Geschäfte leiden unter Corona-Lockdown

Marktoberdorfer Einzelhändler sagen: "Wir bluten aus!"

Der Corona-Lockdown bedroht die Existenz von Marktoberdorfer Einzelhändlern. Deshalb beteiligten sie sich an einer Protestaktion, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Der Corona-Lockdown bedroht die Existenz von Marktoberdorfer Einzelhändlern. Deshalb beteiligten sie sich an einer Protestaktion, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Der Corona-Lockdown bedroht die Existenz von Marktoberdorfer Einzelhändlern. Deshalb beteiligten sie sich an einer Protestaktion, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Bild: Oliver Berg, dpa (Symbolfoto)

Marktoberdorf und der Aktionskreis machen bei einer bayernweiter Protest-Aktion mit. Welche Forderungen die Händler an die Regierung stellen.
03.03.2021 | Stand: 17:16 Uhr

Die Stadt und der Aktionskreis Marktoberdorf haben sich kürzlich in Bad Tölz an einer Aktion von Einzelhändler-Verbänden aus ganz Bayern beteiligt. In der Tölzer Fußgängerzone wurden zig Einkaufstüten ausgelegt und die Resolution „Wir bluten aus!“ präsentiert. Darin fordern 28 Unterzeichner – hinter denen mehr als 2000 Einzelhandelsgeschäfte stehen – von der bayerischen Staatsregierung eine Corona-Soforthilfe für die bayerischen Innenstädte.

Händler stellen vier Forderungen

Die Einzelhändler stellen konkret vier Forderungen: Erstens fordern sie die Auflage eines Sonderfonds „Innenstadt“, den Kommunen ab 1. Mai im Bayerischen Wirtschaftsministerium abrufen können. Die Kommunen sollen dazu einen Eigenanteil von 25 Prozent beisteuern. Zweck des Fonds sei die „Attraktivierung“ der Ortszentren nach dem zweiten Lockdown. Zweitens wollen die Einzelhändler die Erlaubnis für acht verkaufsoffene Sonntage bis 30. November 2021. Und drittens fordern sie, dass die Gelder des Bund-Länder-Städtebauförderprogramms für 2021 verdoppelt werden. Viertens sollen Geschäfte, die ein geprüftes Hygienekonzept haben, bei einem dritten Lockdown nicht mehr schließen müssen. (Lesen Sie auch: Wie Jung und Alt in Marktoberdorf trotz Corona Menschen in Not helfen)

"Der Kunde hat es in der Hand"

Adressat der Resolution ist nicht nur die Regierung. „Der Kunde hat es in der Hand“, sagt der Tölzer Peter Wiedemann, Chef einer Parfümerie mit 23 Filialen in Bayern (eine davon in Marktoberdorf). „Er muss entscheiden: Kaufe ich bei Amazon oder möchte ich auch in Zukunft eine attraktive Innenstadt?“

Wie die Einzelhändler betonen, leiden sie nicht erst seit Corona: Schon vor der Pandemie gruben Online-Anbieter dem traditionellen Einzelhandel das Wasser ab, und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese machten den Geschäften in den Innenstädten Konkurrenz. Jetzt warnen die Einzelhändler vor gravierenden Folgen: Innenstädte verödeten, der individuelle Charakter von Ortszentren schwinde, Arbeitsplätze gingen verloren.

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