Obergünzburg

Das Mangoldhaus in Obergünzburg soll saniert werden

Mangoldhaus

Das Mangoldhaus in Obergünzburg will die Marktgemeinde sanieren und in das angrenzende Museumsareal integrieren.

Bild: Hermann Knauer

Das Mangoldhaus in Obergünzburg will die Marktgemeinde sanieren und in das angrenzende Museumsareal integrieren.

Bild: Hermann Knauer

Das war Thema im Marktgemeinderat- Außerdem wollen die Schützenvereine von der Gemeinde Geld über entgangene coronabedingte finanzielle Ausfälle.
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Von Thomas Schneele
13.07.2020 | Stand: 16:22 Uhr

Der Obergünzburger Marktrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Sanierung des Mangoldhauses befasst. Das mitten im Ortszentrum von Obergünzburg gelegene Gebäude befindet sich seit Dezember 2018 im Eigentum der Marktgemeinde. Erworben wurde es mit der Absicht, es als ortsbildprägendes, markantes Gebäude im Rahmen der Städtebauförderung zu sanieren, zu reaktivieren und einer öffentlichen Nutzung zuzuführen, sagte Bürgermeister Lars Leveringhaus.

Finanzielle Unterstützung für Obergünzburger Gemeinde

Das Gebäude weist einen massiven Sanierungsstau auf, da seit 1951 weder an Bausubstanz noch an Installationen Erneuerungen getätigt wurden. Seit September 2019 steht das Gebäude leer. Der Markt Obergünzburg hat nun die Ausschreibung einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung und Umnutzung beschlossen. Eine Eingliederung in das angrenzende Museumsareal mit Südseemuseum und Heimatmuseum ist angedacht. Künftig sollen die Räumlichkeiten als Büros mit Neben- und Sozialräumen, gegebenenfalls auch als Ausstellungsräume genutzt werden. Eine Wohn- oder Gewerbenutzung ist nicht vorgesehen. Im Haushalt 2020 wurde bereits ein Betrag von 20 000 Euro für die Machbarkeitsstudie eingeplant. Im Rahmen der Städtebauförderung ist ein Zuschuss von 60 Prozent der förderfähigen Kosten möglich.

Als weiteren Punkt der Tagesordnung hatte der Rat über finanzielle Unterstützungen an Vereine zu befinden. Einstimmig beschloss er eine Erhöhung des Betrages für die Musikkapellen des Blasorchester Obergünzburg auf 4200 Euro (Vorjahr: 3200 Euro), Ebersbach und Willofs auf je 2100 Euro (Vorjahr: je 1600 Euro) sowie einen Gesamtbetrag von 5500 Euro (Vorjahr: 4100 Euro) für die Ausbildung der Jungmusiker aus diesen Kapellen. Der nächste Punkt der Tagesordnung aber führte zu einer kontroversen und hitzigen Diskussion. Aufgrund der Corona-Pandemie musste das Obergünzburger Freischießen zum ersten Mal seit 65 Jahren abgesagt werden (wir berichteten). Die Schützenvereine Guntia und Königlich-privilegierte Feuerschützengesellschaft (FSG) haben einen Antrag auf Ausgleich entgangener Überschüsse an die Marktgemeinde gerichtet. Für die Guntia wäre das ein Betrag von 2100 Euro, für die Feuerschützen 2140 Euro.

Die Anträge wurden im Obergünzburger Gemeinderat hitzig debattiert

Gerade die Guntia trifft die Absage zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der Verein ist gerade dabei, seine große Schießanlage im Hinblick auf künftige Freischießen auf Vordermann zu bringen und den neuesten Sicherheitsvorschriften anzupassen. Marktrat Herbert Heisler (Freie Wähler) merkte an, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei und bat zu bedenken, dass das nicht die beiden einzigen Vereine seien, die coronabedingt Verluste hinnehmen müssten. Vielmehr forderte er ein Gesamtkonzept, bei dem man sich damit beschäftigen solle, welche Vereine noch betroffen sind. Aus diesem Grund befürwortet er diese Anträge zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Dr. Günter Räder (Bündnis 90/Die Grünen) schlug einen Kompromiss vor: „Das eine tun, aber das andere nicht lassen“. Robert Mahler (Freie Wähler) sah das als „Zuwendung von entgangenen Gewinnen“ und sprach sich gegen die Anträge aus. Michaela Kuhn (CSU) möchte sich mit den Vereinen zusammensetzen. Bürgermeister Leveringhaus sagt, dass alle Vereine mit wirtschaftlichen Problemen mit der Gemeinde sprechen sollten. Um dem ganzen etwas Brisanz zu nehmen, stellte Heisler einen Antrag zur Geschäftsordnung: Der Punkt soll von der Tagesordnung genommen und in der Septembersitzung erneut behandelt werden. Seine Intention war es, eine Kampfabstimmung zu vermeiden. Heislers Antrag wurde mit zwölf Gegenstimmen und acht Ja-Stimmen abgelehnt. Anschließend beschloss das Gremium die Anträge der beiden Schützenvereine mit 13 Ja- und sieben Nein-Stimmen.

Vier Familienstützpunkte gibt es im Ostallgäu

Im Ostallgäu gibt es vier Familienstützpunkte. Buchloe, Füssen, Marktoberdorf und Obergünzburg. Der Familienstützpunkt Obergünzburg in der Trägerschaft des Bayerischen Roten Kreuzes wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales finanziell gefördert. Des Weiteren besteht eine Kooperation zwischen dem BRK, dem Landkreis Ostallgäu und der Marktgemeinde Obergünzburg. Aufgabe ist Familienbildung, Unterstützung von Eltern und Erziehungsberechtigten in Fragen der Erziehung sowie gegebenenfalls Vermittlung an andere Beratungseinrichtungen. Die Leiterin des Obergünzburger Familienstützpunktes, Martina Fischer, stellte dem Marktgemeinderat ihren Tätigkeitsbericht 2019 vor. Fischer ist beim BRK mit aktuell 14 Wochenstunden (in 2019 noch 12 Wochenstunden) angestellt.

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Ehrenamtliche Unterstützung erhält sie beim Familiencafé sowie durch freiberufliche Kursleitungen. Eine Reinigungskraft ist beim Markt Obergünzburg angestellt. An einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm nahmen 2019 798 Erwachsene (Vorjahr: 701) und 640 Kinder (Vorjahr: 432) teil. Hiervon nahmen 125 Erwachsene das Beratungsangebot wahr. Für 2020 ist eine erweiterte Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Obergünzburg, der Ausbau des Angebots für die Günztaler Ferienfreizeit sowie der Erhalt der derzeitigen Ziel- und Personengruppe geplant. Fischer will ihre Bürozeiten um einen dritten Wochentag erweitern. Hierdurch soll eine zeitnahe Bearbeitung der Mailanfragen gewährleistet werden.