Diakonweihe

Bischof Bertram Meier weiht Ostallgäuer zum Diakon: "Mach was draus!"

Durch ein Gebet und Handauflegung weihte Bischof Dr. Bertram Meier Herbert Kramert zum Diakon. Der Gottesdienst fand in Augsburg statt. Im nächsten Jahr möchte Kramert die Priesterweihe empfangen.

Durch ein Gebet und Handauflegung weihte Bischof Dr. Bertram Meier Herbert Kramert zum Diakon. Der Gottesdienst fand in Augsburg statt. Im nächsten Jahr möchte Kramert die Priesterweihe empfangen.

Bild: pba/Annette Zoepf

Durch ein Gebet und Handauflegung weihte Bischof Dr. Bertram Meier Herbert Kramert zum Diakon. Der Gottesdienst fand in Augsburg statt. Im nächsten Jahr möchte Kramert die Priesterweihe empfangen.

Bild: pba/Annette Zoepf

Bischof Bertram Meier ernennt Herbert Kramert aus Ruderatshofen zum Diakon. Bei der Messe in Augsburg richtet er eine besondere Botschaft an den Ostallgäuer.
10.05.2022 | Stand: 04:00 Uhr

Herbert Kramert aus Ruderatshofen (Ostallgäu) ist am Wochenende zum Diakon geweiht worden. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes ernannte Bischof Dr. Bertram Meier den 52-Jährigen. „Machen Sie was draus! Veruntreuen Sie das Wort Gottes nicht!“, lautete die Botschaft, die der Bischof für den frischgeweihten Diakon hatte. (Lesen Sie dazu auch: „Das hat uns zu Tränen gerührt“: Unterthingauer Pfarrer holt ukrainische Flüchtlinge ab)

"Mit der Übergabe wird der Diakon eingeflochten in das Netz der kirchlichen Tradition"

Herbert Kramert stammt ursprünglich aus der Pfarrei St. Jakobus maj. in Ruderatshofen. Seit September 2020 ist er als Diakonspraktikant in der Pfarreiengemeinschaft St. Ulrich und Afra sowie St. Anton in Augsburg tätig – dort fand am Samstagmorgen auch die Diakonweihe statt, bei der Bischof Meier das Evangelienbuch an Kramert übergab. Dabei erinnerte Meier an den lateinischen Ursprung des Wortes Übergabe – „traditio“: „Mit der Übergabe wird der Diakon eingeflochten in das Netz der kirchlichen Tradition. Tradition ist nichts Statisches, sondern gewachsen, lebendig“, sagte er. Tradition sei daher auch nichts Willkürliches. Tradition bürge für Treue. „Mit der Weihe lassen wir uns einbetten in den Strom der Tradition der Kirche.“

Der nächste Schritt für Kramert ist die Priesterweihe

Kramert hat sich nun voll und ganz der Kirche verschrieben. Im kommenden Jahr möchte der Ostallgäuer die Priesterweihe empfangen. Kramert war nach dem Hauptschulabschluss zunächst als Maschinenschlosser und Elektriker tätig, ehe er im dritten Bildungsweg seiner geistlichen Berufung in Lantershofen (Rheinland-Pfalz) nachging und dort Theologie studierte.

Das Evangelium, das Bischof Bertram dem neuen Diakon aushändigte, sei nicht nur ein Buch aus mit Goldschnitt und Ledereinband. Der Bischof: „Ich gebe das Wort Gottes in seine Hände; ich lege ihm das Wort Gottes ans Herz.“ Der Bischof erklärte den tieferen Sinn, der hinter diesem Ritus steckt: Das Wort Gottes sei das täglich Brot. „Lesen Sie in der Heiligen Schrift, beten Sie treu das Brevier, das ja wesentlich aus Psalmen und Hymnen besteht. Ihr Grundnahrungsmittel sei Gottes Wort“, sagte er zu Kamert.

Die Aufgabe des Diakons: Das Echo Jesu Christi sein

Das fleischgewordene Wort, so der Bischof weiter, sei mehr als das, was zwischen zwei Buchdeckel passe: „Es lässt sich nicht in oft enge und selbstgemachte Systeme pressen; es ist nicht unser Machwerk, sondern göttliche Vorgabe. Betrügen wir die Menschen nicht um die Wahrheit, die frei und ehrlich macht. Helfen wir Ihnen, zu sich selbst zu finden“, forderte Meier. Der Bischof sieht die Aufgabe des Diakons weniger darin durch Rhetorik zu glänzen, sondern das Echo Jesu Christi zu sein.

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In diesem Hinblick hatte Bischof Bertram einen besonderen Ratschlag für Kramert: „Unser Angebot ist größer als wir: Jesus Christus, dessen Wort ich Ihnen übergeben darf. Passen Sie es nicht einfach stromlinienförmig an – und denken Sie immer daran: An Ihrem Leben, an Ihrem Zeugnis, an Ihrer Vertrauenswürdigkeit werden Sie gemessen.“ Der Diakon soll Zeuge sein. Wenn er nicht glaubwürdig ist, braucht er gar nicht erst anzutreten, sagte Bischof Meier, der Kramert feierlich die Hand auflegte.

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