Grundschule St. Martin

Förderverein fordert: an Plänen für Marktoberdorfer Schule festhalten

Die Debatte um die Grundschule St. Martin in Marktoberdorf geht weiter.

Die Debatte um die Grundschule St. Martin in Marktoberdorf geht weiter.

Bild: Heiko Wolf

Die Debatte um die Grundschule St. Martin in Marktoberdorf geht weiter.

Bild: Heiko Wolf

Stadtrat soll an Ausweichquartier für Schule St. Martin und Neubau nicht rütteln, sagt der Verein. Sonst mache man alle Beschlüsse aus 12 Jahren zunichte.
25.07.2020 | Stand: 15:12 Uhr

In der Debatte um die Ausweichschule und den Neubau der St.-Martin-Schule meldet sich nun der Förderverein der Grundschule zu Wort. Dr. Antje Kanzow vom Förderverein hat Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell und den Stadträten im Namen des Vereins einen Offenen Brief geschickt und darin an den Stadtrat appelliert, „den Beschluss für den Neubau am alten Standort und die Lösung mit der Ausweichschule nicht wieder zur Diskussion zu stellen“.

Verzögerung "eine Katastrophe"

Der Stadtrat trifft sich, wie berichtet, am 30. Juli ab 18.30 Uhr im Modeon erneut zu den Themen Schule St. Martin und Ausweichquartier auf dem Modeongelände in der Zeit des Schulneubaus. Zuletzt war im Stadtrat eine Abstimmung zum Bau der Ausweichschule völlig überraschend mit einem Patt ausgegangen, was einer Ablehnung entspricht. Der Start des Schulbaus – laut Bürgermeister Hell „das größte Bauvorhaben in Marktoberdorf seit Bau des Modeons“ Anfang der 80er Jahre – würde sich damit nochmals drastisch verzögern. Der Förderverein der St.-Martin-Grundschule, der sich als Bindeglied zwischen Schülern, Eltern, Lehrern und Ehemaligen versteht, hielte eine solche Verzögerung für eine Katastrophe: Hier der Brief, leicht gekürzt, im Wortlaut:

„Aufgerüttelt durch den Zeitungsartikel über den Stadtratsbeschluss möchten wir unseren Standpunkt einbringen. Alle Entscheidungen, Beschlüsse und Planungsschritte der vergangenen zwölf Jahre sind mit einem Schlag zunichtegemacht! Der Stadtrat hatte in der Vergangenheit genügend Zeit, um sich mit den Kosten für eine Ausweichschule zu befassen. Jede weitere Verzögerung des Baubeginns wird nicht zur Senkung der Gesamtkosten beitragen.

„Fenster, die nicht schließen“

( …) Die Schule ist seit Jahren ein dringender Sanierungsfall. Die Reparaturarbeiten, die durchgeführt wurden, können die Schule nicht mehr in einen Zustand versetzen, der ein zumutbares Arbeits- und Lernumfeld schafft. Fenster, die nicht mehr richtig schließen, eine Heizung, die im Winter nicht genügend Leistung erbringt und üble Gerüche in Kellerräumen, die vermutlich gesundheitsschädlich sind, sind nicht weiter tragbar! Mit der Aussicht auf Änderung ließen sich diese Einschränkungen lange hinnehmen. ( …) Die Abhilfe durch den Neubau rückt mit der aktuellen Entscheidung jedoch in weite Ferne. Aber ein Verbleib der Schule im alten Gebäude ist in keinem Fall länger hinnehmbar.

Wir appellieren dringend an Sie, den bereits gefällten Beschluss für den Neubau am alten Standort und die Lösung mit der Ausweichschule nicht wieder zur Diskussion zu stellen. Als hoffnungsvolles Signal sehen wir, dass der Stadtrat in der kommenden Woche zu einer erneuten Sitzung zusammenkommt. Wir erwarten uns im Interesse der Schulfamilie ein positives Votum, damit der Neubau der St.-Martin-Grundschule ohne weitere Zeitverzögerung auf den Weg gebracht werden kann.“  

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