Hebammen-Aktion im Ostallgäu

Von Hygieneauflagen bis Onlinekurse: Wie Corona den Hebammenalltag verändert

Mit einer Aktion zum Tag der Hebamme am 5. Mai wollen Allgäuer Hebammen auf ihre Situation in der Corona-Pandemie aufmerksam machen.

Mit einer Aktion zum Tag der Hebamme am 5. Mai wollen Allgäuer Hebammen auf ihre Situation in der Corona-Pandemie aufmerksam machen.

Bild: Hebammen

Mit einer Aktion zum Tag der Hebamme am 5. Mai wollen Allgäuer Hebammen auf ihre Situation in der Corona-Pandemie aufmerksam machen.

Bild: Hebammen

Zum Tag der Hebamme machen Ostallgäuer Geburtshelferinnen auf ihre Arbeit in der Pandemie aufmerksam. Welchen Herausforderungen sich die Frauen stellen.
05.05.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Die Pandemie stellt Hebammen im Alltag vor neue Herausforderungen. Hohe Hygieneauflagen, eingeschränkte Kontaktzeiten, die Umstellung auf Onlinekurse und die Arbeit mit digitalen Medien prägen den Hebammenalltag seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie. Daran erinnern Allgäuer Hebammen zum Internationalen Tag der Hebamme am 5. Mai.

Zu diesem Anlass haben sie sich eine Aktion einfallen lassen: ein gelber Button auf Autos, Internetseiten und Plakaten in Praxen. „Hebammen unter allen Umständen für Dich da“ ist die Nachricht auf den Buttons. Die Aufkleber und Plakate sollen deutlich machen: Als medizinische Fachkräfte seien Hebammen ein verlässlicher Kontakt in der Krise, um Frauen, Kinder und Familien während der Corona Zeit zu versorgen und zu begleiten.

Die Corona-Pandemie verändert die Arbeit von Ostallgäuer Hebammen

Die Pandemie habe ihre Arbeit stark verändert, betonen die Hebammen. So mussten sie die Vor- und Nachsorgekurse seit Ende März 2020 online anbieten, da Präsenzveranstaltungen untersagt waren. Es sei viel Improvisation vonnöten gewesen, um die Kurse weiterzuführen – und auch viel Entgegenkommen, denn die Vergütung von Onlinekursen musste vom Hebammenverband erst verhandelt werden.

Die Hebammen waren auch bei der Begleitung junger Familien gezwungen, kurzfristig auf virtuelle Kontakte und Beratungen umzustellen, sagt Hanni Graf aus Obergünzburg, Hebamme und Kreissprecherin für das Ostallgäu und Kaufbeuren. Zusätzlich zu einem Arbeitsalltag, der geprägt sei von dauernder Bereitschaft, direktem Kontakt und persönlichem Einsatz. „Gerade in diesen Zeiten wird von den Hebammen besonderer Einsatz gefordert, um sicherzustellen, dass Frauen vor, während und nach der Geburt nicht alleine gelassen werden“, sagt Graf. „Sie brauchen die Betreuung und den Beistand durch Hebammen, da die Verunsicherung durch die Pandemie sehr hoch ist.“

Nach wie vor mangle es an Bewusstsein dafür, dass Hebammen medizinische Fachkräfte sind. Nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts gelten Hebammen als systemrelevant. Trotzdem mussten sie teilweise immer wieder neu mit den Gesundheitsämtern vor Ort verhandeln, heißt es von den Allgäuer Hebammen. Auch darüber, ob die Hebammen in den Bayerischen Krisenstab aufgenommen werden, wurde lange verhandelt.

Ostallgäuer Hebammen sind "Unter allen Umständen für Dich da"

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat bereits das Jahr 2020 zum „Jahr der Pflegenden und Hebammen“ ausgerufen und dieses nun bis ins Jahr 2021 verlängert. Diese Entscheidung macht die Bedeutung der Arbeit deutlich, die beide Berufsgruppen in der Pandemie leisten.

Im Allgäu gibt es seit Langem eine Hebammengruppe, die ihre regelmäßigen Treffen nun virtuell veranstaltet. Mitgliederversammlungen und der fachliche Austausch seien in diesen Zeiten dringend nötig. Über diese Gruppe organisieren freie Hebammen Vertretungen in Quarantänefällen und füllen so Versorgungslücken.

Zusätzlich gibt es seit eineinhalb Jahren das Hebammen Netzwerk Kempten-Oberallgäu. Das Netzwerk soll die Zusammenarbeit der Allgäuer Hebammen stabilisieren und noch weiter ausbauen. Außerdem gibt es damit erstmals im Allgäu eine direkte Anlaufstelle für Frauen, die auf Hebammensuche sind. „Unter allen Umständen für dich da“ ist auch in Corona-Zeiten das Motto der Hebammen.

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