, sicherte sie zu.

Sie schloss die Bürgerversammlung mit einer weiteren erfreulichen Nachricht: Mit Julia Reiter und Stefan Rothermel habe die Gemeinde zwei neue Jugendbeauftragte gefunden, die ihre Aufgabe „voller Elan und Engagement“ angehen.