Bürgerversammlung in Görisried

Hubschrauberproduktion in Görisried geplant: Bürger befürchten Lärm

Eine Görisrieder Firma hat einen Star- und Landeplatz für Hubschrauber beantragt.

Eine Görisrieder Firma hat einen Star- und Landeplatz für Hubschrauber beantragt.

Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Eine Görisrieder Firma hat einen Star- und Landeplatz für Hubschrauber beantragt.

Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Eine Firma in Görisried möchte Hubschrauber produzieren und hat einen Start- und Landeplatz beantragt. Bürger befürchten, dass es zu Lärmbelästigung kommt.
01.10.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Die Sorge wegen drohender Lärmbelästigung, wenn im Ort Hubschrauber gebaut werden, ist groß unter den Görisrieder Bürgerinnen und Bürgern. Dies zeigte sich sowohl bei der Seniorenbürgerversammlung, als auch nach der Hauptversammlung des Tourismusvereins, wo Besucher ihre Befürchtungen äußerten.

Bürger von Görisried wollen angehört werden

Zur Seniorenbürgerversammlung hatten Bürgermeister Doktor Stephan Bea und Seniorenbeauftragte Angelika Schinko-Herb ins Gasthaus Hirsch eingeladen. Hier gab der Bürgermeister einen kurzen Überblick über Daten und Fakten aus der Gemeinde. Als Bea die geplanten Erweiterungen von drei ortsansässigen Firmen ansprach, wurde bemängelt, dass die Bürger erst aus der Allgäuer Zeitung erfahren hätten, dass die Firma SBM Maschinen GmbH plane, in Görisried Hubschrauber herzustellen und dafür einen Start- und Landeplatz beantragt habe. Da ein solcher Platz zwangsläufig zu Lärmbelästigung der Anwohner führe, hätten die Bürger vorher gehört werden müssen, fanden die Teilnehmer.

Bea zeigte auf, dass für dieses Vorhaben ja zuerst geklärt werden müsse, ob der dafür notwendige Start- und Landekorridor am Standort der Firma überhaupt zu verwirklichen sei. Dies habe die Firma mit ihrem Antrag an das Luftfahrtamt Süd in die Wege geleitet. Jetzt lägen die Pläne bei der Gemeinde aus oder könnten im Internet eingesehen werden. Und die Bürger hätten jetzt Zeit sich zu informieren und dazu Stellung zu nehmen.

Hubschrauberproduktion in Görisried: Gemeinderat befürwortet Planung

Der Gemeinderat habe sich intensiv mit den Plänen auseinander gesetzt und stehe voll hinter dem Projekt. Das Projekt der Firma SBM könne mit seiner modernen Technik für ein Gegengewicht zu dem im Ort vorhandenen Handwerk sorgen. Bea sagte den Anwesenden jedoch noch eine öffentliche Informationsveranstaltung zu diesem Thema zu. Das Bürgergespräch findet am Dienstag, 5. Oktober, in der Mehrzweckhalle in Görisried statt. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Bea nahm zudem den Vorschlag aus der Versammlung auf, insbesondere für die Neubürger eine Besichtigung der gemeindlichen Solaranlage am Ochsenhof zu organisieren. Die Bürger wünschten sich zudem, dass Privatinitiativen zur nachhaltigen Verschönerung der eigenen Gärten mehr geschätzt werden und Flächenverbrauch soweit wie möglich eingeschränkt wird. Dazu wies der Bürgermeister darauf hin, dass es in Görisried fast keine Leerstände mehr gebe. (Lesen Sie dazu auch: Werden im Allgäu bald Hubschrauber gebaut?)

Görisrieder Firma will zwei Produktionsstätten errichten

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Auch bei der Jahresversammlung des Tourismusvereins Görisried kam der Star- und Landeplatz zur Sprache. Vorsitzender Florian Knüsli teilte mit, dass die Frage an ihn gestellt worden sei, was der Verein gegen das Start- und Landeplatzvorhaben zu unternehmen gedenke. Da er aber nicht für den Verein sprechen könne, stellte sich Jochen Steinbeck, Prokurist der SBM Developement GmbH, den Fragen aus der Versammlung. Die Firma plane, auf dem neuen Grundstück zwei Produktionsstätten zu errichten, einmal für Motoren- und Getriebeteile und die andere für die Fluggerätemontage beziehungsweise Hubschraubermontage mit einem Umfang von bis zu 50 Stück pro Jahr. Die Maschinen werden aber nicht alle von Görisried aus ausfliegen. Die zweisitzigen Hubschrauber seien hauptsächlich für Flugschulen im Ausland gedacht und würden in Überseecontainern versandt.

Lärm nicht über 60 Dezibel

Der Start- und Landeplatz am Gebäude sei von außen nicht einsehbar. Die Lärmbelästigung liege nicht über 60 Dezibel, erklärte Jochen Steinbeck. Die An- und Abflugschneise liege seiner Aussage nach nicht über bewohntem Gebiet und werde bei Bedarf nur werktags bei Helligkeit und gutem Wetter genutzt. Auch das Weihermoos als FFH-Fläche werde nicht überflogen.