Kaplan verlässt Marktoberdorf

Jetzt heißt es Abschied nehmen: Was dem Kaplan in Marktoberdorf besonders gefallen hat

Abschied

In der Magnus-Kirche: (von links) Kaplan André Harder, im Hintergrund Diakon Elmar Schmid, Pfarrer Oliver Rid, der Harder zum Abschied noch einmal applaudiert, ebenso wie dem ebenfalls scheidenden Tobias Auerbacher.

Bild: Günther Beck

In der Magnus-Kirche: (von links) Kaplan André Harder, im Hintergrund Diakon Elmar Schmid, Pfarrer Oliver Rid, der Harder zum Abschied noch einmal applaudiert, ebenso wie dem ebenfalls scheidenden Tobias Auerbacher.

Bild: Günther Beck

Kaplan André Harder verlässt die Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf. Was er in den vergangenen drei Jahren gelernt hat und warum es auch schwierige Tage gab.
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Von Günther Beck
29.07.2021 | Stand: 12:13 Uhr

In der Pfarreiengemeinschaft Marktoberdorf hieß es Abschied nehmen von Kaplan André Harder, der vor drei Jahren nach der Priesterweihe die Stelle angetreten hatte und nun als Jugendpfarrer im Dekanat Mindelheim und Memmingen wirken wird. Vor zwei Jahren vervollständigte Gemeindeassistent Tobias Auerbacher das Team. Auch er verlässt die Pfarreiengemeinschaft und versieht künftig in der Pfarreiengemeinschaft Pfaffenhausen seinen Dienst.

Beim Jugendgottesdienst in der Kirche St. Magnus, den die Kirchenband musikalisch gestaltete, hielt der Priester eine kurze Rückschau. Er sei, sagte er, schon mit etwas mehr als nur mit den drei Broten und zwei Fischen aus dem Evangelium der Brotvermehrung nach Marktoberdorf gekommen. „Doch das Gefühl war damals schon so in der Art.“ Im Rückblick sehe er aber, „was entstanden ist, auch wenn vieles noch weiterwachsen wird.“

Kaplan André Harder: Es gab auch schwierige Tage in Marktoberdorf

Allerdings habe es auch Tage gegeben, da hätte er am liebsten aufhören wollen. Der Kaplan erzählte von einem Artikel, der sich aggressiv mit der Kirche in Coronazeiten auseinandergesetzt habe, der jedoch anonym in seinen Briefkasten geworfen wurde mit der Bemerkung: „Mit freundlichen Grüßen, eine gläubige Katholikin.“ Harder bezeichnete diese Aktion als feige, vor allem, weil sowohl der Pfarrer als auch er „jede Mail, jeden Brief mit einer wertschätzenden Rückmeldung versieht“.

„Solche Aktionen werden jedoch das Gesamtbild meiner Zeit hier in Marktoberdorf nicht trüben“, sagte der Kaplan und stellte heraus, dass die Pfarreiengemeinschaft in vielen Bereichen breit aufgestellt sei und sich viele Ehrenamtliche mit ihren „unterschiedlichsten Begabungen in die Kirche einbringen“. Er bedankte sich bei den Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen von Marktoberdorf und Bertoldshofen ebenso wie für die Gemeinschaft der Kolpingsfamilie und die „offene Art und tollen Zusammenarbeit“ mit den Minis. Gerne erinnert er sich an den Unterricht am Gymnasium, den er als „herausfordernd, aber auch belebend“ bezeichnete.

Sein Dank galt neben dem Technik-Team der Pfarrei und den freundlichen Kontakten zu Stadt und Landkreis vor allem dem pastoralen Team um Pfarrer Oliver Ried, dessen „permanente Fröhlichkeit“ sich auf das ganze Pfarrhaus übertragen habe. Auch bei den Mesnern der Pfarreiengemeinschaft und den Kirchenmusikern bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit.

Besonderer Dank an Pastoralassistenten Tobias Auerbacher

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Besonders hob Harder den ausscheidenden Pastoralassistenten Tobias Auerbacher hervor und sagte: „In der Jugendarbeit stünden wir jetzt nicht da, wo wir sind. Ideen, die ich niemals haben würde, kamen durch ihn in die Pfarrei hinein.“ Der Kaplan schloss mit der Bitte, „dankbar auf das zu schauen, was Ihr habt und was funktioniert“. Es gehe aber weiter, „mit altem und neuem Personal, aber es muss vor allem weitergehen in der Beziehung zu unserem Herrn“.

Am Ende des Gottesdienstes bekamen beide neben den besten Wünschen für ihre neue Stelle Geschenke überreicht, die sie an die Pfarrei, die Minis und die Kolpingsfamilie erinnern sollen. Wer sich noch persönlich verabschieden wollte, hatte dazu im Anschluss bei einem kleinen Imbiss noch die Gelegenheit.

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