Unterhaltung

Filmkunstwochen: Lichtblicke im Marktoberdorfer Lichtspieltheater

Monika Schubert, Florian Stiglhofer veranstalten zum 10. Mal die Allgäuer Filmkunstwochen. Die Macher verfolgen mit dem Festival heuer ein besonderes Ziel.

Monika Schubert, Florian Stiglhofer veranstalten zum 10. Mal die Allgäuer Filmkunstwochen. Die Macher verfolgen mit dem Festival heuer ein besonderes Ziel.

Bild: Mona Boos

Monika Schubert, Florian Stiglhofer veranstalten zum 10. Mal die Allgäuer Filmkunstwochen. Die Macher verfolgen mit dem Festival heuer ein besonderes Ziel.

Bild: Mona Boos

Bei der zehnten Auflage des Kinofestivals stehen berührende und lustige Filme sowie  Klassiker  auf dem Programm. Welches besondere Ziel die Macher verfolgen.
26.09.2020 | Stand: 12:00 Uhr

„Jeder Film ist ein besonderer Film“, sagt die Marktoberdorfer Kinobetreiberin Monika Schubert zum Programm des diesjährigen Allgäuer Kinofestivals. Am 1. Oktober ist es wieder soweit: Die Allgäuer Filmkunstwochen beginnen. Bis zum 21. Oktober zeigen die Filmburg in Marktoberdorf, das Filmhaus Huber in Bad Wörishofen und das Kurfilmtheater in Oberstdorf 40 verschiedene berührende, lustige, unterhaltsame, lehrreiche oder nachdenkliche Filme und Dokumentationen.

„Die Besucher sollen dieses Jahr vor allem mit dem Gefühl aus dem Kinosaal gehen, dass das Leben nicht so dunkel ist, wie es zur Zeit scheint“, sagt Schubert. Aus diesem Grund habe sie mit ihren Kollegen Florian Stiglhofer (Oberstdorf) und Rudolf Huber (Bad Wörishofen) den Themenschwerpunkt „Lichtblicke“ gewählt. Inspirierende Filme zu besonderen Menschen und deren Geschichten sollen die Zuschauer optimistisch und positiv stimmen. Als Beispiel nennt Schubert den Dokumentarfilm „Looking to the Stars“ über die einzige Tanzschule der Welt, die blinde Tänzerinnen ausbildet. „Dort wird für blinde Tänzer das Unmögliche möglich gemacht.“

Zum zehnjährigen Jubiläum des Festivals können die Kinobesitzer sogar einen besonderen, neuen Film aus dem Allgäu vorstellen. Der Dokumentarfilm „Im Berg dahuim“ von den Schweizer Regisseuren Thomas Rickenmann und Rahel von Gunten kommt mit den Filmkunstwochen in die Kinos. Er zeigt das Leben von Alphirten, Sennerfamilien und Hüttenbetreibern auf vier Allgäuer Alpen: Taufersberg-Alpe, Sölleralpe, Alpe Oberau und Kemptner Hütte. Den ganzen Sommer verbringen die Wirte auf der Alpe und die Hirten ziehen mit ihren Herden von Weide zu Weide. Dabei finden die Bergmenschen Glück und Zufriedenheit. „Der Film ist ein besonderes Zeitdokument und wird unserem Themenschwerpunkt sehr gerecht“, sagt Stiglhofer.

Viele berührende Filme stehen in der Filmburg zudem auf dem Programm. Zum Beispiel handelt der Streifen „Der Glanz der Unsichtbaren“ von französischen Sozialarbeiterinnen, die obdachlosen Frauen mit viel Engagement und Humor ihren Stolz zurückgeben.

Im Filmhaus Huber in Bad Wörishofen laufen dagegen viele Filme zum Thema Gesundheit und Reisen. Zudem steht der Film über den bekannten Regisseur Reiner Werner Fassbinder aus Bad Wörishofen auf dem Programm („Enfant Terrible – R. W. Fassbinder“).

Im Kurfilmtheater in Oberstdorf gibt es einige Filmklassiker aus der Filmgeschichte. Im Gedenken an den 2020 verstorbenen Regisseur Joseph Vilsmaier zeigt Florian Stiglhofer den mehrfach ausgezeichneten Film „Herbstmilch“.

Zusätzlich zu den Filmvorstellungen gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. So wird der Regisseur Thomas Rickenmann bei jeder Vorstellung von „Im Berg dahuim“ in den drei Kinos anwesend sein. Im Anschluss an den Film bekommen die Kinobesucher im Filmgespräch mit dem Regisseur einen Einblick in die Entstehungsgeschichte des Films. In der Filmburg finden zudem bei jeder Vorstellung des Tanzfilms „Into the Beat – dein Herz tanzt“ Auftritte der Mobilé-Tanzgruppen statt. „Das Tanzen hat einfach etwas Befreiendes“, sagt Schubert. „Deshalb passt es sehr gut zu unserem Thema.“ Genau dieses Beiprogramm und die speziell ausgewählten Filme machen die Besonderheit der Filmkunstwochen aus, sagt Schubert.

Wegen der geltenden Abstandsregeln darf maximal die Hälfte der Sitzplätze in den drei Kinosälen besetzt werden. „Wir sind aber heilfroh, dass wir es überhaupt machen können“, sagt Stiglhofer.