Bürgerversammlung

In Aitrang ist der Wunsch nach einem eigenen Hausarzt riesengroß

Symbolbild Hausarzt

Mediziner gesucht: Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Aitrang (Ostallgäu) wünschen sich wieder einen eigenen Hausarzt am Ort.

Bild: Symbolfoto: M. Gambarini/dpa

Mediziner gesucht: Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Aitrang (Ostallgäu) wünschen sich wieder einen eigenen Hausarzt am Ort.

Bild: Symbolfoto: M. Gambarini/dpa

Der größte Wunsch der Bürgerinnen und Bürger von Aitrang im Ostallgäu ist es, wieder einen eigenen Hausarzt vor Ort zu haben. Wie die Chancen dafür stehen.
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Von Rosemarie Klimm
22.09.2021 | Stand: 09:00 Uhr

Der Wunsch nach einem Hausarzt vor Ort ist groß in der Ostallgäuer Gemeinde Aitrang. So wurde in der Bürgerversammlung an Aitrangs Bürgermeister Michael Hailand die Frage gestellt, was die Gemeinde dafür tun will, damit sich wieder einen Arzt vor Ort niederlässt. Räume seien ja vorhanden.

Aitranger Bürgermeister: Gemeinde hat Kontakt zu zwei interessierten Ärzten

Die Gemeinde Aitrang habe Kontakt mit zwei Ärzten, die sich ihren Lebensmittelpunkt in Aitrang vorstellen können und wegen Wohnmöglichkeiten nachfragten, sagte Hailand. Da die Arzträume inzwischen hergerichtet sind, könnten sie sich als Arzt dort niederlassen. Doch wisse er noch nicht, ob sie die Facharztausbildung für Hausärzte hätten.

Auch die Bürgerinnen und Bürger selbst könnten aber bei Ärzten Werbung für Aitrang machen, regte Hailand an. Er selbst werde ebenfalls weitersuchen und die Bevökerung auf dem Laufenden halten. Zudem habe er mit Hausarzt Dr. Robert Martin aus Ruderatshofen das Thema ausgiebig besprochen. Der frühere Bürgermeister Jürgen Schweikart sagte noch, dass wegen der statistischen Überversorgung im mittleren Landkreis Aitrang rein rechtlich keinen Anspruch mehr auf einen eigenen Hausarzt habe und auf Dr. Martin angewiesen sei.

Die Aitranger Bürger wünschen sich einen Hausarzt im Dorf.
Die Aitranger Bürger wünschen sich einen Hausarzt im Dorf.
Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Welche Themen die Aitranger Bürgerinnen und Bürger noch bewegen

Radwege: Weiter wurde von den Aitrangern bemängelt, dass beim Radweg nach Ruderatshofen ein Stück fehle. Der fehlende Teil führe teils durch Gemeindewald, teils durch Kirchenholz und sei derzeit nur Wanderweg, sagte Hailand. Ruderatshofens Bürgermeister Johann Stich habe sich bereits an die Kirche gewandt, aber noch keine Antwort erhalten.

Zum schlechten Zustand des Radwegs von Wenglingen entlang des Höllwaldweihers wies Hailand darauf hin, dass der Bereich auf der Gemarkung Apfeltrang (Ruderatshofen) liege. Er sagte jedoch einem Gespräch mit Stich zu.

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Hydranten: Ein Bürger ärgerte sich, dass sich die Gemeinde zwei Wassertretbecken leiste, aber die Hydranten an der Leitung des Wasserverbands nicht mehr bezahle. Dabei bedeuteten Hydranten Leben. Der in seinem Hof stehende Hydrant werde von der Feuerwehr für Übungen genutzt, stehe ihm „aber nur im Weg herum“. Hailand betonte, dass Wasserversorgungen auch Hydranten zur Verfügung stellen müssten. Er sagte aber zu, das Thema nochmals im Rat anzusprechen.

Trinkwasser: Nachdem der Brunnen Schellenweide als Trinkwasser-Notversorgung eingetragen sei, müsse dessen Schutzgebiet wieder beachtet werden, wurde vorgebracht. Ein Bürger berichtete, dass bis an den Zaun am Brunnen Gülle ausgebracht worden sei. Er sei bereits mit dem Wasserwirtschaftsamt in Kontakt, sagte der Bürgermeister dazu.

Noch ein paar Fakten und Daten zur Ostallgäuer Gemeinde Aitrang

Der Schuldenstand der Ostallgäuer Gemeinde Aitrang sank 2020 – auch dank Corona-Beihilfen und hoher Schlüsselzuweisungen – übrigens von 678 auf 622 Euro pro Einwohner. Damit liege er unter dem Landkreisschnitt. Die Einwohnerzahl lag im Juli bei 2136 Einwohnern. Das sind neun Einwohner mehr als im Vorjahr.

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