Turnier in Lengenwang

Darum reiten die Lengenwanger beim Turnier für Emma

Rund 850 Besucher verfolgten das 33 Geschicklichkeitsreiten und -fahren der Pferdefreunde Lengenwang und Umgebung. In dieser Szene meistert Konstantin Stahl aus Steingaden mit seinem Pferd Spitzbub ein Hindernis.

Rund 850 Besucher verfolgten das 33 Geschicklichkeitsreiten und -fahren der Pferdefreunde Lengenwang und Umgebung. In dieser Szene meistert Konstantin Stahl aus Steingaden mit seinem Pferd Spitzbub ein Hindernis.

Bild: Gwendolin Sieber

Rund 850 Besucher verfolgten das 33 Geschicklichkeitsreiten und -fahren der Pferdefreunde Lengenwang und Umgebung. In dieser Szene meistert Konstantin Stahl aus Steingaden mit seinem Pferd Spitzbub ein Hindernis.

Bild: Gwendolin Sieber

Das Geschicklichkeitsreiten und -fahren in Lengenwang gilt in der Umgebung als einmalig. Um was es diesmal ging und welchen sozialen Zweck das Turnier verfolgt.
03.09.2022 | Stand: 15:06 Uhr

„Es war eine super Veranstaltung bei herrlichem Wetter, die wieder sehr gut angekommen ist“, berichtete Bettina Czernoch, zweite Vorsitzende der Pferdefreunde Lengenwang und Umgebung, voller Freude. Dieses Lob kam von Teilnehmern und Besuchern beim 33. Geschicklichkeitsreiten und -fahren in Lengenwang. Das beliebte Turnier stand diesmal ganz unter dem Motto „Reiten für Emma“ (Lesen Sie auch: Wie ein tragischer Unfall das Leben einer Familie völlig auf den Kopf stellt).

Es gab beim Schnapszahl-Turnier viele Neuheiten. Der Gründervater des Reitvereins und ehemalige Vorsitzende Franz Arnegger durfte das Turnier als Ehrenvorsitzender von den Zuschauerrängen und damit einmal von der anderen Seite erleben. Mit Stolz blickte er auf die Vize-Vorsitzende Czernoch, die das Turnier in Vertretung des erkrankten Vorsitzenden Siegfried Schmeiser souverän leitete.

Die neue Zeit für das Pferdeturnier in Lengenwang hat sich bewährt

Außerdem war der Beginn in diesem Jahr nicht wie üblich um 13 Uhr, sondern wurde aus organisatorischen Gründen auf 11.30 Uhr vorverlegt. Aufgrund der positiven Resonanz soll dies laut Czernoch auf jeden Fall so beibehalten werden. Werbung sei heuer zusätzlich über die sozialen Medien gemacht worden, was „viele neue Gesichter“ angezogen habe, vor allem im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.

Das Turnier war wie in der Vergangenheit mit 67 Startern (19 Fahrer, 41 Reiter, sieben Jump and Drive) ausgebucht. Die Veranstaltung sei deshalb so beliebt, weil es laut Czernoch in der näheren Umgebung nichts Vergleichbares für Freizeitreiter gibt.

Eine Premiere hatte auch Bettina Filary, die die rund 850 Besucher mit ihrer Ansage gekonnt durch den Tag führte. Sie trat die Nachfolge von Manfred Happ (2011 bis 2019) und dem 2011 verstorbenen Altbürgermeister Heinrich Hutter (von Beginn bis 2010) an. Besondere Pferderassen gab es in diesem Jahr zu bewundern: Mini-Shetty, Traber und Murgese.

Erlös der Spendenaktion geht an verunglückte Emma

Für die im Urlaub mit ihren Eltern bei einem unverschuldeten Autounfall schwerst verunglückte Emma aus Wald war eine Spendenbox aufgestellt worden. Außerdem gab es zahlreiche Spenden von Firmen und Geschäften aus Lengenwang, Wald und Umgebung, deren Logos an großen Stellwänden zu sehen waren. Dort zeigten Fotos, welche Fortschritte Emma bei den Reittherapiestunden bei Julia Roth aus Lengenwang macht. Mit den Spenden sollen ihr nun auch von Seiten des Vereins Therapiestunden ermöglicht werden. Die genauen Spendensumme stand am Abend der Siegerehrung noch nicht fest.

Das Turnier begann mit der Disziplin „Fahren“. Die zwölf Einspänner und neun Zweispänner mussten auf 379 Metern insgesamt 13 Kegelpaare meistern. Jeder Abwurf einer auf einem Stecken aufgelegten Kugel bedeutete fünf Strafsekunden für den Fahrer und sein Pferd. Wurde ein Hindernis ausgelassen, kostete dies weitere 20 Strafsekunden. Bei den je 20 Zentimetern Abstand zu den Pylonen war beim Fahrer und seinem Beifahrer höchste Konzentration und Genauigkeit gefragt. Eine top Zeit hatte dabei Lisa Dietmayer aus Mittelneufnach mit ihrem Pferd Snoopy (1:29,38 Minuten).

Was Reiter und Kutscher beim Turnier mit ihren Pferden bewältigen müssen

Bei den Reitern galt es anschließend, neun Geschicklichkeitsstationen zu bewältigen: vom Slalom durch mit bunten Bändern behangenen „Hoizen“, über Stangengassen, die vorwärts und rückwärts passiert werden mussten, bis hin zum zielgenauen Wurf eines Balles. Bei der Station „Schilder aufhängen“ erinnerte der Verein mit drei Tafeln an den Spendenzweck „Reiten für Emma“. Die beste Reit-Zeit hatte Stefanie Nürnberger aus Rettenbach am Auerberg mit ihrem Pferd Judio. Beim Zieleinlauf mussten sowohl die Fahrer als auch die Reiter eine Glocke läuten.

So richtig zur Sache ging es beim dritten Programmpunkt, dem Jump and Drive. Der Reiter ging an den Start und absolvierte mit seinem Pferd drei Sprünge (Kreuz-, Mauer-, Steilsprung). Danach rannte der Reiter mit einer Fahne zu Fuß zur bereits wartenden Kutsche. Gemeinsam mussten dann noch fünf Kegelhindernisse durchfahren werden. Sieben Paarungen gingen an den Start. Dabei setzte sich die Frauenpower auf die ersten drei Tabellenplätze.

Bei der Siegerehrung einige Tage später im Gasthaus Goldner Adler wurde den Erstplatzierten jeweils ein Pokal überreicht. Alle Teilnehmer durften für ihren Vierbeiner einen Einheitspreis auswählen: ein Pferdeshampoo, ein Mähnen- oder ein Fliegenspray. Mit kurzen Filmen vom Auf- und Abbau und vielen Bildern vom Turnier wurde die Siegerehrung zu einem kurzweiligen Abend.

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