Das gab's bei der Jahresversammlung

Wie die Obergünzburger Feuerwehr auch während Corona einsatzbereit bleibt

„Neue und alte“ Führungsmannschaft: (von links) Kassier Thomas Posselt, ehemaliger Kassier Tobias Paolini, zweiter Vorsitzender Daniel Schwaier, Kommandant Stefan Rauscher, Erster Vorsitzender Sebastian Heckelsmüller, Bürgermeister Lars Leveringhaus, ehemaliger zweiter Vorsitzender Helmut Rauscher, Schriftführerin Alexandra Wirth, ehemaliger erster Vorsitzender Helmut Diepolder und ehemaliger Schriftführer Martin Rennies.

„Neue und alte“ Führungsmannschaft: (von links) Kassier Thomas Posselt, ehemaliger Kassier Tobias Paolini, zweiter Vorsitzender Daniel Schwaier, Kommandant Stefan Rauscher, Erster Vorsitzender Sebastian Heckelsmüller, Bürgermeister Lars Leveringhaus, ehemaliger zweiter Vorsitzender Helmut Rauscher, Schriftführerin Alexandra Wirth, ehemaliger erster Vorsitzender Helmut Diepolder und ehemaliger Schriftführer Martin Rennies.

Bild: Horst Sonnenmoser

„Neue und alte“ Führungsmannschaft: (von links) Kassier Thomas Posselt, ehemaliger Kassier Tobias Paolini, zweiter Vorsitzender Daniel Schwaier, Kommandant Stefan Rauscher, Erster Vorsitzender Sebastian Heckelsmüller, Bürgermeister Lars Leveringhaus, ehemaliger zweiter Vorsitzender Helmut Rauscher, Schriftführerin Alexandra Wirth, ehemaliger erster Vorsitzender Helmut Diepolder und ehemaliger Schriftführer Martin Rennies.

Bild: Horst Sonnenmoser

Die Feuerwehr wird auch während Corona gebraucht, doch vor allem die Übungen gestalten sich schwierig. Wie die Obergünzburger die Corona-Probleme angehen.
30.03.2021 | Stand: 05:45 Uhr

Auch das Obergünzburger Feuerwehrjahr 2020 stand im Zeichen der Corona-Pandemie, bis hin zur jüngsten Jahresversammlung. Die erfolgte – mit Ausnahme der Vorstandswahlen – erstmals online. Gut 70 Zuhörer haben sich zugeschaltet.

13 Feuerlöscheinsätze für die Obergünzburger

Kommandant Stefan Rauscher berichtete über stattliche 137 Feuerwehreinsätze der 81 aktiven Mitglieder in 2020, davon 13 Feuerlöscheinsätze und 78 technische Hilfeleistungen, wie sie beispielsweise nach Verkehrsunfällen benötigt werden. Mit dabei waren auch etliche Versorgungsfahrten auf Landkreisebene im Zusammenhang mit der Pandemie. Erschwerend kam hinzu, dass die Einsätze nur unter strengen Hygienemaßnahmen erfolgen durften. „Immer wieder mussten Einsatzkräfte in Quarantäne gestellt werden. Mit ausgeklügelten Verfügbarkeitsabfragen und Dienstplänen konnte dennoch die Einsatzbereitschaft zu jeder Zeit aufrechterhalten werden“, sagte Rauscher.

Mit dem Appell „Passt auf euch auf, haltet durch und bleibt gesund!“ bat er alle eindringlich, auch weiterhin die Hygieneregeln zu befolgen und dankte allen für ihre außergewöhnliche Einsatzfreude. Denn die zeigten die Floriansjünger auch bei der Teilnahme an den zahlreichen Übungen, die – wo sinnvoll und möglich – ebenfalls online erfolgten.

Neuer Kommandowagen bei der Feuerwehr

Seit Oktober 2020 verfügt die Feuerwehr über einen neuen Kommandowagen, der als wichtiges Erkundungs- und Vorausfahrzeug im Einsatzfall verwendet wird. Zur Verbesserung der Logistik im Feuerwehrhaus wurde ein Dieselstapler angeschafft, den auch der Obergünzburger Bauhof, die Kläranlage und das Wasserwerk mitbenutzen. Mit Unterstützung des Feuerwehrvereins und einer großzügigen Spende der Schreinerei Traut wurde das Floriansstüberl mit einer neuen Küche ausgestattet.

Weiter erklärte Rauscher, dass der für Frühjahr 2020 geplante Start der Kinderfeuerwehr pandemiebedingt auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden musste. Die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Grundschulen konnte dagegen für zahlreiche Kinder, Erzieherinnen und Lehrkräfte stattfinden.

