Verkehr

Künftig halten Züge jeden Tag und stündlich am Schulzentrum Marktoberdorf

Ab Dezember gehört der Bahnhalt am Schulzentrum in Marktoberdorf fest zum Fahrplan. Der Zug rauscht dann außerhalb der Schulzeit nicht mehr durch, sondern hält jeden Tag stündlich.

Ab Dezember gehört der Bahnhalt am Schulzentrum in Marktoberdorf fest zum Fahrplan. Der Zug rauscht dann außerhalb der Schulzeit nicht mehr durch, sondern hält jeden Tag stündlich.

Bild: Andreas Filke

Ab Dezember gehört der Bahnhalt am Schulzentrum in Marktoberdorf fest zum Fahrplan. Der Zug rauscht dann außerhalb der Schulzeit nicht mehr durch, sondern hält jeden Tag stündlich.

Bild: Andreas Filke

Bahn nimmt die Haltestelle ab Dezember fest in den Fahrplan auf. Unterhaltskosten tragen nicht mehr Stadt und Landkreis. Es ist an der Stelle noch mehr geplant.
14.12.2020 | Stand: 12:51 Uhr

Gute Nachrichten für Marktoberdorf: Die Stadt erhält mit dem Schulzentrum einen weiteren regelmäßigen Bahnhalt. Dort legen die Züge bisher zwar schon einen Stopp ein, jedoch nur von Montag bis Freitag für Schüler und das auch nur zu bestimmten Zeiten. Mit dem Fahrplanwechsel zum 13. Dezember hält der Zug dort regelmäßig an allen Wochentagen und das auch noch stündlich. Außerdem soll der Haltepunkt mittelfristig verlängert und barrierefrei werden. Darauf haben sich das bayerische Verkehrsministerium und die DB geeinigt. Beide versprechen sich davon weitere Verbesserungen im Bahnverkehr. Der Haltepunkt wird derzeit werktags im Schnitt von rund 700 Ein- und Aussteigern genutzt.

Höheres Tempo bringt Zeitgewinn

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die im Auftrag des Freistaats den Schienenpersonennahverkehr plant, finanziert und kontrolliert, richtet die stündlichen Zughalte der Bayerischen Regiobahn (BRB) am Schulzentrum ein. Grund dafür ist, dass die DB-Netz an einer größeren Anzahl von Bahnübergängen entlang der Strecke mehr Tempo machen kann und Zeit gewonnen hat.

Der Mitteilung von Bayerns Verkehrsstaatssekretär Klaus Holetschek zufolge belaufen sich die aktuellen Schätzungen für den Ausbau des Haltepunkts auf 1,3 Millionen. Das Geld stammt aus für Bayern reservierte Bundesmitteln, über deren Verwendung die DB und das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr entscheiden. Laut DB wird die Umsetzung allerdings frühestens erst im Jahr 2025 erfolgen können.

Bahnsteig wird verlängert

Mit dem Ausbau wird der Bahnsteig auf eine Höhe von 55 Zentimeter über der Schienenoberkante gebracht, womit ein stufenfreier Einstieg in die vorhandenen barrierefreien Züge möglich wird. Weil auch ein taktiles Leitsystem für Blinde und sehbehinderte Reisende nachgerüstet wird, ist die Station dann barrierefrei. Zugleich wird der Bahnsteig von derzeit 111 auf 140 Meter und damit passend zu den dort haltenden Zügen verlängert. „Damit schaffen wir den Anachronismus ab, dass an dieser Station nicht an allen Türen zu- und ausgestiegen werden kann“, sagt Holetschek.

„Wir schaffen einen weiteren Meilenstein für noch mehr attraktiven Schienenverkehr im Allgäu“, freut er sich. Nicht zuletzt sollen durch diese Lösung auch der Landkreis Ostallgäu und die Stadt Marktoberdorf finanziell entlastet werden. „Das ist gelebte kommunale Entlastung in schwierigen Corona-Zeiten und eine Dreifach-Win-Situation!“, betont er. Denn der Haltepunkt am Marktoberdorfer Schulzentrum wurde von der damaligen Deutschen Bundesbahn 1991 auf Wunsch des Landkreises gebaut und in Betrieb genommen. Im Gegenzug hatte sich der Landkreis verpflichtet, sämtliche Planungs-, Bau- und Betriebskosten zu übernehmen, was auch Ersatzinvestitionen und einen barrierefreien Ausbau umfasst hätte. Diese Finanzierungsverantwortung soll im Zuge des Stationsausbaus vom Landkreis auf die DB übergehen. Damit verbunden soll auch die Stadt Marktoberdorf entlastet werden, die in den vergangenen Jahren den Winterdienst und kleine Reparaturen ausgeführt hat. Die genauen Modalitäten und den Zeitpunkt werden die DB und der Landkreis Ostallgäu untereinander abstimmen.

Landrätin: Attraktivität steigt

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„Der Beschluss bedeutet ein weiteres Stück Barrierefreiheit, Sicherheit und Attraktivitätssteigerung für den Schienenverkehr im Ostallgäu. Unser Einsatz für den Haltepunkt hat sich gelohnt, und auch weitere von uns geforderte Projekte stehen nun vor der Umsetzung“, äußert sich die Ostallgäuer Landrätin Maria Rita Zinnecker vom Maßnahmenpaket erfreut. Auch Marktoberdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Hell sieht viele Vorteile für die Stadt: „Gerade für Pendler und Geschäftsreisende bietet der Stundentakt eine echte Alternative zum Auto. Das ist ein großer Schritt in Richtung klimafreundliche Mobilität!“

Bis Ende 2024 stehen an der Bahnlinie von Buchloe nach Füssen zahlreiche weitere Verbesserungen bei der Schieneninfrastruktur an. Unter anderem wird der zentrale Ortsbahnhof Marktoberdorf barrierefrei ausgebaut. Und mit Marktoberdorf-Nord entstehen eine neue Bahnstation.