Weniger Treibhausgase

"Es wird ungemütlich": Was das Ostallgäu für den Klimaschutz tut

Prognosen sagen für das Ostallgäu eine Zunahme von Extremwetterereignissen voraus. Dazu gehören Perioden mit Hitze und Trockenheit.

Prognosen sagen für das Ostallgäu eine Zunahme von Extremwetterereignissen voraus. Dazu gehören Perioden mit Hitze und Trockenheit.

Bild: Martin Waltl (Symbolfoto)

Prognosen sagen für das Ostallgäu eine Zunahme von Extremwetterereignissen voraus. Dazu gehören Perioden mit Hitze und Trockenheit.

Bild: Martin Waltl (Symbolfoto)

Mit Hitze und Trockenheit werden auch die Menschen im Ostallgäu leben müssen. Doch noch ist Zeit zum Handeln. Wie der Landkreis klimaneutral werden will.
11.08.2021 | Stand: 11:14 Uhr

Die Frage ist nicht ob, sondern wie drastisch sich der Klimawandel auswirken wird. Und so sendete der Weltklimarat am Montag nach der Vorstellung seines Berichts einen eindringlichen Appell: Nicht warten, handeln – jetzt! Vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen muss gesenkt werden, um die Erderwärmung abzubremsen. Das Ostallgäu geht diesen Weg bereits. Im vergangenen Jahr hat sich der Landkreis beispielsweise verpflichtet, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden.

2030 soll das Ostallgäu klimaneutral sein

Die weltweiten Anstrengungen zum Schutz des Klimas reichen bislang nicht aus. „Solange globale Lösungen auf sich warten lassen, bleibt uns nur, im eigenen Verantwortungsbereich konsequent zu handeln“, sagte Johannes Fischer, Ostallgäuer Klimaschutzbeauftragter im Ausschuss für Kreisentwicklung und Umwelt. Die Auswirkungen des Klimawandels spüren die Menschen in der Region schon jetzt. Und die Prognosen sagen fürs Ostallgäu einen überdurchschnittlichen Temperaturanstieg und eine Zunahme von Extremwetterereignissen (Starkregen, Hitze, Trockenheit) voraus. Fischer zieht daraus zwei Schlüsse: „Es wird ungemütlicher.“ Und „Klimaschutz ist Menschenschutz.“

Landkreis will ein Zeichen setzen

Aus diesem Grund trat der Landkreis im Frühjahr vergangenen Jahres dem „Bündnis klimaneutrales Allgäu“ bei. Mittlerweile haben sich 81 Unternehmen, Kommunen und Organisationen dem Bündnis angeschlossen. Wir wollen klimaneutral werden und damit ein starkes Zeichen setzen und ein echtes Vorbild sein“, sagt Landrätin Maria Rita Zinnecker. Klimaneutral, das bedeutet nichts anderes, als dass unter dem Strich kein CO² mehr ausgestoßen wird.

Austoß von Treibhausgas stark verringern

Das Bündnis hat sich zum Ziel gesetzt, den CO²-Ausstoß aus allen wichtigen Bereichen systematisch zu erfassen und zu verringern. Nicht vermeidbare CO²-Belastungen werden an anderer Stelle in der Welt ausgeglichen. „Ein wichtiger Grundsatz dabei ist aber: reduzieren geht vor kompensieren“, sagt Fischer. Der Kohlendioxidausstoß soll unter unter anderem weniger werden durch Sanierung von Gebäuden, einer Verringerung des Individualverkehrs oder der Förderung von Anlagen, die aus erneuerbaren Energien Strom und Wärme gewinnen. Im Landkreis beträgt der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen 95 Prozent, bei der Wärme liegt der Anteil bei 26 Prozent.

Schon im ersten Jahr ein Erfolg fürs Ostallgäu

Bereits im ersten Jahr des Bestehens haben die Mitglieder des „Bündnis Allgäu klimaneutral“ schon über 7000 Tonnen CO² kompensiert. Im Ostallgäu gilt das Landratsamt als eine der ersten Verwaltungen in Bayern, die nun vollständig klimaneutral ist. Für das Landratsamt waren 712 Tonnen CO²-Ausstoß ermittelt worden. Dies entspricht in etwa dem Verbrauch von 500 Autos mit Verbrennungsmotor, die pro Jahr 10 000 Kilometer unterwegs sind. Diese 712 Tonnen wurden durch den Kauf von CO²-Zertifikaten vollständig kompensiert. Im Zuge der Kompensation unterstützt das Landratsamt etwa ein Projekt in Ruanda.

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Im Allgäu will das Bündnis noch mehr Kommunen und Unternehmen zum Mitmachen bewegen. Ein Schritt in die richtige Richtung. Die Prognose des Weltklimarats bleibt dennoch düster: Wenn nicht umgehend global begonnen wird, den Ausstoß von Treibhausgasen schnell und drastisch zu reduzieren, wird es bald unmöglich sein, die Erwärmung der Erde unter zwei Grad zu halten.

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