Festgottesdienst in der Kirche

Wie ein Junge aus Ronsberg seine Berufung findet und Priester wird

Pfarrer

In seiner Heimatgemeinde feierte Jürgen Massinger (Mitte) seinen ersten Gottesdienst nach der Priesterweihe. Mit auf dem Foto sind die Konzelebranten Dekan Thomas Hatosch (links) und Monsignore Erwin Reichart (rechts).

Bild: Michaela Leutherer

In seiner Heimatgemeinde feierte Jürgen Massinger (Mitte) seinen ersten Gottesdienst nach der Priesterweihe. Mit auf dem Foto sind die Konzelebranten Dekan Thomas Hatosch (links) und Monsignore Erwin Reichart (rechts).

Bild: Michaela Leutherer

Jürgen Massinger feiert nach seiner Priesterweihe in Ronsberg seine Primiz. Wie sich ehemalige Weggefährten an den neuen Geistlichen erinnern.
05.07.2021 | Stand: 04:30 Uhr

Unter dem Leitsatz „Da antwortet Gott dem Mose: Ich bin, der ich bin“ hat Jürgen Massinger am Sonntag seine Primiz in der Ronsberger Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Vorangegangen war ein Festumzug, begleitet von der Musikkapelle und den Fahnenabordnungen vom Feuerwehrhaus zur Kirche, an der der Primiziant das Primiziantenkreuz segnete.

Familie unterstützt den Sohn schon früh

Pfarrer Karl Barton begrüßte die Gläubigen in der Kirche, der Mehrzweckhalle und zu Hause mit einleitenden Worten. Er könne sich noch sehr gut daran erinnern, wie er im Alter von 17 Jahren mehrmals den Wunsch äußerte, Priester zu werden. Sein Vater stand dem skeptisch gegenüber und zweifelte, ob er wisse, was auf ihn zukommt, erzählte Barton. Er hob lobend hervor, dass Familie Massinger den Weg ihres Sohnes immer unterstützt hat.

Die Predigt hielt der ehemalige Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Ebersbach, Willofs und Ronsberg, Monsignore Erwin Reichart. Er erinnerte sich, wie Massinger nach seiner Firmung auf ihn zukam und fragte, ob er Ministrant werden könne. Reichart dachte damals, dass die Begeisterung nicht lange anhalten würde. Jedoch sei dies der Einstieg in seine Berufung gewesen.

Wie Geschichte von Moses den Jungen aus Ronsberg berührt

Als Massinger auf Einzelexerzitien war, fesselte ihn die Geschichte von Mose, der durch den brennenden Dornbusch eine Gotteserfahrung machte. Dieses Ereignis hätte in ihm einen Knoten gelöst. Massinger wird in den nächsten Wochen erfahren, wie sehr ein Priester gebraucht und verehrt wird, sagte Reichart. Und wenn er sich arbeitslos fühle, solle er in ein Krankenhaus oder ein Altersheim gehen. Dort würde er spüren, wie sehr er als Priester gebraucht wird. Für die Zukunft solle er immer daran denken, dass Gott versprochen hat, immer für ihn da zu sein. Gott habe ihn immer hilfreich begleitet, er ist da in der Gegenwart und werde auch in der Zukunft für ihn da sein, sagte Reichart.

Musikalisch wurde der Gottesdienst sehr festlich von der Sopranistin Diana Petrova und Mitgliedern des Kirchenchores Ronsberg und des Liederkranzes Obergünzburg begleitet. Trompete spielten Tanja Dusel und Michael Schneider. Musikalisch geleitet wurde der Gottesdienst von Markus Pelzl.

In Ronsberg in guter Erinnerung

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Im Anschluss sprach Pfarrgemeinderatsvorsitzende Elisabeth Pelzl ein paar Dankesworte. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Kirche anscheinend in einer großen Krise steckt, gehöre sehr viel Kraft und Überzeugung dazu, diesen Weg zu gehen, sagte sie zu Massinger. Sie erinnerte sich, wie sie ihn im Jahr 2007 auf einer Wallfahrt nach Ungarn besser kennenlernte. Damals habe er sich mit viel Ruhe, Kraft und Ausdauer um einen Schulkameraden gekümmert, der in dieser Zeit körperliche und psychische Probleme hatte. Dieses selbstlose Handeln von Massinger sei ihr in bleibender Erinnerung geblieben.

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