Zum Radsport nach Südtirol

Warum Julia Jedelhauser aus Marktoberdorf vom eigenen Erfolg überwältigt ist

Jedelhauser

Julia Jedelhauser hat die 44. Auflage des Giro delle Dolomiti gewonnen. Trotz mancher Anstrengung beim Bergzeitfahren oder beim Sprint blieb auch ihr Zeit, die Schönheiten der Dolomiten und Südtirols zu genießen.

Bild: hkMedia

Julia Jedelhauser hat die 44. Auflage des Giro delle Dolomiti gewonnen. Trotz mancher Anstrengung beim Bergzeitfahren oder beim Sprint blieb auch ihr Zeit, die Schönheiten der Dolomiten und Südtirols zu genießen.

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Julia Jedelhauser aus Marktoberdorf fährt beim 44. Giro delle Dolomiti zum Sieg. Eine Woche lang geht es durch Südtirol. Weshalb ihr Triumph sie überrascht.
15.08.2021 | Stand: 14:00 Uhr

Julia Jedelhauser hat es nicht nur mit dem Mountainbike oder dem Berglauf. Die Marktoberdorferin ist auch mit dem Rennrad erfolgreich. Sie ist Gesamtsiegerin des 44. Giro delle Dolomiti.

Der Giro soll den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Schönheiten der Dolomiten und Südtirols zeigen. Mendelparadies, Seiser Alm, dann in die Nähe des Gardasees, Sellaronda und Rosengarten sowie ein Rundkurs auf der Weinstraße waren die einzelnen Etappen. Genussradeln mit sportlichen Einlagen lautet die Devise, weshalb für den einwöchigen Jedermann-Radsport-Event, den es seit 1955 gibt, keine aktiven Profis zugelassen sind.

Bei jeder Etappe gibt es einen, wenige Kilometer langen zeitgestoppten Abschnitt im Bergzeitfahren. Neu waren in diesem Jahr zusätzliche Giro Sprints, zwei Kilometer lang, kaum Gefälle. Der Großteil der Teilstücke wird laut Reglement in kontrolliertem Tempo in der Gruppe zurückgelegt.

Weltmeisterin mischt mit

Zum Klassement der 221 Sportlerinnen und Sportler gehörte auch Julia Jedelhauser. Die 33-jährige Ärztin startete für die St. Vinzenz Klinik in Pfronten. Erneut hatte sich auch Prominenz unter das Teilnehmerfeld aus 25 verschiedenen Nationen gemischt. Dazu zählte für eine Etappe Edita Pucinskaite, die Straßenrennen-Weltmeisterin von 1999. Sie hat in ihrer Laufbahn auch den Giro d’Italia und die Tour de France der Frauen gewonnen. Die 45-jährige Litauerin ist die weltweit einzige Radsportlerin, die die beiden großen Rundfahrten und den WM-Titel im Straßenrennen geholt hat.

Julia Jedelhauser war beim Giro unter anderem beim letzten Bergzeitfahren (13,2 Kilometer/625 Höhenmeter) als Erste im Ziel. Mit einer Zeit von 35.41 Minuten war die Allgäuerin sechs Sekunden schneller als Francesca Sassani aus Bozen. Der dritte Rang ging an Titelverteidigerin Monika Dietl, die 1.28 Minuten auf die Siegerin einbüßte.

Sportlerin aus Marktoberdorf braucht zwei Stunden zum Sieg

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Jedelhauser, Sassani, Dietl: So lautete denn auch die Reihenfolge in der Gesamtwertung des Giro delle Dolomiti. Die Marktoberdorferin kürte sich in 2:02.33 Stunden und mit 49 Sekunden Vorsprung auf Sassani zur Giro-Siegerin. In der Gesamtwertung aller Teilnehmenden landete Julia Jedelhauser auf Platz 28.

„Ich bin immer noch überrascht, dass es bei meiner Rennrad-Premiere auf Anhieb so gut geklappt hat. Eigentlich war der Giro delle Dolomiti als Trainingswoche für meine Grundlagenausdauer gedacht. Beim Bergrennen habe ich noch einmal alles aus mir rausgeholt. Es war wirklich eine fantastische Zeit mit tollen Menschen“, freute sie sich ungemein.

Auch den Sprint gewinnt die Ärztin aus Marktoberdorf

Außerhalb der Wertung war der neue Giro Sprint auf der fünften Etappe. Dieser führte über 89,6 Kilometer mit 2173 Höhenmetern von Bozen und Blumau über Tiers und Carezza hinab nach Birchabruck, von dort wieder hinauf nach Gummer und über Karneid zurück zum Ausgangspunkt. Nach dem Bergzeitfahren wurde der zwei Kilometer lange Sprint ausgetragen. Abel van der Windt (6.19 Minuten) und Julia Jedelhauser (8.27) fuhren die schnellsten Einzelzeiten.

Bei den Männern war Thomas Gschnitzer aus Sterzing Maß aller Dinge. Der 37-jährige gewann mit einer Gesamtzeit 1:39.12 Stunden vor Christian Dallago (1:41.32) und Iraitz Goñi Diaz (1:41.44).