Mähtod von Rehkitzen

Bauernverband im Ostallgäu: "Die Landwirte sind nicht immer schuld an toten Rehkitzen!"

Mit Drohne und Wärmebildkamera auf der Suche nach Bambi

Dass Rehkitze ins Mähwerk geraten, wollen die Landwirte so wenig wie die Jäger. Darauf weist jetzt der BBV im Ostallgäu hin.

Bild: Patrick Pleul

Dass Rehkitze ins Mähwerk geraten, wollen die Landwirte so wenig wie die Jäger. Darauf weist jetzt der BBV im Ostallgäu hin.

Bild: Patrick Pleul

Der BBV im Ostallgäu weist die Kritik der Jäger am "Vermähen von Rehkitzen" durch die Landwirte zurück. Was der BBV zum Schutz von Rehkitzen alles unternimmt.
10.06.2021 | Stand: 14:01 Uhr

Die Jäger würden es sich schon sehr einfach machen, kritisiert Thomas Kölbl, Geschäftsführer des Bayerischen Bauernverbands (BBV) im Ostallgäu. Er bezieht sich dabei auf einen Artikel, der bei uns kürzlich unter der Überschrift „Das große Mähen geht wieder los“ erschienen war. Darin hatte der Bayerische Jagdverband (BJV) darauf verwiesen, dass die Verantwortung für von Mähwerken bedrohte Rehkitze grundsätzlich beim Bauern liegt.

BBV Ostallgäu: Es geht um "Tierleid" und "Gesundheitsgefahren"

„Der Tenor dieses Artikels lautet: Die Bauern sind schuld am Vermähen von Kitzen und der Jäger kann zwar mithelfen, hat aber dafür keine Verantwortung“, kritisiert Kölbl. Die Landwirte würden aber in der Realität sehr viel unternehmen, um das Vermähen von Kitzen zu vermeiden. „Zum einen, weil es Tierleid verursacht, zum anderen auch, weil es im Fall der Fälle auch für ihre Kühe Gesundheitsgefahren birgt“, sagt Kölbl.

So stellen die Bauern vor der Mahd oft Pfähle mit Säcken auf, so dass die Geiß ihr Kitz über Nacht aus dem Feld holen kann. „In Aktionen waren die möglichen Fördermittel innerhalb von Stunden vergeben, so groß war das Interesse der Landwirte, sich um Kitzretter zu bemühen“, erklärt Kölbl. Auch der Einsatz von Drohnen wurde seitens des Bauernverbandes gefördert.

Für den Schutz der Rehkitze werden auch Drohnen eingesetzt

Gerade im Bereich Füssen habe der BBV die Anschaffung von Drohnen finanziell unterstützt. „Damit wird klar, dass den Bauern das Kitz nicht egal ist“, sagt Kölbl. Und fügt an: „Die Landwirte hier wiederholt als Verursacher von getöteten Kitzen darzustellen, wird ihren Bemühungen nicht gerecht.“

Kölbl sei gleichwohl froh darüber, dass es Jäger gebe, die bei der Suche nach gesetzten Kitzen behilflich sind. Denn das Absuchen sei für die Landwirte bei Betriebsgrößen von 50 Hektar oder mehr Grünflächen bei einem Raster von 1,5 Metern nicht einmal ansatzweise denkbar.

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