Paul Osterried verlässt den Asylkreis

Ein Mann für alle Fälle: So setzte sich der Asylkoordinator für Geflüchtete in Marktoberdorf ein

Vier Jahre lang koordinierte Paul Osterried die Arbeit der Ehrenamtlichen im ökumenischen Arbeitskreis Asyl Marktoberdorf.

Vier Jahre lang koordinierte Paul Osterried die Arbeit der Ehrenamtlichen im ökumenischen Arbeitskreis Asyl Marktoberdorf.

Bild: Gerlinde Schubert (Archiv)

Vier Jahre lang koordinierte Paul Osterried die Arbeit der Ehrenamtlichen im ökumenischen Arbeitskreis Asyl Marktoberdorf.

Bild: Gerlinde Schubert (Archiv)

Paul Osterried vom Arbeitskreis Asyl in Marktoberdorf geht in den Ruhestand. Welche Aufgaben er hatte und wie er mit seiner Arbeit den Asylkreis entlastete.
31.07.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Als Mann für alle Fälle bezeichneten alle Redner Paul Osterried bei dessen Verabschiedung im Pfarrheim St. Martin. Vier Jahre lang koordinierte er die Arbeit der Ehrenamtlichen im ökumenischen Arbeitskreis Asyl Marktoberdorf. Sein Arbeitsvertrag lief zwar bereits im April aus. Doch war erst jetzt eine kleine Feier möglich.

Sowohl Klaus Dinkel, Pfarrer der evangelischen Johannesgemeinde Marktoberdorf, als auch Selah Okul, Integrationsbeauftragter der Stadt und Mitglied der muslimischen Gemeinde, sowie Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell erinnerten an den Tag im März 2015, als die Busse mit Flüchtlingen aus Syrien am Marktoberdorfer Gymnasium eintrafen. Schnell fanden sich viele Ehrenamtliche, die helfen wollten. Diakon Elmar Schmid von der katholischen Pfarreiengemeinschaft St. Martin und St. Magnus, Pfarrer Klaus Dinkel und Selah Okul organisierten die Gründung des Arbeitskreises Asyl.

Asylkreis in Marktoberdorf: Paul Osterried wird Ehrenamtskoordinator

Dieser traf sich reihum in den verschiedenen Pfarrheimen sowie in den Räumen der Moschee. Doch schnell wurde klar, dass diese Arbeit auf Dauer ehrenamtlich nicht zu stemmen war. Die Vorstandsmitglieder des Arbeitskreises bedankten sich deshalb bei Hell und dem Stadtrat für die Finanzierung eines Ehrenamtskoordinators für den Bereich Asyl, der von der örtlichen Caritas angestellt wurde. (Lesen Sie auch: Flüchtlingspolitik: Wird Kaufbeuren ein „sicherer Hafen“?)

Durch Vermittlung von Diakon Schmid fiel die Wahl auf Paul Osterried. Dieser habe sich sofort bereit erklärt, die Aufgabe zu übernehmen, erinnerte Dinkel. In den vergangenen Jahren habe er sich mit viel Engagement und Freude dafür eingesetzt, die neuen Mitbürger in Marktoberdorf ankommen zu lassen. Mit viel Herzblut habe er sich eingesetzt, für sie in allen Lebensbereichen das Beste herauszuholen. Osterried habe eine große Entlastung für die Verantwortlichen des Asylkreises bedeutet. Dafür danke er ihm herzlich und wünsche ihm für den Ruhestand alles Gute.

Hell dankte auch der Vertreterin der Koordinationsstelle Asyl beim Landratsamt für die Unterstützung. Doch für die Arbeit vor Ort sei die Asylarbeit durch die Finanzierung eines Asylkoordinators wichtig gewesen. Für dessen Arbeit habe die katholische Pfarreiengemeinschaft einen Raum im Pfarrheim St. Martin zur Verfügung gestellt. Die Arbeit aller, die sich im Asylkreis engagierten, vor allem aber auch die Arbeit Osterrieds seien ein hilfreicher Beitrag gewesen, die Lage der Flüchtlinge erträglicher zu machen. (Lesen Sie auch: Dieser Allgäuer Arzt engagiert sich seit fünf Jahren in der Seenotrettung vor der libyschen Küste)

Verabschiedung in Marktoberdorf: Geschenke, Bilder und syrische Speisen

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Zum Dank für seine Arbeit überreichte er Osterried Produkte aus dem Weltladen. Auch Selah Okul bedankte sich für die stets angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit und überreichte im Namen der muslimischen Gemeinde einen Gutschein. Franz Gast, Geschäftsführer der örtlichen Caritas, blickte auf eine harmonische Zusammenarbeit mit Osterried zurück. Mit der notwendigen, gewissen Distanz und beruflichem Fachwissen habe er die Arbeit gemeistert.

Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell (rechts) bedankte sich bei Paul Osterried mit Produkten aus dem Weltladen.
Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell (rechts) bedankte sich bei Paul Osterried mit Produkten aus dem Weltladen.
Bild: Rosemarie Klimm

Andrea Kiechle und Ingrid Schaffert vom Vorstand des Asylkreises überreichten ein Buch mit Fotos über die Aktivitäten in den verschiedensten Lebensbereichen, über Ausflüge, Feste und Begegnungen der vergangenen Jahre. Sie hatten auch eine Bildpräsentation vorbereitet, die während des Abends immer wieder durchlief.

Paul Osterried gab den Dank an alle, die ihn in den vier Jahren als Asylkoordinator unterstützten. Nur in Gemeinschaft mit allen Engagierten habe er Erfolge erzielt. Als „Alleinunterhalter“ wäre dies nicht möglich gewesen, sagte er. Syrische Mitbürger hatten zur Feier ein reichhaltiges Menü syrischer Speisen vorbereitet.

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