Haushaltsplan 2021

Trotz Corona-Lage keine Kredite nötig: Ruderatshofen will kräftig investieren

Der Haushaltsplan für die Gemeinde Ruderatshofen ist beschlossen. Es soll 2021 einiges investiert werden.

Der Haushaltsplan für die Gemeinde Ruderatshofen ist beschlossen. Es soll 2021 einiges investiert werden.

Bild: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

Der Haushaltsplan für die Gemeinde Ruderatshofen ist beschlossen. Es soll 2021 einiges investiert werden.

Bild: Daniel Karmann, dpa (Symbolbild)

Ruderatshofen beschließt einstimmig den Haushaltsplan. Die Gemeinde investiert in diesem Jahr kräftig.
27.04.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Erleichtert fasste Bürgermeister Johann Stich am Ende der Beratung zum Gemeindehaushalt die gute Entwicklung zusammen: Trotz Corona-Lage hat die Gemeinde ein gutes Investitionsprogramm ins Auge gefasst, gleichwohl habe man vorsichtig kalkuliert und benötige keine neuen Kredite. So beschloss das Kommunalparlament sowohl den Haushaltsplan für 2021 – mit 3,4 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 2,3 Millionen Euro im Vermögenshaushalt – wie auch die Finanzplanung bis 2024 einstimmig.

Vermutete Einnahmen aus Gewerbesteuer niedriger angesetzt

Die Einnahmen aus Verwaltungsgebühren dürften auf stabilem Niveau von 781.000 Euro bleiben. Für 2023 ist allerdings aufgrund gesetzlicher Vorgaben mit der Einführung einer Gebühr für das Niederschlagswasser zu rechnen. Während die Einnahmen aus dem Bereich Einkommenssteuer mit 1,15 Millionen Euro konstant bleiben und sich die Zuflüsse aus staatlichen Schlüsselzuweisungen (213.000 Euro) sowie Grundsteuern (274.000 Euro) nur geringfügig verändern, sieht es bei der Gewerbesteuer anders aus. Die hatte im Vorjahr ein Allzeithoch von schwindelerregenden 931.000 Euro erreicht. „Fragen Sie mich nicht, warum“, konnte auch Kämmerer Florian Budschied sich über das hervorragende Ergebnis in der Corona-Situation nur wundern. Daher setzte er die für 2021 vermuteten Einnahmen aus Gewerbesteuer nur vorsichtig mit 703.000 Euro an. (Lesen Sie auch: Zwei größere Investitionen: Gemeinde Wald muss in die Rücklagen greifen)

Deutlich höhere Personalausgaben

Mit diesen Gesamteinnahmen im Verwaltungshaushalt können zunächst die Personalausgaben bezahlt werden. Die machen im Vergleich zum Jahr 2020 einen erheblichen Sprung von 710.000 auf eine Million Euro. Durch erhöhte Kinderbetreuung im Kindergarten sowie in der Krippe plus Reinigungskosten infolge der Erweiterung dieser Einrichtungen fallen 190.000 Euro mehr an. Weitere Mehrkosten in Höhe von 63 000 Euro entstehen für zusätzliche Stellen im Bereich Bauhof, für die Quartiersmanagerin und für die Umstellung vom ehrenamtlichen zum hauptamtlichen Bürgermeister.

Durch den Verwaltungshaushalt ebenfalls bezahlt werden müssen die verschiedenen Umlagen. Den größten Brocken bildet hierbei die Umlage an den Landkreis mit 885.000 Euro. An die Verwaltungsgemeinschaft Biessenhofen (VG) sind 268.000 Euro zu bezahlen. Hinzukommen wird eine Investitionsumlage, da das Verwaltungsgebäude der VG erweitert wird. An den Betriebskosten des Schulverbands Aitrang-Ruderatshofen muss man sich mit 8.000 Euro und am Biessenhofener Schulverband mit 28.000 Euro beteiligen. An den Betriebskosten des Abwasserzweckverbandes Aitrang-Ruderatshofen werden anteilig 113.000 Euro fällig, sowie 80.000 Euro Gewerbesteuerumlage. (Lesen Sie auch: Sinkende Schulden trotz höherer Personalkosten in Görisried)

100.000 Euro fließen in die Rücklagen

Der Vermögenshaushalt gibt Einblick in die geplanten Investitionen. So sind 172.000 Euro vorgesehen für den Fall, dass Grundstücke erworben werden können. 71.000 Euro fließen in Tilgungen und 100.000 Euro in die Rücklagen. Die Vielzahl von Baumaßnahmen (siehe Infokasten) benötigt Mittel in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro.

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Zur Bezahlung dieser Investitionen trägt der Überschuss des Verwaltungshaushaltes von 184.000 Euro bei, der dem Vermögenshaushalt zugeführt wird. Weiter werden unter anderem Gelder aus der staatlichen Investitionspauschale, sowie für Breitbandausbau und Ausgleichsbeitrag für den Straßenausbau von gesamt 565.000 Euro eingeplant. Und schließlich entnimmt die Kommune der allgemeinen Rücklage 1,4 Millionen Euro. Somit braucht Ruderatshofen keinerlei neue Kredite aufzunehmen.

Pro-Kopf-Verschuldung in Ruderatshofen unter Landkreis-Durchschnitt

Die Pro-Kopf-Verschuldung der 1763 Ruderatshofener Einwohner hat von 2012 mit 1.592 Euro konstant auf 232 Euro in diesem Jahr abgenommen. Sie liegt damit unter dem Landkreisdurchschnitt von 995 Euro und auch unter dem Bayernschnitt von 592 Euro. Allerdings zeigt die Finanzplanung der kommenden Jahre bis 2024 etliche anstehende Projekte auf: Feuerwehrautos, Kindergarten, Umgehungsstraße, Wirtschaftswege, Immobilienkauf und Umbau sowie Wasserversorgung in der Hauptstraße. Dafür werden wohl neue Kredite gebraucht werden, vermutet der VG-Kämmerer.

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