Leidenschaft im Schnee

Film ab! Ostallgäuer dreht atemberaubende Aufnahmen von Snowboard-Abenteuern

Eine Szene aus dem Snowboardfilm „2020: A Snowboard Odyssey“  des Ostallgäuers Klaus Menhofer  Jetzt ist der Streifen online zu sehen.

Eine Szene aus dem Snowboardfilm „2020: A Snowboard Odyssey“ des Ostallgäuers Klaus Menhofer Jetzt ist der Streifen online zu sehen.

Bild: Klaus Menhofer

Eine Szene aus dem Snowboardfilm „2020: A Snowboard Odyssey“ des Ostallgäuers Klaus Menhofer Jetzt ist der Streifen online zu sehen.

Bild: Klaus Menhofer

Der Ostallgäuer Klaus Menhofer hat mit Freunden einen Snow- und Skateboardfilm gedreht. Warum es den Streifen nicht im Kino, sondern im Netz zu sehen gibt.
11.01.2021 | Stand: 11:38 Uhr

Es ist der Versuch, den Massen auf den Bergen und den Parkplätzen zu entkommen, heißt es in der Beschreibung zu dem Film „2020: A Snowboard Odyssey“. Zu sehen sind atemberaubende Aufnahmen von verschneiten Bergen aus den Allgäuer und Tiroler Alpen, aus Norwegen und Italien. Mitten durch diese Landschaften ziehen Snowboard-Fahrer ihre Kurven. Doch der Film, an dem auch der Pfrontener Klaus Menhofer mitgewirkt hat, ist nicht nur ein Sportfilm, sondern zeigt auch humorvoll, wie Affen die Bretter für sich entdecken. Jetzt ist das etwa einstündige Werk kostenlos im Internet zu sehen.

Über 3400 kurze Filme

Über 3400 einzelne kurze Filme sind in den vergangenen zehn Jahren entstanden, zwei Drohnen wurden dabei zerstört. Aufrecht erhalten wurde der Traum von sieben Männern, der vor 15 Jahren begann: Einen eigenen Snowboardfilm zu drehen. „Wir sind eine Truppe bergbegeisterter Snowboard- und Skateboardfahrer, die mit zunehmendem Alter nicht aufgehört haben, ihr Hobby mit Nachdruck auszuüben“, schreibt Klaus Menhofer. Er und seine Freunde haben sich zahlreiche Snow- und Skateboardvideos angeguckt, um zu fachsimpeln.

Dabei gehe es vor allem darum, sich etwas gemeinsam anzusehen, was andere bei dem zeigt, was man selbst am liebsten macht. Kein Handy-Video, das man „zwischen Tür und Angel“ oder im Winter schnell in der Gondel anschaue, könne das. Deshalb sei die Idee entstanden, selbst einen Film zu machen.

Am Ende gibt es zur Veröffentlichung allerdings keine große Premiere. „Es ist zum Heulen“, beschreibt Menhofer die Situation. „Corona lässt zehn Jahre Vorfreude platzen wie einen Luftballon.“ Es sei nach langen Überlegungen aber keine Option gewesen, den Film noch einmal ein Jahr in die Schublade zu legen, nur damit es dann eine große Premiere geben kann. Nun gibt es den Film im Netz zu sehen. Der Inhalt: Atemberaubende Snow- und Skateboardszenen und eine Gruppe von Affen, die im wahrsten Sinne des Wortes das Schneebrett für sich entdecken. „Das Ganze begann vor 15 Jahren“, erinnert sich Menhofer. „Wir hatten die glorreiche Idee, einen der bekanntesten Science-Fiction-Filme aller Zeiten als Inspiration für unser Intro aufzugreifen.“

Eine Horde Affen

So kam es, dass zu Beginn des Films Affen durch die Schneelandschaft laufen und mitten in den Bergen auf eine große Affenkopf-Skulptur stoßen. Die Tiere tummeln sich um diese Skulptur, berühren sie und finden daraufhin alte Holzbretter – und entdecken das Snowboardfahren. „Es waren drei harte, lange aber wunderherrliche Tage auf dem Schönkahler“, erinnert sich Menhofer an die Dreharbeiten in den Tannheimer Bergen.

Die folgenden Szenen zeigen dann Snow- und Skateboardaufnahmen und das Team beim Basteln, mit Säge und Schleifpapier: Snowboards werden zerteilt und zu sogenannten Splitboards umgebaut. Ein Vorteil habe Corona gehabt, berichtet Menhofer: „Ich habe im ersten Lockdown mit dem Schnitt begonnen und war nach knapp drei Monaten fertig.“

Nicht das erste Filmprojekt

Es war nicht das erste Filmprojekt von Menhofer und seinem Team, bestehend aus Rainer Erhart (Technischer Leiter, Bastler, Tüftler), Christian Fleckinger (Regie, Drehbuch, Licht), Jakob Seitz (Assistent, Licht), Benjamin Rosien (Fotograf) und den beiden Assistenten im Ausland Andreas Kliemann und Jochen Neumann. Seit 20 Jahren drehen sie unter dem Label Spacemonkeyfilms Musikvideos und Snowboard- beziehungsweise Skateboardfilme. Unangenehm sei die Arbeit gewesen, Lizenzen für die verwendeten Songs zu bekommen. „Aber hier konnte ich mit einer Mischung aus regionalen Künstlern und diversen mittelbekannten Künstlern am Ende einen guten Mix finden“, berichtet Menhofer. Die Musik sei genauso wichtig gewesen wie die Bilder. Das neueste Werk bezeichnen die Macher als „alles in allem ein gemütliches Allgäuer Snowboardgeschichtle“.

Den Film gibt es kostenlos zu sehen unter:

www.spacemonkeyfilms.de