Auch Marktoberdorfer Kegler betroffen

Die Chefin der Kugeln und Kegel bricht die Saison im Allgäu ab

Margot Petzel war schon Vizepräsidentin des Deutschen Kegler- und Bowling-Bundes von 2004 bis 2010. Seit zehn Jahren ist sie nun Präsidentin des Bayerischen Sportkegler- und Bowling-Verbandes. Sie hofft auf einen Wiederbeginn nach der Corona-Krise im September.

Margot Petzel war schon Vizepräsidentin des Deutschen Kegler- und Bowling-Bundes von 2004 bis 2010. Seit zehn Jahren ist sie nun Präsidentin des Bayerischen Sportkegler- und Bowling-Verbandes. Sie hofft auf einen Wiederbeginn nach der Corona-Krise im September.

Bild: Ralf Lienert

Margot Petzel war schon Vizepräsidentin des Deutschen Kegler- und Bowling-Bundes von 2004 bis 2010. Seit zehn Jahren ist sie nun Präsidentin des Bayerischen Sportkegler- und Bowling-Verbandes. Sie hofft auf einen Wiederbeginn nach der Corona-Krise im September.

Bild: Ralf Lienert

Margot Petzel obliegen die Marktoberdorfer und Ostallgäuer Vereine. Wegen der Corona-Pandemie werden die Mitglieder weniger. Warum sie optimistisch bleibt.
07.02.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Margot Petzel (70) kennt den Kegel-Sport von der Pike auf. Kugeln und Kegel haben sie nahezu ihr gesamtes Leben begleitet. „1973 habe ich mit meiner Schwester Ingrid Eichler, die Trainerin der Männer vom Goldener Kranz Durach ist, beim SV 29 Kempten mit dem Kegeln angefangen.“ Im Lauf der Jahre kamen bei ihr immer mehr Posten und Pöstchen zusammen, ihre Karriere als Funktionärin baute sich langsam aber sicher auf. Dass sie mal Vizepräsidentin des DKB (Deutscher Kegler- und Bowling-Bund) und Präsidentin des BSKV (Bayerischer Sportkegler- und Bowling-Verband) werden würde, das war damals ebenso weit weg wie ungeplant.

Vor Kurzem musste die gebürtige Kemptenerin, wo sie auch jetzt noch lebt, in ihrer Funktion als Präsidentin den bayerischen Vereinen die wenig Laune machende Mitteilung zukommen lassen, dass die Saison 2020/2021 abgebrochen wird. Die Situation in der Corona-Krise ließ wohl keine andere Möglichkeit zu. Es begann im vergangenen Herbst. „Da haben wir wegen des Lockdowns im Frühjahr und in der Hoffnung, dass es sich bessert, schon mal drei Spieltage später mit der Saison begonnen“, sagt Petzel. Im Vorfeld der Runde hatte sie von den Vereinen die Zustimmung eingeholt, ob die Saison 2020/2021 überhaupt ausgetragen werden soll. „Die Vereine waren dafür“, sagt Petzel. Jedoch mit der Einschränkung: „Kein Verein soll aufgrund der aktuell schwierigen Situation Nachteile haben.“ Das hieß: Es sollte keine Absteiger, sehr wohl aber Aufsteiger geben. „In diesem Fall hätten wir einige Ligen in der kommenden Saison aufstocken müssen.“

Nach nur drei Spieltagen ist die Saison zu Ende

Das hätten Petzel und Co. wohl ziemlich sicher hinbekommen, doch die Gedankenspiele in diese Richtung haben sich nach dem kürzlich beschlossenen Saisonabbruch erledigt. Nach nur drei Spieltagen hatte sich das Thema Saison 2020/2021 in Rauch aufgelöst. Petzel und ihre Leute im bayerischen Verband hatten sich die Sache nicht leicht gemacht. „Aber als wir gesehen haben, dass der Lockdown doch länger dauern wird, haben wir die Entscheidung getroffen, abzubrechen.“

Zum Nachteil einiger Vereine, die zu diesem Zeitpunkt ganz oben in der Tabelle in ihren jeweiligen Spielklassen standen, wie zum Beispiel die Männer vom Goldener Kranz Durach. „Die Hürde, in die 2.  Bundesliga aufzusteigen, wäre für die Duracher in dieser Saison aber immer noch hoch genug gewesen“, sagt Petzel zu diesem Fall. Sie ist bayerische Präsidentin und für alle Vereine im Freistaat zuständig. Härtefälle wie den der Oberallgäuer habe es natürlich auch in anderen weißblauen Regierungsbezirken gegeben.

Corona-Krise schadet Allgäuer Vereinen

Die Corona-Krise hat den bayerischen Vereinen nachweislich geschadet. Petzel: „In den unteren Ligen ist der Altersdurchschnitt der Spieler höher als in Spielklassen, in denen es Richtung Leistungssport geht.“ Ältere Sportler nach dem Lockdown wieder zurück an die Bahnen zu bringen, sei schwieriger. „Die hören schneller auf.“ So habe der bayerische Verband im Jahr 2020 einen Mitgliederschwund von sechs Prozent (945) zu beklagen gehabt. In Schwaben seien es 6,7 Prozent gewesen (185), der höchste Schwund in ganz Bayern. Petzel: „Das ist sehr bedauerlich.“

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Zahlen für das Allgäu seien aktuell nicht abrufbar. Die Präsidentin hofft: „Wenn es wieder normal wird und die Sportstätten und Wirtschaften offen sind, kommt der eine oder andere Sportler zurück und fängt wieder an.“ Sie mutmaßt, dass es im Juli oder August weitergeht und die Saison Mitte September begonnen werden kann.

Auf eine Sache konzentrieren

Petzel hatte ihre aktive Karriere aus einem anderen Grund beendet. Sie machte im Lauf der Jahre vieles ehrenamtlich und in verschiedenen Posten. „Zusammen mit dem Sport war es irgendwann zu viel. Man kann nur eine Sache richtig gut machen. Ich war jedes Wochenende unterwegs.“ Ihr Engagement in den Verbänden brachte sie bis an die Spitze des deutschen Kegel-Sports. Von 2004 bis 2010 war sie Vizepräsidentin des DKB. „Danach wollte ich gar nichts mehr machen“, sagt Petzel. Sie war ja auch noch berufstätig. Es kam das Jahr 2011 und die bayerischen Kegler zerstritten sich. „Man hat Leute gesucht. Der bayerische Verband ist mir immer am Herzen gelegen.“ Sie ließ sich breitschlagen und zur Präsidentin wählen, die sie nun zehn Jahre ist. „Jetzt bin ich in Rente und habe Zeit.“