Lernen von einer Star-Pianistin

Diesen Ratschlag hat Janina Fialkowska für Nachwuchsmusiker in Marktoberdorf

Janina Fialkowska lädt bereits zum siebten Mal zu ihrem Meisterkurs nach Marktoberdorf ein.

Janina Fialkowska lädt bereits zum siebten Mal zu ihrem Meisterkurs nach Marktoberdorf ein.

Bild: Alfred Michel

Janina Fialkowska lädt bereits zum siebten Mal zu ihrem Meisterkurs nach Marktoberdorf ein.

Bild: Alfred Michel

Die Star-Pianistin Janina Fialkowska gibt einen Meisterkurs an der Bayerischen Musikakademie in Markoberdorf. Wie der Kurs abläuft.
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Von Gabriele Schroth und Stefanie Gronostay
19.09.2021 | Stand: 11:30 Uhr

Fünf faszinierende Pianotalente hatte Star-Pianistin Janina Fialkowska zu ihrer 7. Internationalen Klavierakademie nach Marktoberdorf eingeladen. Bei einem Meisterkurs steht sie den jungen Musikerinnen und Musikern mit Ratschlägen und Tipps zur Seite. „Ich möchte Talente ermutigen zu spielen“, sagt Janina Fialkkowska, die als „Grande Dame des Klavierspiels gilt. Fialkowska selbst hatte mit Artur Rubinstein einen berühmten Mentor und vertritt eine reiche Klaviertradition. Bei Konzerten in der Musikakademie stellten die Kursteilnehmer ihr Talent unter Beweis und gaben Einblicke in das vielfarbige Spektrum der hohen Pianokunst.

Fünf fantastische Talente nehmen an dem Meisterkurs in Marktoberdorf teil

Am ersten Abend zeigten sich Franziska und Florian Glemser vierhändig oder eindrucksvoll an zwei Steinway-Flügeln als fantastisches Duogespann. Das Paar war bereits bei der vergangenen Klavierakademie 2019 als Duo angetreten. Mit meisterlichem Können wickelte es das Publikum um den Finger, etwa mit Dave Brubecks explosivem Jazz-Finale und vor allem mit Paul Dukas’ scharf pointiertem „Zauberlehrling“-Geniestreich.

Franziska und Florian Glemser
Franziska und Florian Glemser
Bild: Gabriele Schroth

Der zweite Nachmittag und Abend geriet zum fesselnden Solomarathon. Es startete der jüngste Teilnehmer, der 20-jährige ukrainische Illia Ovcharenko, der in Tel Aviv studiert. Er entpuppte sich als Gipfelstürmer, begabt mit phänomenaler Technik, mit Lust an Bravourattacken und perlendem Spiel von seidig schimmerndem Glanz. Er wagte sich sogar an Liszts epochale h-Moll-Sonate aus dem Jahr 1853 mit einer herrlich jungen, ungestümen Interpretation. Liszts „La Campanella“ verwandelte er furios in hell klingelnden Virtuosenspuk.

Illia Ovcharenko
Illia Ovcharenko
Bild: Gabriele Schroth

Der 23-jährige Jonas Stark aus Saarlouis, der nach drei Jahren in London seine Studien nun in Hannover bei Roland Krüger fortsetzt, widmete sich indes ganz Schubert. Er beglückte mit der fast schon weisen Ausgewogenheit seines Spiels. So geriet die große „Wandererfantasie“ von 1822 unter seinen Händen zur spannungsvollen Welterzählung zwischen drängendem Aufruhr und lichter Poesie.

Jonas Stark
Jonas Stark
Bild: Gabriele Schroth

Die Georgierin Tamar Beraia, heute im schweizerischen Bern ansässig, die bereits an den Kursen 2011 und 2012 teilnahm und jetzt aus Freundschaft einsprang, entzückte dagegen mit ihren meisterlich anmutigen frühen Stücken von Haydn, Beethoven und Bach.

Tamar Beraia
Tamar Beraia
Bild: Gabriele Schroth

Janina Fialkowska schwärmt von Marktoberdorf

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Wegen Corona konnten in diesem Jahr weniger Teilnehmer kommen als gewöhnlich. Doch das tat der Vorfreude auf den Kurs keinen Abbruch. „In Marktoberdorf läuft immer alles gut und ohne Stress ab. Die Umgebung ist für die Pianisten fast wie Urlaub“, schwärmte Fialkowska im Vorfeld. Die 70-Jährige wählt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihres Meisterkurses selbst aus. „Normalerweise sitze ich ein bis zweimal im Jahr in der Jury von Wettbewerben. Dort gibt es manchmal fantastische Talente, die keinen Preis gewinnen“, erzählt sie. Um diese Musiker zu fördern sowie aus Angst, dass die Hochtalentierten vergessen werden, veranstaltet Fialkowska den Meisterkurs, bei dem auch sie einiges mitnimmt, wie sie erzählt. „Auch ich lerne viel von den jungen Musikern“, sagt sie und lacht.

Die Teilnehmer können selbst entscheiden, welche Stücke sie beim Kurs spielen wollen. Fialkowska hört zu und gibt Hinweise. Die Star-Pianistin hat auch einen Ratschlag, den sie Nachwuchskünstlern mit auf den Weg gibt: „Alles was zählt, ist die Musik zu lieben. Keiner sollte bei Musik an Berühmtheit oder viel Geld denken“, sagt sie. „Unser Ziel ist es, die Emotion vom Komponisten zum Publikum zu transportieren. Nichts anderes ist wichtig.“