"Hock di no": Warum in Seeg eine lebensgroße Puppe die Stellung hält

Seeg  Die Stellung hält Rosmarie Landerer vor ihrem bisherigen nah & gut-Geschäft in Seeg - derzeit in Form einer lebensgroßen Puppe. Sie hatte ihren Laden per Ende April geschlossen (wir berichteten). Nun lädt sie als Modell zum Verweilen ein, nicht vorbeizugehen. Und wenn sie da ist, solle man sich hinzusetzen zu ihr auf das Ruhebänkle.

Rosmarie Landerer hat Ende April ihren Laden in Seeg geschlossen. Doch nach wie vor hält sie dort die Stellung - in Form einer lebensgroßen Puppe.

Bild: Anton Reichart

Rosmarie Landerer hat Ende April ihren Laden in Seeg geschlossen. Doch nach wie vor hält sie dort die Stellung - in Form einer lebensgroßen Puppe.

Bild: Anton Reichart

Viele Jahre hat Rosmarie Landerer in Seeg ein Geschäft betrieben. Ende April musste sie schließen. Warum nun eine lebensgroße Puppe davor sitzt.

07.06.2020 | Stand: 10:35 Uhr

Über Jahrezehnte hinweg hat Rosmarie Landerer zusammen mit ihrem Mann in Seeg ein Geschäft betrieben. Der „Nah & Gut“-Laden war ihr Leben. Nachdem im vergangenen Jahr ihr Mann gestorben war, schloss sie den Laden Ende April. Doch auch, wenn das Geschäft nicht mehr geöffnet hat, ist Rosmarie Landerer nicht von der Bildfläche verschwunden. Auf einer braun gestrichenen Bank vor ihrem Laden sitzt sie - die lebensgroße Puppe - stets mit einem Lächeln im Gesicht. 

Zeit für viele gute Gespräche

Auf dem Ruhebänkle lädt sie alle Passanten zum Verweilen ein. Dort hat sie auch ein offenes Ohr für alle Probleme. Nachdem der Laden nun geschlossen hat, hat Landerer nun auch mehr Zeit mit ihren ehemaligen Kunden ein Pläuschchen zu halten. "Dia Bank lad zum Verweila ei, drum gand id einfach so vorbei", steht auf einem handgeschriebenem Zettel an der Bank.

Die leibhaftigte Landerer hat nun - nach jahrzehnten der Geschäftsführung - mal wieder Zeit, sich um lange aufgeschobene Sachen zu kümmern. So will sich die 72-Jährige nun ihrer Familiengeschichte widmen.

Ausverkauf Landerer
Der Laden war Rosmarie Landerers Leben. Ende April schloss sie ihn.
Bild: Anton Reichart