Tradition zu Mariä Himmelfahrt

Kräuterboschenbinden in Marktoberdorf fällt dieses Jahr anders aus

Kräuterboschen

Auch heuer werden Rosmarie Zacherl, Maria Mack und Sophie Magold (von links) coronabedingt nur den einen großen traditionellen Kräuterboschen binden, der am kommenden Sonntag in der Kirche seinen Platz findet.

Bild: Archiv Matthias Kelz

Auch heuer werden Rosmarie Zacherl, Maria Mack und Sophie Magold (von links) coronabedingt nur den einen großen traditionellen Kräuterboschen binden, der am kommenden Sonntag in der Kirche seinen Platz findet.

Bild: Archiv Matthias Kelz

Heimatverein Marktoberdorf beschränkt sich coronabedingt bereits im zweiten Jahr auf einen großen Kräuterboschen. Wo er seinen Platz findet.
09.08.2021 | Stand: 09:15 Uhr

Das Binden von heimischen Kräutern am Vortag von Mariä Himmelfahrt (15. August) ist Tradition beim Marktoberdorfer Heimatverein. Allerdings fiel das gemeinsame Binden von engagierten Frauen bereits im Vorjahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Auch heuer wird es nur eine abgespeckte Version geben.

Kräuterboschen in Marktoberdorf für den guten Zweck

Rund 30 Frauen trafen sich in früheren Jahren am Vortag des Feiertages im Hartmannhaus. Hierher, ins Oberdorfer Heimathaus, hatten fleißige Sammlerinnen heimische Kräuter und Blumen gebracht. Daraus stellten die Frauen prächtige Kräuterboschen her, die bei den Gottesdiensten für einen guten Zweck verkauft wurden. Statt dieser rund 250 Boschen wird heuer nur der eine, große traditionelle Strauß gebunden. Das übernehmen wieder Rosmarie Zacherl, Maria Mack und Sophie Magold. Der Boschen wird wohl erneut nicht in der Frühmesse des Feiertages in der Frauenkapelle aufgestellt werden, sagt die Vorsitzende des Oberdorfer Heimatvereins Angelika Gapp. Wie schon im vergangenen Jahr werde das Gesteck seinen Platz in der Pfarrkirche St. Martin finden. Denn die Frauenkapelle war schon in früheren Jahren proppenvoll. Bei der noch herrschenden Corona-Lage sei nur in der Pfarrkirche ausreichend Platz entsprechend den Corona-Regeln.

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Heimische Kräuter und ihre heilende Wirkung

Märiä Himmelfahrt ist der Auftakt, ab dem Heilpflanzen gesammelt werden. Denn in der Zeit vom 15. August bis zum 15. September eines Jahres entwickeln nach alter Meinung die Kräuter in diesem Zeitraum besondere Kraft. Mit dieser Heilkraft sollen Krankheiten vermieden, Eheglück erreicht oder auch Kindersegen gewonnen werden. Heute wollen sich die Menschen nicht nur die Heilkraft der Pflanzen, sondern auch wohlriechende Düfte mit den Kräuterboschen ins Haus holen. So ist es dann auch nicht mehr notwendig, die sogenannten Wellness-Produkte wie Kristallsalz vom Himalaya, Aloe aus Südamerika oder Ginseng aus China zu importieren. Vielmehr schlägt der Heimatverein interessierten Mitbürgern vor, heimische Heilkräuter wie Rosmarin, Salbei, Minze & Co. zu sammeln und zuhause zu Kräuterboschen zu binden.