Senioren-Pflegeheim in Marktoberdorf

Warum es im Gulielminetti-Seniorenheim nun eine Futterstation für Vögel gibt

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Monika Schirutschke (rechts) vom Landesbund für Vogelschutz stellte der Bewohnervertretung des Gulielminetti Seniorenheims und Claudia Schien, Leitung der sozialen Betreuung (Mitte), die Vogel-Futterstation vor.

Bild: Renate Dauner

Monika Schirutschke (rechts) vom Landesbund für Vogelschutz stellte der Bewohnervertretung des Gulielminetti Seniorenheims und Claudia Schien, Leitung der sozialen Betreuung (Mitte), die Vogel-Futterstation vor.

Bild: Renate Dauner

Dank der Futterstelle im Gulielminetti-Heim in Marktoberdorf können Senioren Vögel aus nächster Nähe beobachten. Wie die Bewohner davon profitieren können.
26.05.2021 | Stand: 04:30 Uhr

„Beeindruckend, wie viel ältere Menschen über die Natur wissen“, sagt Monika Schirutschke vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Sie stellte im Rahmen des Projekts „Alle Vögel sind schon da“ im Garten des Gulielminetti-Seniorenheims eine Vogel-Futterstation auf. Danach leitete sie die Mitglieder der Bewohnervertretung zur Beobachtung der gefiederten Gäste an und stieß auf viel Wissen über die heimische Vogelwelt.

Gulielminetti-Seniorenheim: Vogelgesang und die lebhafte Art der Tiere berührt alte Menschen

„Vögel, ihr Gesang und ihre lebhafte Art am Futterhaus berühren viele Menschen und wecken Erinnerungen“, sagt Schirutschke. Dies möchte man in der Pflegeeinrichtung des Bayerischen Roten Kreuzes in Marktoberdorf nutzen. Einrichtungsleitung Renate Dauner sagt, dass der parkähnliche Garten mit altem Baumbestand ein Paradies für Vögel sei. Dank der Futterstelle können die Senioren sie jetzt öfter aus nächster Nähe betrachten. Die Bewohner werden motiviert, körperlich und geistig aktiv zu werden, um die Vögel zu sehen. Gerade auch bei dementiellen Erkrankungen wecke der Anblick der Vögel Erinnerungen und Gefühle.

Ein weiterer Vorteil: Die Futterstelle im Garten des Heims ist für viele der bewegungseingeschränkten Bewohner erreichbar. „Es treffen sich dort tatsächlich immer wieder Senioren und auch Angehörige. Man kommt ins Gespräch, bestimmt die Vogelarten und freut sich gemeinsam über das rege Kommen und Gehen von Meise, Spatz oder Rotkehlchen“, beobachtet Claudia Schien, Leitung der sozialen Betreuung. „Wir haben vom LBV zusätzliches Infomaterial bekommen und setzen beispielsweise Plüschvögel, die die Vogelstimmen nachahmen, in der sozialen Betreuung ein.“

Zusammenhang zwischen Wohlbefinden, mentaler Gesundheit und Naturverbundenheit

„Die Wissenschaft hat gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen Wohlbefinden, mentaler Gesundheit und Naturverbundenheit gibt“, sagt Schirutschke. Für Dauner ist zudem wichtig: „Eigentlich wollten wir Kinder umliegender Schulen und Kindergärten zu Vorträgen des LBV einladen und dabei Alt und Jung zusammenbringen.“ Doch leider muss das warten, bis Corona solche Begegnungen wieder zulässt.

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