Marktoberdorf

„Es verschlug mir fast den Atem“

Eine besondere und nachdenkliche Ausstellung präsentiert der Rotary Club Marktoberdorf mit dem Künstler und Fotografen Bertram Maria Keller in den Schaufenstern an der Eberle-Kögl-Straße 6 in Marktoberdorf.

Eine besondere und nachdenkliche Ausstellung präsentiert der Rotary Club Marktoberdorf mit dem Künstler und Fotografen Bertram Maria Keller in den Schaufenstern an der Eberle-Kögl-Straße 6 in Marktoberdorf.

Bild: Bertram Maria Keller

Eine besondere und nachdenkliche Ausstellung präsentiert der Rotary Club Marktoberdorf mit dem Künstler und Fotografen Bertram Maria Keller in den Schaufenstern an der Eberle-Kögl-Straße 6 in Marktoberdorf.

Bild: Bertram Maria Keller

Marktoberdorfer Fotograf Bertram Maria Keller zeigt Bilder aus der Zeit des Corona-Lockdowns. Was ihn bei seiner Arbeit innerlich bewegte.
09.12.2020 | Stand: 06:00 Uhr

„Es verschlug mir fast den Atem, es war still und einsam, es fehlte der Inhalt der Stadt“, sagt Bertram Maria Keller bei der Eröffnung seiner Foto-Ausstellung am Marktplatz. Zusammen mit dem Künstler und Fotograf Keller präsentiert der Rotary Club Marktoberdorf die Ausstellung „Marktoberdorf – in Zeiten des Corona-Virus“ in den Schaufenstern an der Eberle-Kögl-Straße 6 (ehemals „Schuh Sepp select“).

"Wie verwundbar wir sind"

Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell bedankte sich bei Keller, dass er diesen Moment der Krise festgehalten hat. „Was bisher immer selbstverständlich war, gibt es nicht mehr“, sagte Hell, „wir müssen die Werte besser wahrnehmen und schätzen.“ Hell erinnerte in seiner Rede an den ersten Lockdown und sagte, „wie verwundbar wir alle sind, Kultur und Kunst sind plötzlich weg“.

Peter Frischmann, Präsident des Rotary Club Marktoberdorf, richtete ein großes Kompliment an Keller und Peter Herfert (Rotaryclub), die zusammen die Idee der Bilderausstellung umsetzten. Kellers Fotos seien ein Mahnmal der Zeit. Frischmann bedankte sich auch bei Tanja Dietl vom Therapiezentrum Allgäu für die Bereitstellung der neuen Räumlichkeiten. Wie Keller sagte, sei es auch für ihn eine einmalige Chance gewesen, diesen zeithistorischen Moment des Lockdowns einzufangen.

Stadt ohne Leben

Die Ausstellung zeigt in eindrucksvollen Bildern die Stadt ohne Leben. Keller hat diese Momente von März bis Mai in 46 Bildern eingefangen. Sie erinnern an die Einschränkungen und die Verletzlichkeit bestehender Werte. Großformatig, mit Veränderungen der Farben und Kontraste, spiegeln sie schon fast dramatisch die Zeit der Corona-Krise wider.

„Heute stehen wir hier, wo sonst an diesem Tag Weihnachtsmarktbuden oder Karussell stehen, und es war für mich eine Hommage an meine Heimatstadt, diese Bilder zu machen und Gedankenprotokolle an die Zeit des ersten Lockdowns festzuhalten. Ich hätte nie gedacht, dass auch Marktoberdorf an die Reihe kommt“, sagte der Fotograf. Er bedankte sich bei Rotarymitglied Peter Herfert für die Umsetzung der Idee, beim Rotaryclub für die Möglichkeit der Ausstellung und beim Therapiezentrum Allgäu für die Bereitstellung der Fläche.