Ausschuss

Jetzt können die neuen Wanderwegweiser in Marktoberdorf kommen

Die Beschilderung der Marktoberdorfer Wanderwege ist in die Jahre gekommen und soll nun endlich überarbeitet werden.

Die Beschilderung der Marktoberdorfer Wanderwege ist in die Jahre gekommen und soll nun endlich überarbeitet werden.

Bild: Stadt Marktoberdorf

Die Beschilderung der Marktoberdorfer Wanderwege ist in die Jahre gekommen und soll nun endlich überarbeitet werden.

Bild: Stadt Marktoberdorf

Die Allgäu GmbH ist seit Jahren dran, die Wanderwegweiser zu vereinheitlichen. Das neue Schilderkonzept dafür steht. Warum Marktoberdorf darauf gewartet hat.
07.10.2020 | Stand: 12:52 Uhr

Schon vor einem Jahr und zehn Monaten hat der Tourismusausschuss des Marktoberdorfer Stadtrates beschlossen, die Wanderwege in Marktoberdorf durch das Planungsbüro top plan neu beschildern zu lassen. Zugleich sollte das Wegenetz überarbeitet, Gefahrenstellen beseitigt und das Netz auf gut besuchte, hochwertige Wege reduziert werden. Denn die Wege und ihre Schilder sind in die Jahre gekommen. Das heißt: Manche Pfade sind von Bäumen oder Gebüsch zugewuchert, manche Wegweiser beschädigt. Die Schilder sind verbogen, zum Teil abgebrochen, die Beschriftung mehr oder weniger ausgeblichen.

Warum noch nicht viel zu sehen ist

Hinzu kommt: Die Stadt hatte zuvor die ab 2005 unter Federführung der Allgäu GmbH einheitliche Schildersystematik von Wanderwegen nur teilweise übernommen (Stichwort: Allgäuer Wandertrilogie). Nun befasste sich der Ausschuss erneut mit dem Thema. Denn zu sehen ist bis jetzt von den Neuerungen noch wenig – dabei sei im Hintergrund einiges passiert, sagen der städtische Tourismuschef Philipp Heidrich und Andreas Ampßler von top plan. Die neuen Schilder stehen aber noch nicht, weil man noch abgewartet habe, bis die Allgäu GmbH ihr Beschilderungskonzept für die ganze Region aktualisiert. „Und das hat jetzt fast zwei Jahre gedauert“, bedauern Heidrich und Ampßler. Daher die Verzögerung.

Indes hat top plan in dieser Zeit das neue Netz ausgearbeitet. „Wir haben ein komplettes Wege- und Beschilderungskataster erarbeitet“, sagt Ampßler. Künftig sollen damit nun – statt wie bisher 160 – 115 Kilometer Wanderwege ausgeschildert werden. „Das ist immer noch viel“, findet er. Aber Marktoberdorf habe eben nun mal eine große Fläche. Konkret sollen nur noch 14 Rundwanderwege als Teil des Gesamtwegenetzes ausgewiesen werden. Hinzu kommt die Beschilderung der Fernwanderwege Jakobsweg, Wandertrilogie, Martinusweg und Schwäbisch-Allgäuer-Weitwanderweg.

370 Standorte für Wegweiser: Eine Menge Holz...

Insgesamt ist das immer noch eine Menge Holz: Denn laut top plan erfordert das Wegenetz 370 Wegweiserstandorte, 330 Zielwegweiser und 510 Zwischenwegweiser. Kosten samt Rohrpfosten: 17 000 Euro. Die Wegweiser enthalten eine gelbe Pfeilspitze, Zielangaben mit Piktogrammen, Entfernungen als Zeitangabe, bis zu vier Routenpiktogramme und zum Teil Schwierigkeitsangaben. Die Zwischenwegweiser haben eine gelbe Pfeilspitze und sind ansonsten leer.

Doch warum sind all diese „physischen“ Schilder in den Zeiten des Digitalen, von Smartphones und Google Maps, überhaupt noch nötig? Studien zufolge wünschen sich „80 Prozent aller Wanderer eine echte Markierung, die sie anfassen beziehungsweise anschauen können“, sagte Heidrich. 55 Prozent orientierten sich sogar ausschließlich an echten Wanderwegweisern.

Nächste Schritte seien nun Materialbestellung und Montage. „Im Frühjahr könnten Wanderer auf den neu ausgeschilderten Wegen schon wandern“, verspricht Ampßler.

Warum die Schilder keine QR-Codes bekommen sollen

Anne-Dore Fritzsche (Grüne) wollte von ihm noch wissen, warum die neuen Wegweiser nicht mit QR-Codes versehen würden, wie sie es anderswo schon gesehen habe. Hinterlegt seien in solchen Fällen zumeist nur Infos zu Tourismusverbänden oder Standortangaben, die ein Smartphone einem ohnehin auch mit dem GPS-Standort anzeige. „Das erschien uns nicht zielführend.“ Andreas Grieser (CSU) fragte, ob ein Wanderer wirklich „alle zehn Meter“ ein Schild brauche. Georg Martin (Grüne) lobte die Beschilderung im Allgäu ausdrücklich, zumal sie in vielen anderen Regionen geradezu katastrophal sei.

Einstimmig bestätigte der Ausschuss dann den Beschluss von 2018 und gab die neue Beschilderung in Auftrag. Die Stadtverwaltung soll die Montage veranlassen.