Schwere Zeiten für Übungen bei der Jugendfeuerwehr

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Der Sprecher der seit 2014 bestehenden Sektion Jugendfeuerwehr, Simon Steinhauser, berichtete, dass trotz der schwierigen Zeiten der Übungsbetrieb in der Jugendfeuerwehr mit 20 Jugendlichen mit einem Gesamtaufwand von 810 ehrenamtlichen Stunden aufrechterhalten werden konnte. Zudem freute er sich über drei Neuzugänge und gleichzeitig drei alters- und ausbildungsbedingte Übertritte in die reguläre Wehr.

In seinem Ausblick für 2021 stellte Rauscher zwei neue Pressesprecher der Feuerwehr vor: Stefan Sörgel und Florian Havelka. Sie übernehmen das Amt von Robert Müller.

Zur Verbesserung der Einsatzleistung wird zeitnah sowohl ein Wechselladerfahrzeug, als auch ein Hilfsleistungslöschgruppenfahrzeug angeschafft. In Planung befinde sich eine interkommunale Gerätewerkstatt, die allen Feuerwehren der Verwaltungsgemeinschaft zur Pflege und Wartung ihrer Ausrüstung zur Verfügung stehen wird.

Hilfskonvoi ausgemusterter Feuerwehr-Fahrzeuge nach Kroatien

Einen besonderen Dank sprach Rauscher Stefan Kraus und Tobias Odermann aus, die sich an einem Hilfskonvoi des Landesverbandes mit ausgemusterten, aber brauchbaren Feuerwehrartikeln nach Kroatien beteiligten. Ebenso dankte er dem ausscheidenden Robert Müller, der 47 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr leistete, davon 20 Jahre als stellvertretender Kommandant. Er war viele Jahre Pressesprecher und übernahm die wichtige Brandschutzerziehung von Tausenden von Kindern. Und schließlich dankte der Kommandant allen Mitwirkenden in Führung und Ausführung, dem Vorstand, der Kreisbrandinspektion und dem Marktrat und Bürgermeister von Obergünzburg für die immerwährende Unterstützung seiner Arbeit.

Die Feuerwehr organisiert gemeinsam mit dem Markt Obergünzburg einen Hilfskonvoi mit ausgemusterten aber brauchbaren Fahrzeugen nach Kroatien.
Die Feuerwehr organisiert gemeinsam mit dem Markt Obergünzburg einen Hilfskonvoi mit ausgemusterten aber brauchbaren Fahrzeugen nach Kroatien.
Bild: Feuerwehr Obergünzburg

Keine geplanten Aktivitäten für 2021

Pandemiebedingt fiel der Bericht des scheidenden Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Helmut Diepolder, sehr übersichtlich aus. Vereinsaktivitäten 2020: keine. Geplante Aktivitäten für 2021: noch keine. Stattdessen sprach er wieder einige Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft aus, Corona-bedingt ohne persönliche Übergabe der Urkunden und Abzeichen. Ersatzweise soll in den Sommermonaten ein festlicher Ehrenabend für alle Geehrten und Beförderten stattfinden. Zum Schluss seiner Ausführungen dankte Diepolder allen, die vor allem vor der Pandemie die wichtige Arbeit des Feuerwehrvereins unterstützt und aktiv mitgeholfen haben und wünschte seinem Nachfolger gutes Gelingen für die vielfältigen Aufgaben.

Bürgermeister Lars Leveringhaus zollte der Führung der Feuerwehr und auch allen Kameraden höchsten Respekt für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft gerade in diesen schweren Zeiten. Er lobte die hervorragende, ehrenamtliche Arbeit, die oft auch über den reinen Feuerwehrdienst hinausgehe. Er dankte dem scheidenden Vorstand für den geleisteten Einsatz und bot den Nachfolgern wie bisher eine gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde an.

Online-Übungen werden bei der Feuerwehr gut angenommen

Kreisbrandrat Markus Barnsteiner lobte darüber hinaus die fast grenzenlose Kreativität der Obergünzburger Feuerwehr, die Einsatzkraft auch in „Corona-Zeiten“ aufrecht zu erhalten, beispielsweise mit sehr gut angenommenen Online-Übungen. Nach einem anfänglichen Provisorium mit Strahlern aus eigenen Beständen, um das Gerätehaus für die Fahrzeugkunde auszuleuchten, erhielt die Wehr professionelle Hilfe aus dem Ort. Ein Unternehmer hatte sich angeboten, das Equipment zur Verfügung zu stellen. Sogar ein Erste-Hilfe-Training war möglich. 78 Retter hatten daran teilgenommen. Weitere Schulungen befassten sich mit den Unfallverhütungsvorschriften. Gemeinsam verbunden waren die Feuerwehrler über die Konferenzplattform „Teams“, die Lizenzen erhielten sie über das Haus des Stiftens. Barnsteiners Dank galt auch der Führungsmannschaft für die hervorragende Zusammenarbeit auf Landkreisebene.

Nach den Online-Beiträgen hatten die Floriansjünger zwischen 12 und 14 Uhr Gelegenheit, im Feuerwehrhaus ihre Stimmen für den neuen Vorstand unter strengen Hygieneregeln abzugeben.

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