Tierische Baustellen

Ein Biber hält Ruderatshofen auf Trab - und ist nicht das einzige tierische Problem

Die Gemeinde Ruderatshofen hat sich mit einem Biber beschäftigt, der sich in einem Rohr eingenistet hat.

Die Gemeinde Ruderatshofen hat sich mit einem Biber beschäftigt, der sich in einem Rohr eingenistet hat.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Die Gemeinde Ruderatshofen hat sich mit einem Biber beschäftigt, der sich in einem Rohr eingenistet hat.

Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Ein Biber beschäftigte die Gemeinde Ruderatshofen. Er stellt eine Gefahr für den Damm dar. Es ist nicht das einzige tierische Problem, das die Gemeinde hat.
08.08.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Für Fledermäuse gilt ein besonderer Schutz. Deshalb hat sich der Gemeinderat von Ruderatshofen noch einmal mit Stellungnahmen zum Bebauungsplan Im Weitfeld befasst. Es waren nur noch einige wenige Stellungnahmen von den Trägern öffentlicher Belange gekommen, die Abwägungen nötig machten. Dazu zählten die nochmaligen Äußerungen der Unteren Naturschutzbehörde beim Landratsamt. Sie forderte Nistkästen für die geschützten Tiere. Die Baufirma Hubert Schmid wird sie einrichten. Die Untere Bodenschutzbehörde wiederholte, dass keine Altlasten zu erwarten seien. Und die Telekom wies mit einer Standardbemerkung auf die Standortsituation hin. Private Einwendungen waren nicht eingegangen. Der Rat berücksichtigte die abgewogenen Punkte.

Neue Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet Ruderatshofen

Den Neubau und Umbau der Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet hatte das zurückgetretene Ratsmitglied Werner Weiß bereits in der vergangenen Sitzung ausführlich und detailreich vorgetragen. Nun kam die Frage auf, ob vorsichtshalber ein Leerrohr für die Telekommunikation mit eingezogen werden sollte. Das forderte Ratsmitglied Franz Popp, allerdings sollten noch keine Hausabzweiger mit verlegt werden. „Damit würden wir dann aber in der Bundesliga spielen“, wehrte auch Bürgermeister Johann Stich ob des riesigen finanziellen Bedarfs ab: „Wir reden da schnell von einer halben Million Euro.“ So beschloss das Gremium, den Vorschlag der Firma Lechwerke-Verteil-Netz (LVN) anzunehmen: Die Beleuchtung im Bereich Apfeltrang kostet rund 14.500 Euro – wobei die Kosten für den Tiefbau von der LVN übernommen werden –, die Beleuchtung im Ruderatshofener Ortsgebiet rund 41.400 Euro. Die Kosten für die Breitbandleerrohre machen etwa 13.000 Euro aus.

Poststraße wird saniert

„Bevor mehr kaputt ist“, soll laut Bürgermeister Johann Stich ein Teilbereich der Poststraße saniert werden. Der Vorschlag sei vom Bau- und Umweltausschuss gekommen. Die 115 Quadratmeter könne man mit bitumiertem Glasgittergewebe ausbessern. Da die Baufirma Xaver Schmid ohnehin vor Ort sei, spare sich die Kommune die Kosten einer Baustelleneinrichtung. Abschließend soll eine vier Zentimeter dicke Deckschicht aufgetragen werden. Die über- und außerplanmäßigen Ausgaben von rund 17.000 Euro genehmigte der Gemeinderat im Nachhinein – und auf Wunsch der Aufsichtsbehörde somit zeitnah. Lediglich die Erhöhung der Fernwärmekosten von kalkulierten 9000 Euro auf tatsächlich benötigte 14.700 Euro war dem Ratsmitglied Christian Schmölz unerklärlich. Dabei, so Schmölz, sei doch die Schule im Lockdown gewesen. Bürgermeister Stich sagte zu, dieser Kostensteigerung nachzuspüren.

Baubeginn der Ortsumfahrung Ruderatshofen: Warum das so lange gedauert hat

Stich und seine Stellvertreterin Andrea Euband teilten sich die Mitteilung: Ein Biber habe sich im Gemeindegebiet in einem Schacht beziehungsweise in einem Rohr eingenistet, was zu einem Wasserstau führen könnte. Laut Biberbeauftragtem stelle der Biber eine Gefahr für einen Damm dar. Die Abfanggenehmigung sei erteilt worden.

Gemeinderat stimmt für die Sanierung des Bahnwärterhäuschens

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Das alte und marode Bahnwärterhäuschen soll saniert werden. Die Münchener Antragsteller haben das Anwesen von der Bahn erworben und wollen es für eine junge Familie herrichten. Die neue Doppelgarage soll ein begrüntes Flachdach erhalten, anschließend soll Richtung Hauptgebäude ein Schuppen erstellt werden. Das alte Gebäude wird saniert. Dieser Revitalisierung des Anwesens stimmte das Gremium einhellig zu.

Für das zurückgetretene Gemeinderatsmitglied Werner Weiß von der Freien Wähler Vereinigung wurde ein Nachrücker gesucht. Der gemäß Kommunalwahl erste Nachrücker winkte ab. So vereidigte Bürgermeister Stich nun den zweiten Nachrücker Sebastian Freidel als neues Mitglied des Ruderatshofener Gemeinderates. Der verheiratete 48-Jährige hat zwei Kinder und arbeitet als Krankenpfleger beim Bezirk Schwaben, wie Stich das neue Gremiumsmitglied vorstellte.

Ruderatshofens Bürgermeister Johann Stich (links) vereidigte Sebastian Freidel als Nachrücker für den zurückgetretenen Werner Weiß im Gemeinderat.
Ruderatshofens Bürgermeister Johann Stich (links) vereidigte Sebastian Freidel als Nachrücker für den zurückgetretenen Werner Weiß im Gemeinderat.
Bild: Anton Reichart

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