Ehrenamt

Die Frau, die in Ronsberg für gute Noten sorgt

Als Notenwartin sorgt Annemarie Weinele im Archiv des Musikvereins in Ronsberg für Ordnung.

Als Notenwartin sorgt Annemarie Weinele im Archiv des Musikvereins in Ronsberg für Ordnung.

Bild: Mona Boos

Als Notenwartin sorgt Annemarie Weinele im Archiv des Musikvereins in Ronsberg für Ordnung.

Bild: Mona Boos

Annemarie Weinele ist Notenwartin im Musikverein Ronsberg. Ein Amt, das oft vergessen wird und dennoch unverzichtbar ist. Warum die  Ordnung  so wichtig ist.
27.09.2020 | Stand: 11:58 Uhr

„Es ist einfach wichtig, dass jeder seine Noten griffbereit hat“, sagt Annemarie Weinele, während sie eine Schublade des großen Schrankes öffnet. Dort sind alle Stücke fein säuberlich nach dem Alphabet sortiert. Annemarie Weineles Werk: Sie sorgt für Ordnung im Notenschrank und kümmert sich um die Vollständigkeit der Notenordner. „Das sind die typischen Aufgaben einer Notenwartin.“ Ein Amt, das oft vergessen wird und nur dann auffällt, wenn Noten fehlen.

„Eine Liebe zum Organisieren habe ich auf jeden Fall“, sagt Weinele mit einem Schmunzeln. Erst seit eineinhalb Jahren führt sie das Ehrenamt gewissenhaft aus. Vor sieben Jahren wechselte sie von der Musikkapelle in Reinhardsried zu ihrem Mann in den Musikverein in Ronsberg. In Reinhardsried spielte sie bereits 28 Jahre Klarinette und half der Notenwartin dort schon früh beim Archivieren und ordnen der Notenblätter.

„In Reinhardsried waren die Notenordner strukturiert und jedes Stück an seinem Platz“, sagt Weinele. In Ronsberg habe sie schnell festgestellt, dass dort etwas Nachholbedarf besteht. „Ich hatte zwar meinen Ordner, in dem alles sortiert war.“ Doch es sei häufig vorgekommen, dass mehreren Musikern ein Notenblatt fehlte. „Zu dritt in einen Ordner schauen, das geht einfach nicht“, sagt sie.

Als der Musikverein vor eineinhalb Jahren einen neuen Dirigent bekam und die Unvollständigkeit der Notenordner deutlich wurde, fasste Weinele den Entschluss das Notenarchiv zu neu zu strukturieren und alle Notenordner auf den neuesten Stand zu bringen.

Mittlerweile sind die Notenblätter in allen Ordnern weitestgehend identisch sortiert und in den Schränken und Schubladen befindet sich jedes Stück an seinem Platz. „Die Musiker müssen nur noch im Inhaltsverzeichnis nach dem Lied schauen und die richtige Seite aufschlagen.“ Das spare enorm Zeit und vereinfache das gemeinsame Spielen.

Im Archiv seien nicht nur alle verschiedenen Stimmen von allen Stücken vorhanden, sondern auch alphabetisch sortiert. Damit spare sich der Verein auch viel Geld, sagt die Notenwartin. Ein Konzertstück koste bis zu 150 Euro und jede Stimme bis zu zwölf Euro. „Es wird teuer, wenn man mehrere Stimmen nachkaufen muss“, sagt sie. Daher sei es umso wichtiger, dass alles an seinem Platz ist und nichts verloren geht.

Dass es viel Arbeit ist, könne man jedoch nicht leugnen, sagt Annemarie Weinele. Bis zu vier Stunden brauche sie, um einen Ordner zu sortieren. Allerdings habe sie dabei gute Helfer und aktuell aufgrund von Kurzarbeit mehr Zeit. „Außerdem lohnt es sich“, sagt sie. „Es ist schön, dass jetzt alles an seinem Platz ist.“

Anja Notz, Vorsitzende des Vereins, ist begeistert von Annemarie Weineles Arbeit. „Innerhalb kürzester Zeit hat sie unser ganzes Archiv überarbeitet“, sagt sie. „Es ist immer alles vorbereitet, auch wenn die Zeit noch so knapp ist.“