Mobbing

Expertin sagt: Das können Eltern tun, wenn ihr Kind gemobbt wird

Wenn Kinder ausgeschlossen oder gemobbt werden, ist die Hilfe der Eltern entscheidend. Eine Expertin gibt Ratschläge, was Eltern, tun können.

Wenn Kinder ausgeschlossen oder gemobbt werden, ist die Hilfe der Eltern entscheidend. Eine Expertin gibt Ratschläge, was Eltern, tun können.

Bild: Adobe Stock (Symbolbild)

Wenn Kinder ausgeschlossen oder gemobbt werden, ist die Hilfe der Eltern entscheidend. Eine Expertin gibt Ratschläge, was Eltern, tun können.

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Die Ostallgäuer Erziehungsberaterin Elisabeth Frank-Keller gibt Tipps, wie Eltern ihren Kindern beim Thema Gewalt und Ausgrenzung helfen können.
06.08.2022 | Stand: 17:27 Uhr

Jedes zweite Kind ist schätzungsweise mindestens einmal im Laufe seiner Kindheit von Mobbing betroffen, sagt Elisabeth Frank-Keller von der KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Marktoberdorf. „Unter Mobbing versteht man, was früher Hänseleien hieß, aber in einem ausgeprägten Ausmaß.“ Diese Abwertungen finden nicht mehr nur im realen Leben auf dem Pausenhof statt, sondern vermehrt in der virtuellen Welt. Gründe dafür, warum jemand mobbt, gibt es viele. „Aber keinen einzigen guten“, sagt Frank-Keller. „Es geht darum, den eigenen Selbstwert aufzuwerten, indem ich andere abwerte. Dadurch bekomme ich Macht.“

Hilfe der Eltern ist wichtig, sagt die Expertin aus Marktoberdorf

Gegen Mobbing braucht es laut Elisabeth Frank-Keller ganz klar eine präventive Haltung von Erwachsenen. Sie sollten den Kindern signalisieren: Wir tolerieren kein Mobbing und keine Gewalt. „Es ist eine sehr komplexe soziale Aufgabe, Mobbing vorzubeugen.“ Frank-Keller gibt Eltern Tipps, wie sie das Thema Mobbing offen ansprechen können:

  • Wissen über Mobbing vermitteln: Eltern sollten ihre Kinder für das Thema Mobbing sensibilisieren, ohne dabei zu dramatisieren oder zu verharmlosen. Ein guter Ansatz ist, dem Kind zu vermitteln, dass man diese Probleme gemeinsam lösen kann. Der Klassenverbund kann einen wichtigen Beitrag leisten. Wenn das Kind gerne in die Schule geht, ist dies eine gute Grundlage für schulischen Erfolg.

Entscheidend: Mit den Kindern im Gespräch bleiben

  • Im Gespräch bleiben: Eltern können ihre Kinder auch ganz konkret dabei unterstützen, ihren Platz in der Klasse oder einer anderen Gruppe zu finden – etwa dadurch, dass sie mit dem Nachwuchs über eigene Stärken und Schwächen sprechen. Zusätzlich ist es wichtig, dass Eltern wissen, in welchem sozialen System sich das Kind jeden Tag aufhält. Statt nur nach Noten zu fragen, empfiehlt es sich, Kinder zum Erzählen einzuladen. Ein möglicher Einstieg ins Gespräch: Wie ging es dir heute in der Klasse?

Erziehungsberater können helfen

  • Hilfe holen: Wenn Kinder Mobbing erleben und sich den Eltern anvertrauen, ist es elementar wichtig, Kinder ernstzunehmen. Auch wenn Eltern im ersten Moment nicht sofort wissen, was konkret zu tun ist, können sie sagen: „Hier ist eine Grenze überschritten worden, ich weiß jetzt noch nicht sofort, was wir tun können, aber wir holen uns Hilfe. Auf jeden Fall war es sehr mutig, dass du es mir erzählt hast.“ Ansprechpartner finden Familien zuerst in der Schule, aber auch bei den KJF Beratungsstellen. Telefonisch können sich Kinder, Jugendliche an die Nummer gegen Kummer unter 116111 und Eltern unter 0800 1110550 wenden. Bei Fragen rund um Erziehung helfen die KJF Erziehungsberater weiter. Sie unterliegen der Schweigepflicht.

Die KJF Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung Marktoberdorf ist unter der Nummer 08342/98134 und per E-Mail unter eb.marktoberdorf@ kjf-kjh.de erreichbar.

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