Kaufbeuren/Ostallgäu

Die gute Form: Ostallgäuer Schreiner küren beste Gesellenstücke

Die strahlenden Sieger des Wettbewerbs „Die Gute Form 2020“ der Schreiner-Innung Kaufbeuren-Marktoberdorf vor ihren Gesellenstücken: Nicolas Seifert, Thomas Kaufmann und Sebastian Schrägle (von links).

Die strahlenden Sieger des Wettbewerbs „Die Gute Form 2020“ der Schreiner-Innung Kaufbeuren-Marktoberdorf vor ihren Gesellenstücken: Nicolas Seifert, Thomas Kaufmann und Sebastian Schrägle (von links).

Bild: Kutter

Die strahlenden Sieger des Wettbewerbs „Die Gute Form 2020“ der Schreiner-Innung Kaufbeuren-Marktoberdorf vor ihren Gesellenstücken: Nicolas Seifert, Thomas Kaufmann und Sebastian Schrägle (von links).

Bild: Kutter

Auszubildende brillieren beim Wettbewerb „Die gute Form“. Die Jury prämiert einen Sekretär, ein Backgammon-Spiel und einen Tisch - alles unverkäufliche Unikate.
03.08.2020 | Stand: 12:29 Uhr

Auch wenn die Corona-Krise die festliche Preisverleihungsfeier verhindert hatte, prämierte eine Jury die besten Gesellenstücke beim Wettbewerb „Die gute Form“ der Schreiner-Innung Kaufbeuren-Marktoberdorf. Das Gesellenstück zählt zusammen mit der praktischen Prüfung in der Lehrwerkstatt zur Praxisnote der künftigen Schreinergesellen.

„Die Auszubildenden bekommen beim Gesellenstück bewusst keine Themenvorgabe. Kreativität und gute Ideen sind hier gefragt“, sagte Reinhold Echtler, Obermeister der Schreiner-Innung Kaufbeuren-Marktoberdorf, zu den Anforderungen. „Die jungen Leute können zeigen, was sie nach den drei Ausbildungsjahren drauf haben.“ 80 bis 100 Stunden haben die Auszubildenden gegen Ende der Lehre Zeit für die Planung und handwerkliche Umsetzung ihres persönlichen Gesellenstücks, wie Christian Mayer, Lehrlingswart bei der Schreiner-Innung, darstellte.

Beeindruckende Vielfalt

Zwölf der angehenden Schreiner reichten ihre Gesellenstücke beim Innungswettbewerb ein. „Mich hat die Vielfalt der Arbeiten in Bezug auf Material und Funktionalität beeindruckt“, befand Jurorin Amica-Laura Westermayr, Architektin im Bauamt der Stadt Marktoberdorf. Ihre Jury-Kollegen Manfred Melzer von der Firma Layer in Marktoberdorf und Fabian Schneider, Fachlehrer an der Berufsschule Kaufbeuren, stimmten ihr zu: „Vom Backgammon bis zur Haustüre sind völlig verschiedene Dinge entstanden. Außerdem war von jeder Holzart etwas dabei.“

Nach mehreren Rundgängen und detailgenauen Betrachtungen der ausgestellten Arbeiten standen für die drei Juroren die Sieger fest: „Zeitgemäßes Design, harmonisch abgestimmte Materialkombination aus schlichter Eiche und einer Lederschreibeinlage, technische Raffinesse und eine filigrane Anmutung durch sich verjüngende Beine“, so lautete die Jury-Begründung für den Sekretär auf Platz eins. Angefertigt hat ihn Thomas Kaufmann, Auszubildender bei der Wagner Möbel Manufaktur.

Elegantes Walnussholz

Platz zwei ging an Nicolas Seifert von der Schreinerei Norbert Sturm für sein Backgammon-Spiel. „Geschickte Staumöglichkeit der Spielsteine und Würfel, welche durch eine raffinierte technische Ausführung beim Transport gesichert werden. Die Kombination der verschiedenen Furnierarten vermittelt dem Spielfeld eine hochwertige Anmutung. Das Walnussholz rundet in Verbindung mit der Furnierarbeit den eleganten Gesamteindruck ab“, lautete die Beurteilung.

Dritter Preisträger war Sebastian Schrägle von der Schreinerei Herbert Jocham. Zu seinem Schreibtisch führte die Jury aus, „durch die klare Linienführung und die helle Materialwahl lenkt bei diesem Schreibtisch nichts von der Arbeit ab. Die kontrastreichen dunklen Details, wie die Schublade und der Kabelkanal lassen das Möbelstück jung und modern wirken.“

Schließlich erhielt Linda Schmidt, Auszubildende der Schreinerei Strobel Fensterbau, eine Belobigung. „Eine Haustür als Gesellenstück ist in unserer Innung nicht alltäglich“, sagte Obermeister Echtler. Alle Preisträger sowie deren Ausbildungsbetriebe erhielten als Auszeichnung Urkunden über die Prämierung. Thomas Kaufmann wurde zudem mit einem Sachpreis der Sponsoring-Firma Layer, Nicolas Seifert und Sebastian Schrägle mit einer Geldprämie in Höhe von 100 und 75 Euro belohnt.