Bundestagswahl

Schon jetzt ein Rekord bei der Briefwahl in Marktoberdorf

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Schon jetzt steht fest: Es muss viel gezählt werden. Die Zahl der Briefwähler ist enorm gestiegen.

Bild: Andreas Filke

Schon jetzt steht fest: Es muss viel gezählt werden. Die Zahl der Briefwähler ist enorm gestiegen.

Bild: Andreas Filke

Deutlich mehr Wahlberechtigte in Marktoberdorf setzen ihre Kreuzchen zu Hause. Damit liegt die Wahlbeteiligung schon bei über 50 Prozent. Was die Stadt überlegt.
17.09.2021 | Stand: 14:11 Uhr

Bereits eine Woche vor Öffnung der Wahllokale zur Bundestagswahl steht fest: Die Wahlbeteiligung wird in Marktoberdorf bei über 50 Prozent liegen. Denn schon jetzt hat fast die Hälfte der Wahlberechtigten ihre beiden Kreuzchen gesetzt: per Briefwahl.

Der Trend, der sich bereits bei den vergangenen Wahlen abgezeichnet hat, setzt sich fort. Die Möglichkeit, zu Hause am Küchen- oder Wohnzimmertisch in Ruhe abzustimmen, wird auch in Marktoberdorf immer beliebter. Von rund 13 500 Wahlberechtigten haben bis Freitag schon rund 6200 Frauen und Männer ihren Stimmzettel ausgefüllt. Bei der Wahl zum Bundestag vor vier Jahren waren es insgesamt nur 3860, sagt Sebastian Thier vom städtischen Ordnungsamt. Damals betrug die Wahlbeteiligung in der Stadt 79,5 Prozent. Nun aber liegt noch eine Woche vor den Wahlberechtigten, in denen sie die Briefwahl beantragen können.

Marktoberdorf setzt auf leichte Software für Anträge

Der Verfahren ist einfach. Auf der Wahlbenachrichtigung findet sich ein QR-Code. Der wird mit dem Handy oder Tablet gescannt und schon kommt der Verweis auf die Wahlseite der Stadt. Dort ist im Formular der Name des Antragstellers oder der -stellerin samt Anschrift und Geburtsdatum eingetragen. Es muss nur die E-Mail-Adresse hinzugefügt werden und dann wird das Formular abgeschickt. Die Wahlunterlagen kommen ein paar Tage später per Post ins Haus. Das war’s. Diese Software habe sich bereits bei den vergangenen Wahlen sehr bewährt, sagt Thier. Wer den Antrag nicht auf elektronischem Weg stellen will, kommt ins Rathaus und kann sich den Wahlumschlag dort persönlich abholen.

Am bisherigen Spitzentag, dem 6. September, nutzten 1250 Wahlberechtigte eines der beiden Verfahren. Das Wahlpersonal samt Auszubildenden sei in einer solchen Hochzeit sehr gefordert, sagt Thier. In den vergangenen Tagen sei die Nachfrage nach Briefwahlunterlagen allerdings wieder „deutlich abgeflacht“. Er rechnet aber noch einmal mit einem leichten Anstieg in der Woche vor der Wahl.

Grundsätzlich, sagt er, werde die Briefwahl immer beliebter – egal wie viele Kreuze zu machen sind. In diesem Jahr vermutet er, dass mancher wie im vergangenen Jahr bei der Kommunalwahl wegen der Corona-Pandemie lieber zu Hause wählt. Wer jedoch das für ihn zuständige Wahllokal aufsuchen will, für den gilt die bekannte Hygiene-, nicht aber die 3G-Regel.

Es gibt in Marktoberdorf deutlich mehr Briefwahlbezirke

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Wie bereits im vorigen Jahr gibt es m Stadtgebiet weniger Wahllokale, weil eben die Briefwahl immer beliebter wird. Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren hatten in der Stadt und in den Ortsteilen 23 Urnenwahllokale geöffnet. Diesmal sind es 16. Stattdessen ist die Zahl der Briefwahlbezirke von sechs vor vier Jahren auf zwölf gestiegen. Auf diese Weise soll das Auszählen der Stimmen besser auf die Ehrenamtlichen verteilt werden.

Weil eben der Anteil der Briefwähler immer mehr steigt, gibt es Überlegungen, noch mehr Wahlbezirke im Stadtzentrum – nicht in den Stadtteilen – zusammenzulegen. Bis das jedoch möglicherweise umgesetzt wird, ist es noch etwas Zeit. Die nächste Wahl nach dieser Bundestagswahl ist erst im Herbst 2023. Dann entscheiden die Wählerinnen und Wähler über einen neuen Landtag und Bezirkstag.