Ostallgäu

Groß-Handel

Noch gibt es einiges zu tun, ab 1. August sollen sich in diesem einstigen Lagerraum Interessenten in der Gebrauchtmöbel-Ausstellung im Family Store umschauen können.

Noch gibt es einiges zu tun, ab 1. August sollen sich in diesem einstigen Lagerraum Interessenten in der Gebrauchtmöbel-Ausstellung im Family Store umschauen können.

Bild: Fotos: Mathias Wild

Noch gibt es einiges zu tun, ab 1. August sollen sich in diesem einstigen Lagerraum Interessenten in der Gebrauchtmöbel-Ausstellung im Family Store umschauen können.

Bild: Fotos: Mathias Wild

Gebrauchtmöbel-Ausstellung Humedica-Gründer Wolfgang Groß erweitert den Family Store seiner Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“. Im August geht es los.

29.07.2020 | Stand: 09:30 Uhr

Wolfgang Groß ist Kosmopolit, ein Weltbürger im besten Sinne. Jahrzehntelang war er unermüdlich im Einsatz. Im Einsatz für die Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica, die er als junger Mann zusammen mit seinem Bruder Dieter gegründet hatte. Im Einsatz immer dort, wo es auf diesem Globus brannte, wo von einem Tag auf den anderen Hilfe gebraucht wurde. Hilfe zum Leben, Hilfe zum Überleben. Mitte 2019 hat der Weltbürger Groß seinen aufreibenden Chefposten abgegeben. Seither ist der „professionelle Bettler“, wie er sich selbst gerne augenzwinkernd nennt, im Dauereinsatz für den guten Zweck in der Heimat.

Als Vorstand der Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“ treibt er das „Family Center“ in Neugablonz um. Und das dort untergebrachte Second-Hand-Kaufhaus „Family Store“ wird nun erweitert: Ab August werden sich Kunden in einer neu geschaffenen Gebrauchtmöbel-Ausstellung umschauen können.

Wolfgang Groß hat schon immer gebrannt für das, was er gerne – und richtig gut – machte. 40 Jahre lang war er mit seinen zuletzt 50 festangestellten Mitarbeitern in Neugablonz, weiteren 300 Beschäftigten in der ganzen Welt und vielen Hundert Ehrenamtlichen dabei, humanitäre und medizinische Hilfe weltweit zu organisieren.

Mit Gottes Beistand

Immer wieder, erinnert sich Groß, sei er aber auch gefragt worden, was man und er denn für Menschen in Deutschland, in der unmittelbaren Umgebung tun könne. Ergebnis der Überlegungen war schließlich die 2016 von Humedica gegründete Stiftung „Nächstenliebe in Aktion“. Wie so oft in seinem Leben kamen dabei Wolfgang Groß glückliche Umstände zur Hilfe, Groß selbst spricht wie in so vielen anderen Belangen auch lieber von Gottes Beistand.

So konnte er von der Besitzerin Gabriele Stumpe ein Wohn- und Geschäftshaus in der Neugablonzer Hüttenstraße zu einem deutlich reduzierten Kaufpreis erwerben. 18 Wohnungen gibt es dort, 55 Tiefgaragen-Stellplätze, unglaublich viele Lager- und Veranstaltungsräume sowie die über 900 Quadratmeter Fläche, die einst vom Lebensmittler Feneberg belegt waren und dann zum Family Store umgewandelt wurden. Umgewandelt übrigens nach dem Vorbild eines Ladens der Heilsarmee in der US-Hauptstadt Washington, der es einst Wolfgang Groß bei einem Besuch spontan angetan hatte.

Hell und freundlich, die sortierte, saubere und – bei Wäschestücken auch professionell – gereinigte Ware spricht Kunden aus allen Schichten an. Das offensichtlich gut situierte Ehepaar, das ein paar Sachen spendet und sich dafür eine Kaffeemaschine – „die passt perfekt in das Eck in unserer Küche“ – mitnimmt gehört da genauso dazu wie der ältere Mann, der genüsslich bei den Büchern stöbert. Dahinter lädt ein Café ein. Das Angebot im Laden reicht von Haushaltswaren über DVDs bis hin zur Kinderbekleidung.

Durchbruch

Möbel wurden bislang überwiegend in den Lagerräumen vorgehalten, in dem Family Store fanden nur Einzelstücke Platz. Um das zu ändern, richten seit geraumer Zeit viele helfende Hände eine Lagerhalle zu einer Gebrauchtmöbel-Ausstellung her. Um vom einen zum anderen Bereich gelangen zu können, wurde zwischen Family Store und Möbel-Abteilung ein Durchbruch geschaffen. Dass Wolfgang Groß die Ideen ganz offensichtlich nie ausgehen, zeigt gleich sein nächster Plan, den er angesichts der vielen gelagerten Büro-Möbel hat. „Woanders gibt es das schon, im Kaufbeurer Raum nicht“, sagt Groß: Er möchte in einem der großen Räume künftig professionelle Arbeitsplätze – „wir haben hier sehr gutes Internet“ – anbieten für all diejenigen, die Homeoffice machen sollen oder wollen, daheim aber nicht genügend Platz dafür haben.

4500 Quadratmeter

Am 1. August wollen Groß und seine Helfer die Gebrauchtmöbel-Ausstellung eröffnen – coronabedingt nur mit wenigen Gästen. Und dann? Wolfgang Groß schmunzelt: „Das Anwesen hier umfasst 4500 Quadratmeter – da wird uns schon noch einiges einfallen.“