Royal Rangers in Marktoberdorf

Entdecken, kundschaften und forschen: Das lernen Kinder bei den Pfadfindern in Marktoberdorf

Ferienfreizeit Pfadfinder

Ab neun Jahren steht für die Mitglieder der Pfadfinder Royal Rangers der Umgang mit Feuer auf dem Programm.

Bild: Annerose Schmalholz

Ab neun Jahren steht für die Mitglieder der Pfadfinder Royal Rangers der Umgang mit Feuer auf dem Programm.

Bild: Annerose Schmalholz

Die Zahl der Pfadfinder ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Warum Entdecker und Kundschafter schon von klein auf lernen, wie man gut mit Mitmenschen umgeht.

21.09.2021 | Stand: 09:00 Uhr

„Let me see your Grashalm“, hieß es bei der Begrüßungsrunde in der Ferienfreizeit der Royal Rangers. Die Kinder und Erwachsenen standen einander im Kreis gegenüber und bewegten sich wie ein Grashalm im Wind. So lernten sich die Kinder auf lustige Weise kennen und gleichzeitig wurden Aufwärmübungen durchgeführt.

Nach der Begrüßung zeigte Martin Sappl, seit Mai Distriktleiter der Pfadfinder von Bayern und der Stammleiter der Royal Rangers, wie der Pfadfindergruß aussieht. „Der Daumen liegt dabei auf dem kleinen Finger. Der große beschützt den kleinen Finger“, erklärte Sappl den Kindern.

Pfadfinder: So entstanden die Royal Rangers

Entstanden sind die Royal Rangers in Amerika. 1962 begann deren Arbeit unter der Leitung von Henry Barnes mit dem Ziel, Jungen eine lebhafte und begeisternde Jugendarbeit zu bieten. Gestartet wurde damals mit zwei Altersgruppen, den „Pioneers“ (9-11 Jahre) und den „Trailblazers“ (12-14 Jahre). Die Royal Rangers gibt es jetzt weltweit und sind anerkannter Träger der Jugendhilfe. Über die Sommerferien fuhren sogar viele Mitglieder aus ganz Deutschland in die Flutwassergebiete, um den Kindern dort zu helfen.

Die Pfadfinder aus Marktoberdorf trafen sich bis 2015 in Füssen. Da die Mitgliederzahl der Marktoberdorfer immer mehr anstieg, wurde im gleichen Jahr die Stammgruppe in Marktoberdorf gegründet. Heute zählt die Truppe circa 70 Mitglieder.

Zunächst fanden die Treffen in Immenhofen statt, bevor der Treffpunkt die „Rangerwiese“ wurde. Die Wiese beim Schützenheim stellen die Besitzer Monika und Jürgen Schwarz (Senior Gerd Borges) den Pfadfindern zur Verfügung. Die Stammgruppe trifft sich wöchentlich am Freitag für 2,5 Stunden (16 bis 18.30 Uhr). Zwei Freitage heißt es für die Pfadfinder dann immer „Zeit im Team“. Die Stammgruppe wird hier auf die Altersstufen (sechs bis acht, neun bis zwölf, zwölf bis 15 und 15 bis 18) aufgeteilt. Jede Altersgruppe bildet jeweils ein Team und lernt gemäß ihrem Alter wichtige Aufgaben der Pfadfinder kennen. Am dritten Freitag treffen sich die einzelnen Gruppen und führen unter anderem Geländespiele durch.

Diese goldene Regel gilt bei den Pfadfindern in Marktoberdorf

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„Zudem werden immer die Ferienfreizeiten angeboten“, sagt Sappl. Die jüngsten Mitglieder werden als „Entdecker“ bezeichnet. Mit ihnen wird gebastelt und zum Beispiel mit einer Lupe die Tiere im Wasser entdeckt. Die „Kundschafter“ (ab neun Jahren) gehen bereits über das Entdecken hinaus und forschen. Es steht für sie zum Beispiel Bogenschießen, Klettern, Kochen und der Umgang mit Feuer auf dem Programm. „Ab neun Jahren bereiten wir die Kinder auch auf das Campleben vor“, sagt Sappl. Sie lernen dabei, wie das Zeltleben aussieht, wie verschiedene Hölzer brennen oder auch die Bewältigung von Gefahren. Zudem können die Kinder ab neun Jahren an Prüfungen teilnehmen und dabei Abzeichen bekommen.

So schließen sie bis 18 mehrere Ausbildungen ab und übernehmen somit Verantwortung. Wichtig ist den Leitern vor allem, dass die Kinder lernen, wie man gut mit seinen Mitmenschen umgeht. Martin Sappl betont dies bereits am Anfang mit der goldenen Regel „behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst“. Nach viel Spaß und Spiel wurde die Ferienfreizeit mit Essen am Lagerfeuer abgerundet.

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