Corona-Pandemie

Hohe Inzidenz und neue Corona-Regeln: Mehrere Gemeinderatssitzungen im Ostallgäu abgeblasen

Corona bereitet den Ostallgäuer Bürgermeistern Sorgen. Jetzt hat der Stöttener Rathauschef die nächste Gemeinderatssitzung abgesagt.

Corona bereitet den Ostallgäuer Bürgermeistern Sorgen. Jetzt hat der Stöttener Rathauschef die nächste Gemeinderatssitzung abgesagt.

Bild: Christoph Schmidt

Corona bereitet den Ostallgäuer Bürgermeistern Sorgen. Jetzt hat der Stöttener Rathauschef die nächste Gemeinderatssitzung abgesagt.

Bild: Christoph Schmidt

Wegen des Infektionsrisikos und einer RKI-Richtlinie fällt etwa in Stötten die nächste Gemeinderatssitzung aus. Welche Verschärfung die neuen Regeln bedeuten.
14.04.2021 | Stand: 19:04 Uhr

Bürgermeister Ralf Grube hat die Sitzung des Gemeinderats in Stötten am Auerberg am Mittwoch abgesagt. Der Grund ist das hohe Infektionsrisiko wegen der grassierenden Corona-Mutationen, die als hochansteckend gelten. Die Terminabsage basierte zudem auf einer neuen Richtlinie des Robert-Koch-Institutes (RKI) zum Kontaktmanagement, sagt Grube. Aus demselben Grund wird auch der Rettenbacher Gemeinderat nicht wie geplant am kommenden Montag tagen.

Konkret hat das RKI die Richtlinien zur Ermittlung sogenannter enger Kontaktpersonen (bisher Kontaktpersonen der Kategorie 1) vor allem wegen der Verbreitung der neuen hochansteckenden Virusvarianten angepasst. Sollte ein Teilnehmer an einer Stadtrats- oder Gemeinderatssitzung (also ein Stadt- oder Gemeinderat oder Zuhörer) positiv auf das Coronavirus getestet werden, ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen.

Welche Rolle dabei das "infektiöse Zeitintervall" spielt

Dafür prüft die Behörde, ob die Gemeinderatssitzung in das „infektiöse Zeitintervall“ fällt. Ist dies der Fall, gelten alle Teilnehmer der Sitzung als Kontaktpersonen. Bisher wurde unterschieden, ob es sich um enge Kontaktpersonen der Kategorie 1 handelte, die in Quarantäne mussten oder weniger enge Kontaktpersonen, die zunächst ohne Quarantäne auf Symptome achten sollten.

Für jeden, der als enge Kontaktperson gilt, wird eine Quarantäne angeordnet. „Somit müssten im Fall, dass Besucher oder Teilnehmer positiv getestet wurde, alle im Sitzungssaal anwesenden Personen als Kontaktpersonen in Quarantäne, wenn die Sitzung länger als zehn Minuten gedauert hat“, sagt Grube. (Die aktuellen Corona-Regeln für das Ostallgäu finden Sie hier)

Jetzt überlegen die Stöttener, einen sogenannten Ferienausschuss einzurichten

Auf der Tagesordnung der Ratssitzung hätten keine unaufschiebbaren Themen gestanden, erklärt Grube die Entscheidung weiter. Eine Absage sei deshalb der richtige Weg gewesen. Überlegt werde, einen sogenannten Ferienausschuss einzurichten. Damit können sowohl die Anzahl der Sitzungen als auch die Teilnehmerzahl auf bestimmte Zeit massiv reduziert werden, um Hygiene- und Abstandsregeln besser einhalten zu können. Diese Entscheidung muss mit Zweidrittelmehrheit der abstimmenden Sitzungsteilnehmer getroffen werden.

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Neben Stötten hat auch die Nachbargemeinde Rettenbach die für Montag, 19. April, geplante Sitzung ihres Gemeinderats abgesagt. In dieser Sitzung wäre es unter anderem um den Bau einer Kinderkrippe gegangen.

Hier finden Sie die aktuellen Inzidenzwerte für das Allgäu.