Bundestagswahl 2021 - Allgäuer Direktkandidat/in

Christian Armster (Die Partei): Mit Satire in den Bundestag?

Christian Armster tritt für die Die Partei an. Wo für den Obergünzburger die Grenzen des Humors liegen.

Christian Armster tritt für die Die Partei an. Wo für den Obergünzburger die Grenzen des Humors liegen.

Bild: Die Partei

Christian Armster tritt für die Die Partei an. Wo für den Obergünzburger die Grenzen des Humors liegen.

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Der Obergünzburger Christian Armster will für Die Partei ins Parlament. Sollte das tatsächlich passieren, sei das ein „Betriebsunfall“. Warum Humor wichtig ist.
08.09.2021 | Stand: 12:15 Uhr

Christian Armster liebt Humor. Deshalb sind zwei Dinge nicht verwunderlich: Er tritt für die Satire-Partei Die Partei als Bundestagskandidat für den Ostallgäuer Wahlkreis 257 an. Und nach dem Gespräch mit unserer Redaktion fügt der Obergünzburger noch per Mail an: „Noch ein kurzer Einwurf für meinen Schlusssatz, den ich liebe – als Koch kann ich allen Politikern nur empfehlen: einfach mal die Kresse halten.“ Warum der 52-Jährige für den Bundestag kandidiert, was er Menschen antwortet, die die Satire-Partei kritisch sehen und ab wann die Sacharbeit beginnt.

Die Partei: Provokative Wahlplakate

Die Partei fällt immer wieder mit utopischen Wahlslogans und provokativen Wahlplakaten auf: Ein Punkt des Wahlprogramms fordert beispielsweise „Wirecard für alle“. Menschen ohne Einkommen und Vermögen können damit bezahlen, was immer sie wollen, so die Erklärung. Das ist nur einer von vielen Punkten. Auch regional gibt es ein Wahlprogramm. Armster sagt zwar, das werde noch überarbeitet und sei schon älter, aber auf der Homepage der Ostallgäuer Gruppe steht Mitte August beispielsweise: „Eine Mauer um Kaufbeuren bauen! Für mehr Verkehrssicherheit im Ostallgäu!“

Die Partei wurde 2004 von Redakteuren des Satire-Magazins „Titanic“ gegründet. Bekannt ist sie durch den Vorsitzenden Martin Sonneborn, der es bis ins Europa-Parlament geschafft hat. Sie hat aber noch andere prominente Vertreter, wie beispielsweise den Kriminalbiologen Mark Benecke.

Auch wenn ein Sitz im Bundestag unwahrscheinlich ist, gibt es dennoch kritische Stimmen: Plätze von Menschen, die sich tatsächlich politisch engagieren, würden von Witzbolden besetzt. Armster, der sich selbst als Politikclown bezeichnet, hält dagegen: Wenn es tatsächlich „Betriebsunfälle“ gibt, wie er es nennt, und jemand gewählt werde, beginne die Sacharbeit. Die Partei sei durch alle Schichten vernetzt und nehme die Verantwortung eines Mandats ernst.

In München Ausbildung gemacht

Der gebürtige Weimarer ist in der DDR aufgewachsen: Nach eigenen Angaben sei er dort mit dem Regime, das er ablehnt, angeeckt. Nach dem Mauerfall kam er nach München, um dort eine Ausbildung zum Restaurantfachmann abzuschließen.

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Nach eigenen Angaben hat er die Welt gesehen, war über 20 Jahre lang als Koch unter anderem auf Expeditionsschiffen unterwegs. Heute betreibt er eine Wirtschaft in Obergünzburg. Durch Humor werden die Dinge erträglicher, sagt Armster. Und es sei wichtig, alles sagen zu dürfen und nach seinem Gewissen zu handeln. Gibt es eine Grenze? „Es darf nicht menschenverachtend sein“, sagt der 52-Jährige, der im Gespräch immer wieder betont, dass er für rechte Positionen und ausgrenzendes Gedankengut „absolut nichts übrig“ hat.

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