Jahreskonzert in Obergünzburg

Blasorchester Obergünzburg begeistert 280 Zuhörer

Blasorchester

Sehr viele Musikerinnen und Musiker aus Obergünzburg wurden für Jubiläen und erfolgreiche Musikprüfungen von Vertretern des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) bei dem Jahreskonzert in der Günztaler Marktgemeinde geehrt.

Bild: Michael Bauer

Sehr viele Musikerinnen und Musiker aus Obergünzburg wurden für Jubiläen und erfolgreiche Musikprüfungen von Vertretern des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM) bei dem Jahreskonzert in der Günztaler Marktgemeinde geehrt.

Bild: Michael Bauer

Blasorchester, Jugendkapelle und Dreamteam begeistern ihr Publikum in Obergünzburg. Zu Recht, erleben die 280 Zuhörer doch einen an Höhepunkten reichen Abend.
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Von Michael Bauer
30.10.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Es war eigentlich so wie immer: Geschätzte 280 musikbegeisterte Zuhörer strömten in den Hirschsaal in Obergünzburg, um das Jahreskonzert des Blasorchesters mit seinen Nachwuchsorchestern zu erleben. Und sie genossen einen Abend voller Höhepunkte.

Dreamteam: Hochmotiviert legen die jüngsten Musiker mit "Transformers" los

Die jungen Musiker des Dreamteams begannen mit der Eröffnungsmusik von Franz Watz. Es folgten der „Chattanooga Choo Choo“, „Join the Band“ und ein Auszug der Filmmusik von „Transformers“ in einem Arrangement von Alexander Pfluger. Sicher geführt von ihrer hellwachen Dirigentin Christine Heinle legten die jungen Musiker motiviert los und zeigten, dass in den wenigen möglichen Proben auch im Nachwuchsbereich Hervorragendes geleistet wurde.

Die Schlagzeuggruppe schuf ein sicheres rhythmisches Korsett, in dem kräftige Tuben, klasse Trompeten sowie Hörner und Querflöten prima zusammenfanden und mit ihrer Spielfreude begeisterten.

Jugendkapelle: Schmissiger Einstieg mit schmetternden Trompeten und jubilierenden Querflöten

Danach übernahm die Jugendkapelle die Bühne. Mit einem schmissigen Einstieg (Allgäu 1706) wussten die Jugendlichen gleich zu überzeugen: sanfte Klarinetten, jubilierende Querflöten und schmetternde Trompeten prägten den Klang.

Auch diese Altersgruppe hatte sich ein Stück der Filmmusik von Transformers“ herausgesucht, hier im Arrangement von Jirka Kadlec. Nach dem wabernden Beginn wurde zu schnell das volle Register gezogen. Hier und auch an anderer Stelle hätten sich Dirigent Florian Havelka und seine Bläser etwas mehr Zeit lassen können, die Dramatik auf- und auszubauen. Dennoch gelang gerade der volle Orchesterklang mit ausgezeichneter Intonation, kraftvoll, homogen.

Bei "The Lion King" und anderen Stücken brillieren die jungen Solisten

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In „La Virgen de la Macarena“ brillierten die Solisten: Daniel Buhmann (Klarinette) setzte mit feinfühliger Intonierung Akzente, Tobias Lerf (Trompete) setzte sich gewandt und mit glasklarem Ansatz gegen das begleitende Orchester durch. Auch in „Schmelzende Riesen“ und „The Lion King“ führte Havelka seine noch junge Truppe spritzig und mit Elan durch rhythmische Klippen und formte die Einzelregister zu einem sehr gut austarierten harmonischen Miteinander.

Nach der Pause hatte Christian Eiband, der 2020 das Dirigentenamt beim Blasorchester Obergünzburg übernahm, seinen ersten Auftritt beim Jahreskonzert.

Blasorchester Obergünzburg: Fulminanter Auftakt mit Carl Orffs Carmina Burana

Mit einer Passage aus Carl Orffs Carmina Burana setzte das Blasorchester einen fulminanten Auftakt: Die Zwiegespräche zwischen den Registern, dynamische Abstufungen, konsequente Abphrasierungen, stimmungsvolle Passagen oder exzentrisches Forte: Alles schien den Musikern mühelos zu gelingen. Zum Repertoire gehörten knackige Einwürfe, schwungvolle Melodien, melancholische Stellen, schrille Klänge, schwere Bässe, luftige Flöten, verführerische Klarinetten, perlendes Schlagwerk. Aber auch durch Steigerung und Entspannung, Wechsel zwischen Tutti und Solo, wuchtige Impulse, Drama und sanftes Wehen zog das Orchester die Zuhörer in Bann.

Mit höchster Konzentration wurden auch die Disharmonien und rhythmischen Verschiebungen in der Suite von Philip Sparke gespielt. In „Moment for Morricone“ war die Spannung zum Greifen nahe, die Komponist Ennio Morricone Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ verliehen hat. Nach dem Schlussakkord von Cinderella (Arr. Eiji Suzuki) entlockte das begeisterte Publikum dem Blasorchester noch zwei Zugaben, ehe die Bühne endgültig geräumt wurde.

Ehrungen: ASM-Vertreterin lobt hochklassige Qualität von allen drei Orchestern in Obergünzburg

Bei dem Konzert wurden auch einige Jubiläen und erfolgreiche Musikprüfungen gewürdigt. Die Ehrungen nahmen die stellvertretende Präsidentin des ASM, Centa Theobald, und Bruno Gantner vom ASM-Bezirk 4 Marktoberdorf vor.

Theobald zeigte sich sehr angetan von der hochklassigen Qualität der Ensembles und verwies darauf, dass die Musik nicht nur vom Ohr wahrgenommen wird, sondern vor allem das Herz anstimmt. Blasmusik, so Theobald, verbinde Generationen und überwinde soziale Grenzen:

Das Ehrenamt leiste einen unschätzbaren Wert für das Zusammenleben. Theobald würdigte auch die enorme Arbeit, die ein Konzert bedeutet, und hob besonders die Nachwuchsarbeit von Christine Heinle und Florian Havelka hervor. Laut Gantner ist jeder einzelne Euro für die Ausbildung der jungen Musiker sehr sinnvoll investiert.

Auch der rührige Vorstand Andreas Steck und der neue Dirigent Eiband erhielten großes Lob.

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