Impfung gegen Corona in Marktoberdorf

Bewohner im Marktoberdorfer Clemens-Kessler-Haus werden als erste geimpft

100 Impfdosen für das Ostallgäu wurden am Impfzentrum in Marktoberdorf übergeben: (von links) Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner, Alexander Denzel (Kreisverband Ostallgäu des Roten Kreuzes), Norbert Englisch (THW) und Landrätin Maria Rita Zinnecker.

100 Impfdosen für das Ostallgäu wurden am Impfzentrum in Marktoberdorf übergeben: (von links) Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner, Alexander Denzel (Kreisverband Ostallgäu des Roten Kreuzes), Norbert Englisch (THW) und Landrätin Maria Rita Zinnecker.

Bild: Stefan Leonhart/Landratsamt

100 Impfdosen für das Ostallgäu wurden am Impfzentrum in Marktoberdorf übergeben: (von links) Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner, Alexander Denzel (Kreisverband Ostallgäu des Roten Kreuzes), Norbert Englisch (THW) und Landrätin Maria Rita Zinnecker.

Bild: Stefan Leonhart/Landratsamt

Der Regierungspräsident übergibt 100 Impfdosen an die Landrätin. Zinnecker spricht von ihrem schönsten Weihnachtsgeschenk. Wie der Impfzeitplan aussieht.
27.12.2020 | Stand: 16:29 Uhr

Sonntagmorgen, 8.30 Uhr: Das mobile Impfteam steht bereit, die ersten älteren Menschen im Landkreis Ostallgäu zu impfen. Es sind die Bewohner des Clemens-Kessler-Hauses in Marktoberdorf. Zuvor hatte Landrätin Maria Rita Zinnecker die ersten 100 Dosen des Corona-Impfstoffs in Empfang genommen, die dem Landkreis laut dem Verteilungsschlüssel zustanden. (Alle Fragen und Antworten zum Impfstart in Bayern finden Sie hier.)

Im Clemens-Kessler-Seniorenheim lässt sich Anna Langer als erste Freiwillige im Landkreis gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 von Klaus Rieder vom Bayerischen Roten Kreuz impfen. Für die 85-Jährige ist klar, dass sie sich impfen lässt. „Die Impfung ist der erste Schritt zurück in die Normalität, um wieder mehr soziale Kontakte zu bekommen“, freut sie sich. So geht es auch dem Leiter des Hauses, Andreas Hüller. Weiter sagt er: "Durch den Impfschutz ist gewährleistet, dass die größtmögliche Sicherheit gewährleistet ist.“

Für den Arzt ein emotionaler Moment

Die beiden Mediziner Dr. Erika Rössler und Dr. Michael Wanner, sind im Mobilen Impfteam mit dabei. Einen emotionalen Moment sieht Wanner in der Premiere. „Die Impfung ist ein Meilenstein der modernen Medizin“, ist sich der Mediziner sicher. Auch Landrätin Maria Rita Zinnecker sieht den Sonntag als einen möglichen Wendepunkt im Kampf gegen Corona. „Wir haben den Impfstoff und viele Impfwillige. Mich freut es besonders, dass sich gerade in den Einrichtungen für Senioren und Pflegebedürftige viele impfen lassen. Die besonders schutzbedürftigen Gruppen gehen mit guten Beispiel voran. Wenn wir alle nachziehen, ist unser Alltag bald wieder ohne Einschränkungen möglich und wir können die Pandemie besiegen“, appelliert Zinnecker auch an die Bürgerinnen und Bürger. An der Impfstoffmenge wird es nicht scheitern, „wir erhalten regelmäßig Nachschub“, erläutert sie. Das BRK ist nun die nächste Zeit in den Einrichtungen nach dem Impfplan unterwegs.

Impfen in Marktoberdorf: Schrittweise zurück in die Normalität

Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner lieferte den Impfstoff gemeinsam mit einem Transporter des Technischen Hilfswerks beim Impfzentrum des Landkreises Ostallgäu in Marktoberdorf an und verschaffte sich dabei auch einen Eindruck von der Einrichtung. „Nun können wir endgültig starten“, sagte Zinnecker. Auch sie habe diesen Augenblick lange herbeigesehnt. „Die Lieferung des wertvollen Impfstoffes ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk in diesem Jahr. Bedeutet er doch die Chance, dass wir schrittweise wieder in die Normalität zurückkehren können.“

Insgesamt erhielt der Freistaat zum Auftakt 9750 Impfdosen. Sie wurden auf alle 96 Kreisverwaltungsbehörden aufgeteilt. Einzig München erhielt 250 Dosen. In der zweiten Lieferung am Montag, 28. Dezember, sind 97.500 Dosen angekündigt. Weitere über 100.000 sollen bis Jahresende folgen. Auf Schwaben entfallen insgesamt gut 30.000 Dosen.

Zunächst werden ausschließlich Personen mit der höchsten Priorität geimpft, die besonders schutzbedürftig sind. Dabei handelt es sich um Menschen, die in einem Senioren- und Pflegeheim wohnen oder arbeiten, Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko tätig sind – insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen oder in Rettungsdiensten -, Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen betreuen und Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben. Diese werden laut Landratsamt persönlich über die Möglichkeit zur Impfung informiert.

Impfzentrum in Marktoberdorf geöffnet: „Großartiges geleistet“

Die Impfzentren werden nach einer Ankündigung von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml voraussichtlich Mitte Januar ihren Betrieb aufnehmen. „Die schwäbischen Kreisverwaltungsbehörden haben mit dem kurzfristigen Aufbau der Impfzentren Großartiges geleistet. Das macht mich zuversichtlich, dass auch die Impfmaßnahmen erfolgreich verlaufen und ihren wichtigen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten werden“, sagte Lohner beim Besuch in Marktoberdorf.

Die beiden Impfzentren in Marktoberdorf und in Kaufbeuren werden vom Kreisverband Ostallgäu des Bayerischen Roten Kreuzes betrieben. Eine Terminvereinbarung an beiden Stellen ist noch nicht möglich. Der Zeitpunkt, ab dem dies der Fall sein wird, wird rechtzeitig öffentlich bekannt gegeben.

Wir berichten in unserem Newsblog zur Corona-Lage im Allgäu und der Welt.