Sparmaßnahmen

Der Umwelt Gutes tun und Wasser sparen: Tipps vom Bund Naturschutz Ostallgäu

Der Bund Naturschutz im Ostallgäu hat einige Tipps auf Lager, wie die Menschen Wasser einsparen können – nicht nur im Haushalt.

Der Bund Naturschutz im Ostallgäu hat einige Tipps auf Lager, wie die Menschen Wasser einsparen können – nicht nur im Haushalt.

Bild: Philipp von Ditfurth, dpa (Symbolbild)

Der Bund Naturschutz im Ostallgäu hat einige Tipps auf Lager, wie die Menschen Wasser einsparen können – nicht nur im Haushalt.

Bild: Philipp von Ditfurth, dpa (Symbolbild)

Auch im Ostallgäu verbrauchen wir viel mehr Wasser, als uns eigentlich bewusst ist. An welcher Stelle wir es am effektivsten einsparen können.
06.05.2022 | Stand: 12:07 Uhr

Jeder Mensch im Ostallgäu dreht mehrmals täglich den Wasserhahn auf, trinkt einen Schluck, spült, wäscht, kocht oder gießt. Jeden Tag brauchen wir Wasser. Es steckt in unseren Lebensmitteln, in unserer Kleidung, ja sogar in unserem Strom. Oftmals ist uns nicht einmal wirklich bewusst, wie viel Wasser wir verbrauchen. Wie der wertvolle Rohstoff effektiv gespart werden kann und sollte, erklärt die Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren. Wertvolle Tipps sind, beim Einkaufen auf Regionalität und entsprechende Gütezeichen zu achten, im Haushalt sparsam mit Wasser und Strom umzugehen und Regenwasser intensiver zu nutzen. (Lesen Sie dazu auch: So sparen Verbraucher beim Kauf eines Haushaltsgerätes bares Geld und schonen die Umwelt)

Größter Wasserverbrauch im Ostallgäu bei Lebensmitteln und Konsumgütern

„Durch den Klimawandel und vermehrte Trockenperioden haben wir auch in Bayern teilweise mit Wasserknappheit zu kämpfen. Auch bei uns ist es also notwendig, sparsam mit Wasser umzugehen“, sagt Christine Räder, die Geschäftsstellenleiterin des Bund Naturschutzes im Ostallgäu. Der mit Abstand größte Teil unseres Verbrauchs entfalle auf Lebensmittel und Konsumgüter. Sie nennt einige Beispiele: Um eine Getränkedose herzustellen, braucht es rund 25 Liter Wasser. In einem Kilogramm Import-Tomaten stecken etwa 40 Liter Wasser, in einem Kilogramm Papier 250 bis 700, in einem Kilogramm Rindfleisch 5.000 und in einem Auto bis zu 20.000 Liter.

Augen auf beim Lebensmittelkauf

„Wer den sparsamen Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft fördern will, sollte möglichst Lebensmittel aus regionaler und ökologischer Produktion kaufen“, sagt Räder. Wasserintensive Anbaumethoden sowie die Fleischproduktion führten gerade in wasserärmeren Ländern des Südens zum Absinken des Grundwasserspiegels und damit zu Bodenerosion, Versalzung und Versteppung. Hinzu kämen Belastungen des natürlichen Wasserhaushalts durch Düngemittel und Pestizide.

Auf den blauen Engel achten

„Auch Strom sparen hilft, den Wasserverbrauch zu senken“, sagt Räder. Ein großer Teil des Wassers in Deutschland werde nämlich zum Kühlen in Wärmekraftwerken genutzt. Bei Konsumgütern weisen Gütezeichen wie der Blaue Engel auf wasser- und umweltschonende Waren hin, wie zum Beispiel Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier statt umweltbelastender Frischfaserpapiere. Viele Produkte beinhalten sowohl große Mengen „verstecktes“ Wasser als auch „graue Energie“ aus ihrem Herstellungsprozess, sagt Räder. Um bei dem Beispiel Papier zu bleiben: In einem Kilo Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier stecken bis zu 60 Prozent weniger Wasser als in Primärfaserpapier. Neben dem weitaus geringeren Wasser- und Energieverbrauch weist Recyclingpapier auch eine geringere Abwasserbelastung bei der Herstellung auf.

Kleinigkeiten im Haushalt sind entscheidend

Neben dem Kauf von umweltfreundlichen Produkten können die Menschen auch im Haushalt einiges an Wasser einsparen. „Dass Duschen deutlich wassersparender ist und mindestens drei Mal weniger Wasser verbraucht als Baden, dürfte bekannt sein“, sagt die Geschäftsstellenleiterin. „Und die Start-Stopp-Taste an der Klospülung ist mittlerweile ja zum Glück auch Standard.“

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Außerdem sei eine intensivere Nutzung von Regenwasser dringend notwendig, sagt Räder. Für Gartenbesitzer sollte die Regentonne obligatorisch sein, um das Wasser zumindest für die Pflanzenbewässerung zu nutzen. Man könne das Regenwasser aus Zisternen im Gebäude oder ohne Raumverlust im Garten versenkt auch für den Haushalt nutzen. Mit einer entsprechenden Pump- und Filtertechnik könne damit die Klospülung und auch die Waschmaschine betrieben werden. Wer eine Regenwasserzisterne nutzen möchte, sollte sich auch an seine Kommune wenden. Oftmals gebe es Zuschüsse beim Bau von Regenwasseranlagen – sofern sie mit getrennten Leitungen und einer Überlaufleitung gebaut werden. Christine Räder ist der Meinung, dass die Nutzung von Regenwasser-Zisternen Pflicht sein sollte.

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