Benefizkonzert open air

Knapp 300 Besucher bei Benefizkonzert in Marktoberdorf für die Flutopfer

Flutkatastrophe: Die Verwüstungen in den Hochwassergebieten (wie hier in Altenahr, Rheinland-Pfalz) sind unvorstellbar.

Flutkatastrophe: Die Verwüstungen in den Hochwassergebieten (wie hier in Altenahr, Rheinland-Pfalz) sind unvorstellbar.

Bild: Boris Roessler

Flutkatastrophe: Die Verwüstungen in den Hochwassergebieten (wie hier in Altenahr, Rheinland-Pfalz) sind unvorstellbar.

Bild: Boris Roessler

Die Marktoberdorfer haben ein spontanes Benefizkonzert für die Flutopfer im Westen Deutschlands veranstaltet. Wie das Konzert von Stadtkapelle und JBO ablief.
01.08.2021 | Stand: 16:37 Uhr

Während die strahlende Sonne über dem Marktoberdorfer Schlossberg am Abendhimmel unterging, taten sich die Herzen der Menschen für Musik – und für die Flutopfer auf. Marktoberdorfs Stadtkapelle und das Jugendblasorchester (JBO) hatten sich spontan zu einem Benefizkonzert eingefunden. Dessen Spenden sollen die Flutopfer im Westen Deutschlands unterstützen.

Ohne Probe spielten die beiden Marktoberdorfer Blaskapellen zusammen

Dieses Gemeinschaftskonzert auf dem Dach der Marktoberdorfer Musikakademie sei eine Premiere, betonte Hans Heinle, Vorstandsvize des JBO und Mitglied im Bezirksvorstand des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM). Nur eine Woche Vorbereitung, beide Orchester vereint und ohne eine Probe.

Knapp 300 Zuhörer kamen zu dem Benefizkonzert in Marktoberdorf zugunsten der Flutopfer in NRW und Rheinland-Pfalz.
Knapp 300 Zuhörer kamen zu dem Benefizkonzert in Marktoberdorf zugunsten der Flutopfer in NRW und Rheinland-Pfalz.
Bild: Anton Reichart

„Aus zwei mach eins, einen Haufen“, scherzte Heinle, um aber sogleich auf den traurigen Anlass dieser Veranstaltung hinzuweisen. Die Musiker wollen damit den betroffenen Menschen der Flutkatastrophe helfen. Er habe eine regionale Einrichtung gesucht für die richtige Verteilung der Spenden, die am Ende des Benefizkonzerts von Musikern beider Gruppen eingesammelt wurden, sagte Heinle, und sei bei Humedica in Kaufbeuren fündig geworden.

Die Ostallgäuer Hilfsorganisation Humedica wird im Hochwassergebiet nochmals aktiv werden

Die Übergabe der in Marktoberdorf reichlich geflossenen Spenden an Humedica soll eigens erfolgen. Denn die Ostallgäuer Hilfsorganisation werde im Hochwassergebiet in einer zweiten Welle nochmals helfend tätig werden.

„Ein Konzert, das vor einer Woche noch nicht angedacht war“, begrüßte der Dirigent der beiden Kapellen, Thomas Wieser, die Besucher auf dem Schlossberg. Geradezu aufs Dach gestiegen waren die Musikerinnen und Musiker dazu dem Saal der Musikakademie.

Benefizkonzert untermauert große Verbundenheit der Marktoberdorfer mit den Hochwassergeschädigten

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Auf dem Mäuerchen wie auch am und entlang der Wege des Schlossbergs hatten sich knapp 300 Besucher eingefunden, um den Klängen der beiden Orchester zu lauschen. Dabei stand nicht nur der Titel des Stücks „Freunde“ für die Verbundenheit mit den Hochwassergeschädigten. Der Gedanke an sie zog sich durch das ganze gut einstündige Konzert.

Warum auch das Musikerherz immer noch blutet

Trotz des Spiels im Freien beeindruckte die tolle Akustik, alle Register und Instrumente waren klar herauszuhören. Dabei ist dies für die Musici selbst besonders anstrengend, da die sich gegenseitig nur erschwert hören. Das Musikerherz blute, sagte Dirigent Wieser, da nun schon im zweiten Jahr wegen Corona keine Festivitäten – auch keine Bezirksmusikfeste – stattfinden durften.

Den Text des Abschlussstücks „Die Sonne geht auf“ wandelte der Dirigent kurzerhand um in „Die Sonne geht unter“. Die zu Beginn des Konzerts strahlende Sonne ging zum Ende der Veranstaltung stimmungsvoll am Abendhimmel über der Pfarrkirche St. Martin, dem Schloss und dem Saal der Musikakademie unter. Das begeisterte Publikum erklatschte sich Zugaben und öffnete seine Geldbörsen für reichlich fließende Spenden.

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